1. 24hamburg
  2. Welt

Asteroideneinschlag: Wie die Menschheit überleben könnte

Erstellt:

Kommentare

Wissenschaftler geben Entwarnung: Sollte ein Asteroideneinschlag eines Tages unvermeidlich werden, könnte die Welt noch gerettet werden.

Santa Barbara – Es ist 66 Millionen Jahre her, dass das Leben der Dinosaurier schlagartig beendet wurde. Wie man heute weiß, war deren Aussterben an nur wenige Sekunden gebunden. Wäre der Asteroid auch nur wenige Sekunden später eingetroffen, könnten die Dinos womöglich noch heute leben. Lässt man sich auch nur ansatzweise auf ein Gedankenspiel über einen theoretischen Asteroideneinschlag ein, mag man schnell zum Resultat kommen, dass der Menschheit ähnliche Konsequenzen drohen, wie einst den Dinosauriern. Ein Forscherteam der Universität Santa Barbara gibt jedoch Entwarnung: So kann die Welt einen Asteroideneinschlag überleben.

Stadt in den Vereinigten Staaten von Amerika:Santa Barbara
US-Bundesstaat:Kalifornien
Fläche:108,8 km²
Bevölkerung:91.376 (2019)

Asteroideneinschlag: Selbst ein Brocken, der nur 6 Monate zuvor entdeckt wurde, könnte gestoppt werden

Asteroiden gibt es zur Genüge. Man denke nur an die 15 Asteroiden, die bereits in der ersten Januar-Woche 2022 in Erdnähe gerieten. Aus Gründen der Aktualität sei an dieser Stelle außerdem Asteroid 2013 YD48 erwähnt. Ein Asteroid, der zu Beginn des Jahres ebenfalls die Erdatmosphäre durchdrungen hatte und laut Angaben der NASA „gefährlich“ sein könnte. Über diese Himmelskörper zu sprechen, als wären sie eine existenzielle Gefahr, mag irritieren. Nicht greifbar sind Geschwindigkeiten eines Asteroid 7482, der mit 70.000 km/h durchs All geistert. Nur schwer vorstellbar ist die tatsächliche Zerstörungswut eines Kometen, der wie der Himmelskörper „2014 UN271“ mitunter um die 150 Kilometer groß sein kann.

Nichtsdestotrotz: Die Raumfahrt weiß um die Gefahren, die zumindest theoretisch drohen könnten – und das nicht erst seit einer Asteroiden-Simulation der NASA, die beunruhigende Resultate zutage förderte. In Wissenschaftskreisen steht die Vorbereitung auf einen potenziellen Asteroideneinschlag daher nicht unbegründet auf dem Prüfstand.

Ungewiss, ob es unsere Welt überleben könnte, wenn innerhalb kürzester Zeit ein Asteroid oder Komet auf die Erde trifft. Der Netflix-Film „Don‘t Look Up“ spielte zuletzt ein ähnliches Szenario durch. Das Ergebnis ähnelt dem Resultat der erwähnten Simulation: Ein Einschlag eines Kometen, der wie in „Don‘t Look Up“ nur sechs Monate im Voraus entdeckt wird, könnte nicht mehr verhindert werden. Doch jetzt atmet die Astronomie auf: Wie es aus Physiker-Kreisen der Universität Santa Barbara heißt, könnte die Menschheit einen theoretischen Asteroideneinschlag doch noch abwenden. Auch auf einen Asteroiden, der nur sechs Monate zuvor entdeckt wurde, könne man noch reagieren. Die planetarische Verteidigung macht es möglich.

Was tun bei einem Asteroideneinschlag? Mit dieser Methode will die Astronomie einen Einschlag verhindern

Unlängst planen die Weltraumbehörden NASA und ESA die Rettung vor den Folgen eines potenziellen Asteroideneinschlags. Wie der Spiegel berichtet, findet jährlich eine Veranstaltung statt, organisiert vom Büro der Vereinten Nationen für Weltraumangelegenheiten. Jenes Event beschäftigt sich ausführlich mit diesen astronomischen Fragen: Droht Gefahr? Was wären etwaige Rettungspläne? Wie betreibt man Schadensbegrenzung? Dass Airbus mit der Idee, Satelliten ins All zu befördern, gleichermaßen an einem Konzept zur Asteroidenverteidigung arbeitet, könnte den Standpunkt der Wissenschaft ein weiteres Mal klarmachen: Ein funktionierendes Konzept der planetaren Verteidigung ist unabdinglich.

Asteroid trifft Erde.
Asteroideneinschlag: Wissenschaftler wollen einen Asteroiden abschießen, um ihn zu stoppen. (Symbolbild) © imago

Hat die Astronomie jetzt die Lösung gefunden? Wissenschaftler der Universität von Santa Barbara scheinen in ihrer wissenschaftlichen Publikation jedenfalls die notwendigen Mittel erörtert zu haben. „Wir zeigen, dass die Menschheit eine technologische Schwelle überschritten hat, um zu verhindern, dass wir den Weg der Dinosaurier gehen“, so der Wortlaut. Wie gefährlich ein Asteroideneinschlag letztendlich sein, hängt von vielen Faktoren ab. Erstaunlich ist, dass in erste Linie der Wind für Gefahr sorgt, wenn ein Asteroid die Erde trifft.

PI-Methode soll Asteroideneinschlag verhindern: Asteroid wird dabei „pulverisiert“

Nach Spiegel-Information ist man sich in Santa Barbara sicher: Sollte ein Einschlag unvermeidlich werden, kann man unsere Erde vor den möglichen Auswirkungen bewahren. Die Rettung könnte die sogenannte „PI-Methode“ bringen. „Pulverize It“ ist der entscheidende Befehl, der sich hinter der Abkürzung „PI“ versteckt. Und genau das soll passieren: Man will den Asteroiden in Tausend Teile zerlegen – ähnlich also wie die kürzlich gestartete NASA-Mission, die mithilfe einer Sonde einen Asteroiden abschießen will. Nach dem Einsatz würden sich der Wissenschaftler zufolge die Bruchstücke in der Atmosphäre auflösen. Gegebenenfalls könnten die Stücke ohnehin an der Erde vorbeifliegen.

Einschlag von Asteroid: Darum könnte Strategie zur planetaren Verteidigung doch noch scheitern

Dass die Umsetzung der planetaren Verteidigung durchaus eine Herausforderung darstellt, ist offensichtlich. Viele Tests müssten dem Vorhaben vorausgehen. So schreibt der Spiegel etwa davon, dass eine solche Explosion vorher getestet werden müsste. Das wohl größte Problem ist hier jedoch kein technisches Hindernis: Ein Einsatz, wie ihn die Wissenschaftler aus den USA planen, verträgt sich einfach nicht mit dem Gesetz. Hier greift das Verbot von Atomtests, das ein solches Unterfangen unmöglich zu machen scheint. Benötigt eine Rettung der Menschheits- und Erdgeschichte eines Tages tatsächlich jene Maßnahmen, will sich die Wissenschaft mit der Politik an den Tisch setzen. Die Astronomie hofft zumindest auf einen Kompromiss, der eine planetare Verteidigung möglich macht.

Bunker sollen Überleben der Menschheit retten, wenn Asteroid einschlägt

Findet man übrigens keinen Kompromiss – wenn ein Asteroid also scheinbar wirklich nicht zu stoppen ist – sei die Welt noch immer nicht vom Aussterben bedroht. In der Universität Santa Barbara weiß man: Auch im schlimmsten Szenario gibt es noch eine letzte Strategie, die es zu ergreifen gilt. Die Antwortet lautet: Bunker „unter Wasser oder im Untergrund“. Konkret sagen die Wissenschaftler: „Die Aufnahme von Leben unter Wasser oder im Untergrund wäre eine kluge, auf Zivilschutz basierende Strategie, um das Überleben der Menschen und anderer Spezies zu sichern.“ *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Auch interessant

Kommentare