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Asteroid löschte Dinosaurier aus – könnte Klima gerettet haben

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Von: Christian Einfeldt

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Ein Asteroideneinschlag verantwortete unter anderem den Tod der Dinosaurier. Dennoch wird ihm ein positiver Effekt nachgesagt: zur Begrenzung der Erderwärmung.

Chicxulub Pueblo, Mexiko – Vor 66 Millionen Jahren ereignete sich ein Vorfall, der in der Geschichtsschreibung bis heute einzigartig ist: Es war der Tag, als die Dinosaurier von einer Gefahr aus dem Weltraum bedroht wurden. Der Asteroideneinschlag sollte das Leben einer ganzen Spezies beenden. Das Interesse an eben jenem Ereignis ist auch im Jahr 2022, dem Jahr, dem Nostradamus womöglich einen Asteroideneinschlag prophezeit hatte, ungebrochen.

Forscherteams sammeln immer Puzzle-Stücke, die dem Vorfall Kontext geben. Die Erkenntnisse, die im Zuge dessen ans Tageslicht geraten, sind durchaus faszinierend. So weiß man mittlerweile, dass die Dinosaurier wohl noch leben könnten, wenn der Asteroid nur wenige Sekunden später eingeschlagen wäre. Die Forschung ist womöglich um eine weitere Einsicht reicher: Der Asteroideneinschlag könnte aller Voraussicht nach das Klima der Erde gerettet haben.

Reptilien:Dinosaurier
Zeitliches Auftreten:Obertrias bis Oberkreide (235 bis 66 Mio. Jahre)
Fundorte:Weltweit
Wissenschaftlicher Name:Dinosauria

Asteroid verantwortete den Tod der Dinosaurier – doch könnte das Klima der Erde gerettet haben

Auch wenn die Wissenschaft vor Kurzem den jüngsten Asteroiden-Krater entdeckt hat, ist der Chicxulub-Krater, gelegen im heutigen Mexiko, nach wie vor der spannendste. Nicht grundlos: So dokumentiert er den wohl bedeutsamsten Asteroideneinschlag aller Zeiten. Gleich mehrere Aspekte machen das Ereignis vor 66 Millionen Jahren zu einem spannenden Forschungsobjekt. Zum einen wäre da der Zeitpunkt des eintreffenden Asteroiden. Nach Berichten der Frankfurter Rundschau war es Frühling, als der Asteroid einschlug – der Grund, warum die Dinosaurier dem Untergang geweiht waren, andere Tierarten hingegen überlebten*.

Demnach hielten sich die Tiere der Nordhalbkugel der Erde gerade im Freien auf. Sie hätten sich fortgepflanzt und waren daher machtlos, dem Asteroiden zu entkommen. Die Tiere auf der Südhalbkugel hatten zum Zeitpunkt des Asteroideneinschlags jedoch Vorbereitungen auf den Winterschlaf getroffen. Einige Tiere konnten dem Einschlag trotzen.

.„Diese entscheidende Erkenntnis wird dazu beitragen, aufzuklären, warum die meisten Dinosaurier ausstarben, während Vögel und frühe Säugetiere dem Aussterben entgehen konnten“, sagt nun Forscherin Melanie During im Fach-Magazin „Nature“. Doch noch ein anderer Faktor beschäftigt die Wissenschaft – und die Anzeichen verdichten sich: Der verheerende Asteroideneinschlag von vor 66 Millionen Jahre könnte tatsächlich das Klima der Erde gerettet haben.

Asteroid löst fünfte Massensterben aus.
Ein Asteroideneinschlag vor rund 66 Millionen Jahren löste das fünfte Massensterben aus. (Symbolbild) © IMAGO/Science Photo Library

Asteroideneinschlag: Wie er zur Begrenzung der Erderwärmung beigetragen haben könnte

Vor 66 Millionen Jahre kündigte die Ankunft eines Asteroiden das fünfte Massensterben an. Fachkreise der Wissenschaft ordnen unserer aktuellen Zeit bereits das sechste Massensterben zu. Nicht unwesentlich ist diesbezüglich der menschengemachte Klimawandel. Als die Erde vor rund 66 Millionen Jahren von einem Asteroiden heimgesucht wurde, wurde die Erde, die eines Tages abkühlen könnte, hingegen immer wieder von Vulkanausbrüchen belastet.

Auch in der Zeit, als der besagte Asteroid die Erde getroffen hat, kam es wohl etwa zeitgleich zu einem Vulkanausbruch. Es ist die Rede von einer Region, die bis heute vom Vulkanismus gezeichnet ist: Dekkan-Trapp im Westen Indiens. Die Vorstellung, dass sich die Erde zeitgleich sowohl gegen einen Vulkanausbruch als auch einen massiven Asteroideneinschlag stemmen muss, mag schnell zur Apokalypse führen. Wie „National Geographic“ berichtet, verdichten sich heute jedoch die Zeichen, dass die Folgen des Vulkanausbruchs im heutigen Indien ohne den Asteroiden viel verheerender gewesen wären.

Dank des Einflusses des Asteroiden nahm die fatale Konsequenz des Vulkanismus also stückweise ab. Dass der Asteroid nochmals ganz andere irdische Probleme auslösen sollte, steht derweil auf einem anderen Blatt. Dem Asteroideneinschlag wird in Wissenschaftskreisen nach wie vor attestiert, den globalen Winter sowie die einstige Versauerung der Meere eingeleitet zu haben. Doch einen positiven Einfluss muss man ihn wohl zugutehalten: Ihm gelang es, die vom Vulkanausbruch freigesetzten Treibhausemissionen zu absorbieren. Infolgedessen kam es zu einer Begrenzung der Erderwärmung. Ein weiterer Grund, warum manche Tiere das fünfte Massensterben überleben sollten. *24hamburg.de und fr.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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