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Asteroid könnte Erde unvorbereitet treffen: Wie sicher ist das NASA-Warnsystem?

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Für die NASA ist es ein großes Risiko: Sie kann Asteroiden nicht präzise genug erfassen. Warum das Warnsystem Lücken hat und wie gefährlich das ist.

Washington, D.C – Auf einen Asteroideneinschlag 2022 wäre die NASA wohl nicht vorbereitet. Nach Informationen des britischen Portals Daily Star, gebe es für erdnahe Asteroiden einen Weg, sich unbemerkt in unseren Orbit zu schleichen. Bereits vor wenigen Wochen, schlug die Nachricht hohe Wellen, ein Asteroid hätte, ohne zuvor auf dem Radar der NASA gewesen zu sein, nur knapp unsere Erde verfehlt. Könnten sich solche Szenen schon bald wiederholen? Die NASA entdeckt ein „Schlupfloch“ für Asteroiden – und kann erst spät reagieren.

US-Bundesbehörde für Raumfahrt und Flugwissenschaft:NASA
Hauptsitz:Washington, D.C., Vereinigte Staaten
Gründer:Dwight D. Eisenhower
Gründung:29. Juli 1958, USA

Asteroiden könnten jederzeit unbemerkt auf die Erde zurasen: NASA System erkennt Brocken nicht

Die Konsequenzen eines Asteroideneinschlags können verheerend sein. Das weiß man nicht erst seit einer beunruhigen NASA-Simulation über Asteroiden. Es ist eine Vielzahl an drohenden Himmelskörpern wie Kometen und Meteoriten, die die NASA tagtäglich wittert. Alleine in der ersten Januar-Woche 2022 waren 15 Asteroiden in Erdnähe. Darüber hinaus bereitet spätestens für 2023 der Asteroid Sorge, der auf Platz 1 der NASA-Risiokoliste steht – bereits nächstes Jahr könnte er einschlagen. Als wären es nicht schon genug potenzielle Hiobsbotschaften, hat die NASA jetzt ein weiteres Problem.

2019, so berichtet es Daily Star, war im Zuge neuester Erkenntnisse ein nicht ganz unwesentliches Jahr in der Forschung über mögliche Asteroideneinschläge. Ein 100 Meter großer Asteroid passierte die Erde. Lediglich 69.000 Kilometer lagen dazwischen. In der Astronomie, in der das Geschehen Fragezeichen hinterließ, stuft man diesen Abstand als eine verhältnismäßig geringe Distanz ein. Das eigentliche Problem aber war: Die NASA hatte den Asteroiden nicht auf dem Schirm – sprichwörtlich und konkret: Sie hat den Asteroiden einfach nicht gesehen.

Droht ein Asteroideneinschlag? NASA kann in der Nacht keine Asteroiden, Kometen und Meteoriten sichten

Nach drei Jahren konnte das vorherrschende Problem zumindest schon einmal konkret benannt werden. Objekte sämtlicher Art – sei es etwa ein Komet wie der 150-Kilometer-Brocken „2014 UN271“ oder gar ein Meteorit wie der brennende Himmelskörper, im Sommer 2021 in Norwegen eingeschlagen, – können in der Nacht vom Teleskop-System der NASA nicht richtig erfasst werden. Im Ernstfall eines drohenden Asteroideneinschlags kann die Raumfahrt also erst spät eingreifen. Ein zu hohes Risiko, das nun schnellstmöglich eingedämmt werden muss.

Asteroid verfehlt nur knapp die Erde – NASA bereitet sich auf Asteroideneinschläge vor nach Druck von US-Kongress

2019 geriet die NASA in Alarmbereitschaft. Wenig später schaltete sich auch noch der US-amerikanische Kongress ein. Drohende Gefahren aus dem Weltraum wie Asteroideneinschläge sollten fortan schneller aufgespürt werden. Eine Sichtung eines Asteroiden, die nur 24 Stunden im Vorfeld bestätigen werden kann, dürfe sich nicht noch einmal wiederholen. Beinahe das ganze All sollte die NASA scannen. Im Speziellem war die Rede von einer Ausbeute von 90 % aller Asteroiden, größer als 140 Meter.

Asteroid nähert sich der Erde.
Asteroiden könnten unbemerkt Richtung Erde fliegen – NASA-Teleskope können nachts keine Objekte erfassen. (Symbolbild) © IMAGO / agefotostock

Entsprechende Maßnahmen sollten den Risiken im All den Kampf erklären. Mit dem Anspruch, einen Asteroiden aus seiner Bahn zu werfen, startete die NASA ihre DART-Mission. 2024 begibt sich auch die Europäische Weltraumorganisation (ESA) Richtung All* und auch Airbus hat eine Idee zur Asteroiden-Verteidigung. Viele Medien berichteten bereits über die Verteidigungsmaßnahmen. Doch erst dank des Netflix-Films „Don‘t Look Up“, der die Sorge vor dem zufällig-entdeckten Kometen UN271 verstärkt, konnte das Szenario eines potenziellen Kometen- oder Asteroideneinschlags ins allgemeine Bewusstsein gerückt werden.

Asteroideneinschlag 2022: Astronom findet Fehler im NASA-System – Zuversicht bei Asteroiden-Sichtung

Für Professor Richard Wainscoa sind aktuelle Meldungen über drohende Asteroideneinschläge aus dem All, trotz deren Bissigkeit in den Schlagzeilen, kein Grund zur Verunsicherung. Der astronomische Leiter des Forschungsteams der Universität Hawaiis appelliert, Menschen sollten jetzt „nicht den Schlaf verlieren“.

„Für den Fall, dass wir etwas finden, das die Erde treffen wird, würden wir etwas dagegen tun“, so seine entschlossene Meinung, die auf Daily Star im Zusammenhang mit Einschlägen von Asteroiden, Kometen und Meteoriten zitiert wird.

Warum kann die NASA nachts keine Asteroiden und Co. sehen? Erdrotation spielt eine Rolle

Laut Wainscoat sei die hohe nächtliche Asteroiden-Anfälligkeit übrigens darauf zurückzuführen, „wie sich der Planet dreht und umkreist“. Die Grundlage würde bei Forscherteams den Eindruck erwecken, der Asteroid würde seinen Standort nicht verändern.

Für die Wissenschaft rund um Wainscoat und der NASA geht es nun darum, herauszufinden, wie eine präzisere Asteroiden-Identifizierung vorangetrieben werden kann, um mögliche Asteroideneinschläge auf der Erde frühzeitig zu erkennen. Zuversichtlich und doch demütig, sagt Wainscoat: „Wir haben noch einen weiten Weg vor uns. Sobald wir mehr als 90 % katalogisiert haben, wird die Zahl, die sich aus dieser Richtung an uns heranschleichen kann, gering sein.“ *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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