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Asteroid löschte Dinosaurier aus: Nur wenige Sekunden später und sie könnten noch leben

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Von: Christian Einfeldt

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Ein Asteroid ist schuld, dass die Dinosaurier ausstarben. Hätte die Kollision nur wenige Sekunden später stattgefunden, könnten die Dinos womöglich noch heute leben.

Chicxulub Pueblo, Mexiko – Vielleicht waren sie einfach nur zur falschen Zeit am falschen Ort: Als vor 66 Millionen Jahren ein folgenschwerer Asteroid auf die Erde einschlug, kostete es den Dinosauriern ihre Existenz. Die Kollision, die mutmaßlich das mexikanische Chicxulub Pueblo erreichte, erschütterte Flora und Fauna. Besonders bitter: Wäre der 15-Kilometer-Asteroid nur eine halbe Minute früher oder später eingeschlagen, wäre der Erde eine globale Katastrophe erspart geblieben.

Reptilien:Dinosaurier
Zeitliches Auftreten:Obertrias bis Oberkreide (235 bis 66 Mio. Jahre)
Fundorte:Weltweit
Wissenschaftlicher Name:Dinosauria

Asteroiden-Einschlag: 30 Sekunden früher oder später und die Dinosaurier hätten überlebt

Weder Asteroid Apophis, der der Erde immer näher kommt, noch einem 800-Meter-Asteroid, der sich im Dezember 2021 im Erdanflug befindet, wird eine solche Gefahr attestiert. Geht es darum, wie zerstörerisch ein Asteroid-Einschlag sein kann, wird immer wieder ein Vorfall vor 66 Millionen Jahren zitiert. Natürlich geht es um den Asteroid, der das Aussterben der Dinosaurier zu verantworten hat. Ob Pech oder Schicksal: Nach Informationen von fr.de hätte jener Tag vor Millionen von Jahren kaum schlimmer ablaufen können.

Wäre der Asteroid nur eine halbe Minute früher oder später eingeschlagen, wäre er mutmaßlich irgendwo im Meer gelandet. Umweltkatastrophen wie Tsunamis oder Feuer wären die Folge gewesen. Doch eines ist klar: Eine Katastrophe, wie sie heute in Geschichtsbücher der Vorzeit nachzuvollziehen ist, hätte die Erde sicherlich nicht zu fürchten gehabt.

Im Astronomie-Fachblatt „Nature“ erklärten Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler, welche Faktoren für das Aussterben der Dinosaurier ausschlaggebend waren. Auffällig ist, dass weder die Größe des Asteroid, Geschwindigkeit noch seine Wucht entscheidend waren. Maßgeblich war demzufolge einzig und allein der Ort der Erd-Kollision sowie der Einschlagwinkel. Im Zuge dessen scheint es auch fraglich, welche Gefahr Asteroid Bennu wirklich darstellt. Auch die mutmaßliche Bedrohung von Asteroid 2021 PT, laut NASA größer als der Big Ben, gilt es noch einmal zu überprüfen.

Dinosaurier beobachten, wie ein Asteroid auf die Erde einschlägt.
Nach Asteroiden-Einschlag: Dinosaurier starben vor 66 Millionen Jahren aus. (Symbolbild) © IMAGO/StockTrek Images und IMAGO/Science Photo Library

Asteroiden-Kollision brachte der Erde einen „globalen Winter“ – Dinosaurier starben

Das Forschungsteam rund um Joanne Morgan und Sean Gulick nannten 2017 Details, die den Vorfall vor 66 Millionen Jahren, weiter einzuordnen versuchen. Dass womöglich ein Asteroid schuld war, ist schon lange Konsens. Seit wenigen Jahren scheint das Rätsel ums Aussterben der Dinosaurier jedoch vollständig gelöst*. So haben die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler herausgefunden, dass der Asteroid in Gesteinsschichten mit einem hohen Anteil an Kohlenwasserstoffen und Schwefel eingeschlagen haben muss.

Die Teilchen wurden mit dem Einschlag in die Luft geschleudert und vermischten sich mit Wasserdampf. Die Folge: Ein „globaler Winter“ – so bezeichnet BBC das Ereignis. Ausschlaggebend sei eine Rußwolke gewesen, die so dicht gewesen sei, dass es für die Sonne schlichtweg unmöglich war, die Erde mit Licht und Wärme zu erreichen.

Asteroid erschütterte vor 66 Millionen Jahren Flora und Fauna – „Hätte vermieden werden können“

Gegenüber BBC bekräftigte Evolutionsbiologe Ben Garrod das womögliche Szenario. Wäre der Asteroid in den Atlantischen oder Pazifischen Ozean eingeschlagen, „wäre die Wolke weniger dicht gewesen und Sonnenlicht hätte noch immer die Erdoberfläche erreichen können“. Kurzum: „Das, was als nächstes passierte, hätte vermieden werden können“.

Was für Konsequenzen der historische Asteorid-Einschlag für Flora und Fauna hatte, ist erstaunlich: „Auf dieser kalten, dunklen Welt gab es in den Ozeanen binnen einer Woche keine Nahrung mehr und kurz darauf auch nicht an Land. Ohne etwas zu essen irgendwo auf dem Planeten hatten die gewaltigen Dinosaurier kaum eine Chance zu überleben“, fasst Garrod die Auswirkungen zusammen.

Wie lange es dauerte, bis die Dinosaurier schließlich ausstarben, lässt sich heute nur schwer rekonstruieren. Forscher Ken Lacovara spricht von einem äußerst kurzen Zeitraum – „das sind Tage, Wochen, vielleicht Monate“. „Aber es sind nicht Tausende von Jahren, es sind nicht Hunderttausende von Jahren. Im Kern ist es ein unmittelbares Ereignis.“ Ein Ereignis vor Millionen von Jahren, das mutmaßlich zwei Drittel der auf der Erde lebenden Arten ausgelöschte. *24hamburg.de und bw24.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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