1. 24hamburg
  2. Welt

„Kosmischer Zwitter“ lässt Forscher staunen: „Eines von nur etwa 20 Objekten“

Erstellt: Aktualisiert:

Von: Joseph Scheppach

Kommentare

Asteroid (248370) 2005 QN173: Ein rätselhafter Himmelskörper.
Asteroid (248370) 2005 QN173: Ein rätselhafter Himmelskörper. © José Francisco Salgado/dpa/H. Hsieh (PSI)

Ein altbekanntestes Weltraum-Objekt verhält sich plötzlich anders als erwartet - und Forscher staunen.

Tuscon - Seit das Objekt im Jahr 2005 im Asteroidengürtel zwischen Mars und Jupiter entdeckt wurde, hält man es für einen Asteroiden. Gewöhnlich sind das kosmische Gesteinsbrocken, die keinen Schweif haben - im Gegensatz zu Kometen. Sie werden als „schmutzige Schneebälle“ beschrieben, weil sie aus Staub und lockerem Gestein bestehen, das von Eis zusammengehalten wird. Kommt ein Komet der Sonne näher, verdampft Eis – der für Kometen charakteristische, gasförmige Schweif entsteht.

Asteroid oder Komet: Das Rätsel der kosmischen Zwitter

Asteroiden und Kometen sind also völlig unterschiedliche astronomische Typen. Doch nun entdeckten Forscher, dass der alte Bekannte in keine der beiden Kategorien passen will – oder als „kosmischer Zwitter“ gleich in beide. Denn der Himmelskörper gast aus und hat einen Schweif gebildet. Diese unerwartete Aktivität sei auf eine Umwandlung von eisigem Material zurückzuführen, erklären die Wissenschaftler über (248370) 2005 QN173 - so der Asteroidenname, in dem sich das Entdeckungsdatum widerspiegelt.

Das mache aus dem Asteroiden einen sogenannten „Hauptgürtel-Kometen“, erläutert Henry Hsieh vom Planetary Science Institute (PSI)* in Tucson (Arizona) in einer Studie im Fachjournal Astrophysical Journal Letters. „Es ist eines von nur etwa 20 Objekten, die derzeit bestätigte oder vermutete Hauptgürtel-Kometen sind“, so der Forscher. Einige seien erst einmal in einem aktiven Stadium erspäht worden. Himmelskörper(248370) 2005 QN137 jedoch bereits mehrfach.

Asteroid raste an Erde vobei

Der kosmische Zwitter (248370) 2005 QN137 ist nicht der einzige Asteroid, den Forscher genau im Blick haben. Am 21. März raste der Asteroid 2001 FO32* an der Erde vorbei - im sicheren Abstand von zwei Millionen Kilometer. Seine Geschwindigkeit war mit knapp 125.000 Kilometern pro Stunde außergewöhnlich hoch. Der Grund: seine elliptische Umlaufbahn hatte ihn erst kürzlich recht dicht an der Sonne vorbeigeführt. Dabei wurde der Asteroid weggeschleudert und stark beschleunigt. *Merkur.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA

Auch interessant

Kommentare