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Asteroid mit Raumsonde abwehren: NASA-Mission gestartet

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Von: Christian Einfeldt

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Am Mittwoch, 24. November 2021, startete die NASA ihre erste Mission zur planetaren Verteidigung: Die DART Sonde fliegt gezielt in einen Asteroiden.

Washington D.C. – Was, wenn der Einschlag eines Asteroiden unmittelbar bevorsteht? Ein hypothetisches Gedankenspiel und dennoch ein Schreckensszenario, auf das die Erde vorbereitet sein sollte. Seit längerer Zeit ist klar, dass die NASA und ESA mittels einer Sonde einen Rettungsplan gegen Asteroiden entwickelt haben*.

US-Bundesbehörde für Raumfahrt und Flugwissenschaft:NASA
Hauptsitz:Washington, D.C., Vereinigte Staaten
Gründer:Dwight D. Eisenhower
Gründung:29. Juli 1958, USA

Und mittlerweile sind es nur noch zwei Tage, bis Weltraumsonde der die größte Weltraumbehörde zu einer historischen Reise aufbricht: Am Mittwoch, 24. November 2021, bahnt sich die Raumsonde der NASA-Rettungsaktion ihren Weg Richtung All. Nach Informationen von heise.de wird sie rund neun Monate unterwegs sein, ehe die Sonde auf den Asteroiden trifft. Mit der Mission möchte die Weltraumbehörde den Ernstfall proben. Kann mithilfe einer Raumsonde eine Asteroideneinschlag verhindert werden?

NASA Sonde soll direkt in Asteroid fliegen: DART Mission startet am 24. November 2021

Im Interview mit dem Online-Portal „heise.de“ schildert Wissenschaftlerin Elena Adams den NASA-Einsatz DART-Mission gegen Asteroideneinschläge. Dazu zählen die erhofften Erfolgsaussichten wie die gefürchteten Gefahren im Einsatz der Weltraumsonde gegen den Asteroiden. Als Mission System Engineer ist sie über die Hintergründe der Mission bestens informiert. Wenn aus Science Fiction Wirklichkeit wird: Berichte über Asteroiden, die sich der Erde nähern, gibt es viele. Zu nennen seien an dieser Stelle etwa Asteroid 2021 PT, laut NASA größer als der Big Ben oder Asteroid Bennu, der lange Zeit die Erde bedrohte.

DART-Mission gegen Einschlag von Asteroiden: NASA-Weltraumsonde lenkt Asteroid aus der Bahn

Von den drohenden Himmelskörpern ging bislang keine Gefahr aus. Dass diese potenzielle Sorge die Wissenschaft dennoch plagt, zeigt nun die DART-Mission der NASA. Im Ernstfall eines Asteroideneinschlags will die Erde vorbereitet sein. Deshalb wagt die Weltraumagentur zum ersten Mal den Versuch einer planetaren Verteidigung gegen einen Asteroiden. Wie Adams bestätigt, ist eines bereits im Vorfeld der Mission klar: „Auf jeden Fall nicht panisch werden! Denn es gibt mittlerweile Möglichkeiten, das Problem zu lösen und die Dart-Sonde soll dies demonstrieren.“

NASA Sonde für Asteroiden-Beschuss startet im November – im Herbst 2022 soll sie Ziel treffen

Ein gezielter Aufprall sollte reichen, um den Asteroiden aus seiner Bahn zu werfen, sind sich die Verantwortlichen sicher. Die DART-Weltraumsonde soll diesen Beweis nun also erbringen. Das Ziel ist das Asteroiden-System „Didymos“. Einem System, bestehend aus Asteroid „Didymos“ und seinen kleinen Mond „Dimorphos“. Damit der Asteroid seine Umlaufbahn ändert, soll jetzt sein Mond angeschossen werden.

Angesprochen auf die Details der DART-Mission spricht Adams zunächst von einem zweigeteilten Experiment. Am Mittwoch, dem 24. November 2021, startet die Reise. Daraufhin folgt ein rund neunmonatiger Flug der Sonde durch den Weltraum. Um verifizieren zu können, ob die DART-Mission im Herbst 2022 tatsächlich auf dem Asteroiden einschlägt, lenken die Forscherinnen und Forscher die Geschicke von der Erde aus – Teil Zwei des Experiments. Mithilfe des gleichen Hilfsmittels, namentlich eines bodengestützten Teleskops, beobachtet die Weltraumagentur schon bald den Asteroiden.

Ziel der DART Mission: Umlaufbahn von Didymos‘ Asteroid durch Beschuss mit Raumsonde ändern

Wie sehr wurde die Bahn durch den Beschuss der Raumsonde DART-Mission von Didymos‘ Asteroid verändert? Die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler rund um Adams beschäftigt genau diese Frage. Relevant ist auch die Lichtkurve des Asteroiden – wann wird das Licht heller und dunkler. Für eine genaue Bemessung gibt es für die NASA also vieles zu beachten.

Das Foto stellt die Weltraummission der ESA dar.
Bevor die „Hera“-Mission der ESA startet, schießt die NASA zur planetaren Verteidigung eine Raumsonde Richtung Weltraum. © IMAGO / ZUMA Wire

Doch die harte Arbeit könnte sich schon früh auszahlen: Wie Adams gegenüber Online-Portal heise.de berichtet, sollen innerhalb von nur zwei Monaten, die ersten Daten Aufschluss geben – über den Asteroideneinschlag und inwiefern die Umlaufbahn des Asteroiden verändert wurde.

Asteroid: Form könnte NASA Probleme bereiten – die Herausforderungen der DART-Mission

Bei der DART-Mission stellen sich der NASA gleich mehrere Probleme. Das wohl größte betrifft die Reaktionszeit, die es für den Asteroid-Rettungsplan benötigt, um die Sonde in den Asteroiden zu lenken. Nach NASA-Berechnungen bleiben nur knapp vier Stunden, um die Raumsonde in die richtige Position zu bringen. Kleine zu erwartende Manöver könnten den Einsatz ein weiteres Mal erschweren.

Wann startet die DART-Mission der NASA?

Die DART-Mission startet am 24. November 2021. Gegen 00.30 Uhr (Eastern Time) schießt die NASA die SpaceX Falcon 9-Trägerrakete ins All.

Mit welchem Ziel befördert die NASA eine Raumsonde in den Weltraum? Ist das nötig?

Mittels einer Rakete schickt die NASA eine Sonde ins All, um den Asteroid-Satellit „Dimorphos“ aus seiner Bahn zu werfen. Nach NASA-Angaben sind bereits mehr als 27.000 erdnahe Asteroide identifiziert. Knapp 10.000 sind größer als 140 Meter. Für den Fall, dass ein Asteroid eine Gefahr darstellen sollte, möchte die NASA vorbereitet sein. Um den Asteroid-Satellit „Dimorphos“ aus seiner Bahn zu werfen, schickt die NASA eine Test-Sonde in den Weltraum.

Wie teuer ist die DART-Mission?

Die Summe der DART-Mission beläuft sich Medienberichten zufolge auf rund 330 Millionen Dollar.

Wann endet die Mission der NASA?

Läuft alles nach Plan der NASA, endet die Mission im Herbst 2022. Nach neunmonatiger Reise durchs All trifft die Sonde schließlich auf den anvisierten Asteroiden.

Ein weiteres Problem: Um das Aussehen von Didymos bestehen Zweifel. Ist er nun geformt wie ein Hundeknochen, siehe Asteroid Kleopatra oder doch eher wie Asteroid Apophis, dessen Wahrscheinlichkeit einer Kollision neu berechnet wurde*. Was ist also, wenn sie gar nicht den angepeilten Asteroiden treffen? Außerdem will die NASA den Asteroiden genau in seiner Mitte treffen? Was, wenn die Mitte des Asteroid nicht zu erkennen ist?

Asteroid mit Sonde aus der Bahn bringen – alternativ denkt NASA über Beschuss mit Atomwaffen nach

Im Zuge der planetaren Verteidigung gibt es vor allem eine viel diskutierte Strategie, der Einsatz von Bomben. Zuletzt hieß es, dass die NASA im Falle eines drohenden Asteroideneinschlags auch die Möglichkeit einer Atombombe in Betracht ziehen könnte. Diesbezüglich sagt nun Adams. „Es gibt die Idee, Bomben kontrolliert zu zünden, um Asteroiden damit zu zerstören.“ Dass die Idee, eher als Stoff für Science-Fiction, als für die Astronomie geeignet ist, weiß jedoch auch die Wissenschaftlerin.

Ohnehin sei ihrer Ansicht nach eine Bombe nur dann wichtig, wenn die Geschwindigkeit des Asteroid verändern werden soll. Für die am Mittwoch, dem 24. November 2021 stattfindende DART-Mission braucht es diese Überlegung jedenfalls nicht. Zuversichtlich ist Adams auch ohne Atombomben-Einsatz: „Ich würde sagen, wir würden nicht starten, wenn sie nicht in der Nähe von 95 Prozent läge. Aber höchstwahrscheinlich liegt sie noch höher“, so ihre abschließende Einschätzung gegenüber heise.de. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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