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Asteroid: NASA-Rettungsaktion mit Raumsonde gestern gestartet

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Von: Christian Einfeldt

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Erstmals soll eine NASA Sonde einen Asteroiden aus seiner Bahn schubsen. Die 330 Million-Dollar teure Mission „DART“ ist gestern gestartet.

Washington, D.C. – Die Beobachtung des Weltraums gehört für die NASA zum Tagesgeschäft. Der Weltall-Scan läuft auf Hochtouren. Doch selbst wenn die Astro-Forscher der NASA fast alle und mitunter auch gefährlichen Objekte wie den Asteroid Apophis, dessen Einschlag nun neu berechnet wurde, auf dem Radar hat – viel ausrichten konnten die Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen gegen eine potenzielle Kollision eines solchen Himmelskörpers mit der Erde nicht. Denn eine einsatzfähige Abwehrtechnik hatte die NASA bisher nicht zu entwickeln vermocht. Das soll sich nun mit der Mission, die noch im November 2021 starten wird, ändern.

US-Bundesbehörde für Raumfahrt und Flugwissenschaft:NASA
Hauptsitz:Washington, D.C., Vereinigte Staaten
Gründer:Dwight D. Eisenhower
Gründung:29. Juli 1958, USA

NASA Sonde soll Asteroid vom Kurs abringen – DART-Mission startet am 24. November 2021

Die NASA geht zur planetarischen Verteidigung über, erstmalig soll erprobt werden, einen Asteroiden mit einer Sonde aus seiner aktuellen Flugbahn zu „schubsen“. Die Mission startet in wenigen Tagen. Noch im November werden die Forscher und Forscherinnen der NASA zu der lange geplanten DART-Mission aufbrechen. DART steht für Double Asteroid Redirection Test, sowohl die ganze Mission als auch die eingesetzte NASA Sonde tragen den Namen. Das Science-Magazin „space.com“ spricht bereits von einer „einzigartigen Leistung“. Wie 24hamburg.de schon vor einigen Monaten berichtete, ist die Mission ein auf lange Sicht angelagter gemeinsamer Rettungsplan von NASA und ESA. Missionsziel ist nichts weniger, als eine verlässlich einsatzfähige Abwehr-Technik für sogenannte Erdbahnkreuzer zu etablieren.

Denn im Ernstfall will die NASA natürlich gewappnet sein. Eine NASA-Asteroid-Simulation beunruhigte unlängst die Wissenschaftler, weil sie deutlich zeigte: Würde tatsächlich gerade ein Asteroid oder Komet auf Kollisionskurs mit der Erde sein und in den nächsten zwölf Monaten einschlagen, wären die Weltraum-Behörden machtlos. Zwar präsentierte nicht nur Airbus einen Rettungsplan zur Asteroid-Abwehrtechnik – doch mehr als Theorie waren alle ambitionierten Abwehrpläne nicht.

NASA Sonde im Eisatz, um die Erde vor Asteroid-Einschlag zu bewahren: Gefahr ist real

Das wird sich nun endlich ändern. Auf der NASA-Konferenz zum offiziellen Prelaunch am Donnerstag, dem 4. November, erklärte Wissenschaftlerin und „DART“-Koordinationsleiterin Nancy Chabot den ersten Vorstoß zur planetaren Verteidigung: Mithilfe einer Raumsonde will die NASA einem „Asteroiden nur einen kleinen Schubs geben“. Die Folge wäre „eine große Änderung seiner zukünftigen Position“. In Anbetracht der vielen relativ erdnahen Himmelskörper wie der Asteroid Bennu, dessen Kollision wahrscheinlicher ist, als gedacht, wäre dies ein Meilenstein für die NASA. Schließlich wäre ein solcher Asteroid nach der verheißungsvollen Aktion nicht mehr auf Kollisionskurs mit der Erde.

DART-Mission der NASA ist ein nötiger Schritt: 27.000 erdnahe Asteroide sind bekannt

Nach NASA-Angaben sind bereits mehr als 27.000 erdnahe Asteroide identifiziert. Knapp 10.000 sind größer als 140 Meter. Einer von ihnen ist der Apollo-Asteroid 2021 PT, der laut der NASA gar größer ist, als der Big Ben. Die Sorge, dass ein Asteroid von seiner zuvor berechneten Flugbahn abkommen könnte, ist groß. Noch größer ist jedoch die Angst, dass man den entsprechenden Himmelskörper nicht einmal registriert. So geschehen, zuletzt am 31. Oktober 2021, als Asteroid „2021 UA1“ die Erde nur knapp verfehlte. Nicht einmal die NASA hatte den heraneilenden Asteroiden auf dem Schirm.

Das Foto zeigt die Folgen einer Asteroid-Kollision. Daneben das NASA-Logo.
Die „DART“-Mission der NASA soll die Flugbahn des Asteroid-Satelliten Dimorphos verändern. (Symbolbild) © dpa/ESA und IMAGO/imagebroker

Aufgrund dessen ist es für die NASA von großer Bedeutung, zunächst so viele Asteroide wie möglich zu sichten. Dazu will die NASA 2026 die Mission „Neo Suveyor“ starten. Mit dem Near-Earth Object Surveyor Weltraumteleskop sollen Gefahren aus dem All fortan schneller erkannt werden. Anschließend muss ihre jeweilige Flugbahn berechnet werden, um mögliche Gefahren in der Zukunft minimieren zu können. Sollte die Dystopie eines Science-Fiction-Blockbusters dann Realität annehmen, hätte die NASA das Worst-Case-Szenario mit der DART-Mission bereits erprobt – und hätte eine einsatzfähigen Abwehrplan.

Welcher ist der größte Asteroid?

Asteroid Ceres gilt mit rund 975 km Durchmesser als das größte Objekt im Asteroidengürtel.

Komet vs. Asteroid

Ein Komet beschreibt einen festen Körper bestehend aus Eis, Staub, Stein und gefrorenen Gasen. Im Vergleich zu Asteroiden – Trümmerteile aus Stein oder Eisen – unterscheiden sich Kometen dadurch, dass sie einen sichtbaren Kometenschweif hinterlassen. Dieser entsteht immer dann, wenn sich Kometen der Sonne nähern.

Meteorit vs. Komet

Meteorite sind Bruchstücke von Asteroiden oder Kometen. Sie entstehen nach einer Asteroid-Kollision oder entwickeln sich aus dem Staub eines Komentenschweifs. Im Weltraum heißen die Objekte zunächst Meteoroiden. Sobald sie in die Erdatmosphäre eintreten, nennt man sie Meteore. Durch die Reibung der Luft bringen sie Sternschnuppen hervor. Schlägt ein Meteor auf die Erde ein, wird er schließlich zum Meteorit.

Am 24. November 2021 startet NASA Sonde DART – Test-Asteroid soll im Herbst 2022 anvisiert sein

Versuchsobjekt wird der Asteroid-Satellit „Dimorphos“ sein. Wie seine Bezeichnung bereits vermuten lässt, handelt es sich dabei um ein Himmelskörper, der sich im unmittelbaren Orbit eines Asteroiden aufhält. In diesem Fall ist es der erdnahe Doppel-Asteroid „Didymos“. Da zwischen beiden Objekten eine gravitative Bindung herrscht, benennt die Wissenschaft den Satelliten auch als Asteroiden-Mond.

Bis die NASA wie im Bruce Willis-Epos „Armaggedon“ mit Raketen um sich schießt, dauert es allerdings noch ein wenig. Der Startschuss fällt am 24. November in Kalifornien. Um 00:30 Uhr Eastern Time (ET) bahnt sich die 330-Millionen-Dollar-Mission ihren Weg in die Weiten des Weltalls. Die SpaceX Falcon 9-Rakete wird ins All befördert – bis dann Didymos und Dimorphos anvisiert werden können, wird bereits Herbst 2022 sein. Während Dimorphos mit einer Breite von rund 160 Metern größer als das One World Trade Center ist, misst Didymos laut space.com gar eine Größe von 780 Metern.

Nach NASA Sonde startet 2024 auch die ESA Sonde „Hera“ als Teil des gemeinsamen AIDA-Projekts

Mit dem „Double Asteroid Redirection Test“ rückt also Teil Eins des sogenannten „Asteroid Impact & Deflection Assessment“-Auftrags in greifbarer Nähe. Während sich die NASA für die „DART“-Mission verantwortlich zeigt, soll im Jahre 2024 die „Hera“-Sonde ins All geschossen werden – Teil Zwei der Mission. Dieses Mal initiiert von der Europäischen Weltraumorganisation (ESA), um die Menschheit ein für alle Male vor den Gefahren von potenziellen Asteroid-Kollisionen zu bewahren. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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