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Asteroid flog an Erde vorbei – NASA wusste von nichts

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Ein Asteroid verfehlte die Erde nur knapp. Offenbar war sich die NASA der Gefahr durch „2021 UA1“ nicht bewusst. Das sind die Hintergründe.

Washington D.C. – Entkam die Erde am letzten Oktober-Sonntag 2021 nur haarscharf einer Katastrophe? Nur wenige Kilometer trennten unseren Heimatplaneten von einer Kollision mit dem Asteroid „2021 UA1“ – die potenziell folgenschwere Ausmaße gehabt hätte. Die NASA, zuletzt aufgrund einer Asteroid-Simulation beunruhigt, entdeckte die drohende Gefahr in Form des Asteroiden erst spät, hat also lange Zeit nichts gewusst. Der Vorfall wirft Fragen auf: Wie sicher ist die Erde wirklich, wenn es in der Wissenschaft scheinbar Beobachtungslücken gibt?

US-Bundesbehörde für Raumfahrt und Flugwissenschaft:NASA
Hauptsitz:Washington, D.C., Vereinigte Staaten
Gründer:Dwight D. Eisenhower
Gründung:29. Juli 1958, USA

Asteroid „2021 UA1“ verfehlte die Erde am 31-10.2010 um nur 3.000 Kilometer – NASA ahnungslos

Etwa 1.500 Menschen wurden verletzt, als im Jahre 2013 ein rund 20 Meter großer Asteroid in der russischen Stadt Tscheljabinsk einschlug. Geht es um eine drohende Asteroid-Kollision, fällt die Sprache immer wieder auf jenes Ereignis. Es war ein überraschender Vorfall. Niemand hatte die Gefahr prophezeit. Glück im Unglück für die russische Millionenstadt und all ihre Einwohner: Es handelte sich „nur“ um ein 20 Meter großen Brocken.

Wie fr.de vor wenigen Tagen berichtete, wäre unserem Heimatplaneten am vergangenen Sonntag, dem 31. Oktober 2021, beinahe ein ähnliches Schicksal zuteilgeworden. Vor kurzem klärte die NASA über einen bis zu 240 Meter großen Apollo-Asteroid auf. Raste ein ebenso großer wie erdnaher Brocken Richtung Erde? Tatsächlich handelte es sich um einen deutlich kleineren Asteroid, der wohl etwa nur zwei Meter groß war. Das Online-Portal „architekt.de“ verglich ihn in ihrer Berichterstattung passenderweise mit der Größe eines Kühlschranks. Nichtsdestotrotz: Der Asteroid „2021 UA1“ war am 31. Oktober der Erde näher, als es etwa der Mond jemals sein wird. Apropos: Wegen unseres Mondes warnte die NASA kürzlich vor mehr Überschwemmungen*.

Ein Asteroid nähert sich der Erde.
Am 31. Oktober 2021 entkam die Erde nur knapp einem Zusammenprall mit Asteroid „2021 UA1“. (Symbolbild) © IMAGO/agefotostock

Asteroid „2021 UA1“: Kollision mit der Erde am Sonntag nur knapp verfehlt – wie gefährlich wäre sie gewesen?

Vor rund 66 Millionen wurden die Dinosaurier durch die Kollision eines Asteroiden ausgelöscht. Ausgeschlossen, dass es der Menschheit bei einem potenziellen Zusammenprall mit Asteroid „2021 UA1“ ähnlich ergangen wäre. Nicht unwahrscheinlich ist etwa, dass er beim Eindringen in die Erdatmosphäre einfach verglüht wäre. Ein ähnliches Szenario eireignete sich im August 2021 Norwegen, als ein Meteorit in der Nähe von Oslo einschlug. So spricht die Astronomie von einem Meteorit, wenn etwa ein Asteroid, aus Richtung der Sonne, mit der Erde kollidiert und wenig später komplett verglüht.

Deutlich gravierender ist ein Erd-Zusammenprall mit einem Asteroiden von einer Größe von 100 Metern und aufwärts. Kollidiert etwa Asteroid Bennu, dessen Einschlagwahrscheinlichkeit laut der NASA höher ausfällt, als bisher angenommen, sind mit weltweiten Schäden zu rechnen. Schockwellen und Tsunamis können durch die einen Asteorid-Einschlag ausgelöst werden – ganz abgesehen davon, dass der Asteroid alles zerstören würde, worauf er träfe. Im Ernstfall will die NASA auf einen solchen Vorfall natürlich vorbereitet sein, um möglichst noch eine planetare Verteidigung durch Abwehr-Technik starten zu können.

NASA will mit Weltraumteleskop 90 Prozent aller Asteroide entdecken: 2026 startet die Mission „Neo Suveyor“:

Aufgrund dessen entwickelt die NASA gemeinsam mit der ESA eine Asteroid-Rettungsmission*, die auf einer gemeinsamen Abschuss-Technik basieren wird. Und auch Airbus arbeitet an einem Rettungsplan für die Entwicklung neuer Asteroid-Abwehrtechniken. „Wir glauben, dass wir jetzt technologisch genau an dem Punkt sind, an dem wir einen möglichen bedrohlichen Einschlag verhindern können“, sagte zuletzt ESA-Wissenschaftler Michael Küppers gegenüber „ingenieur.de“. Doch warum konnte der Asteroid „2021 UA1“ dennoch nicht rechtzeitig gesichtet werden? Dahinter steckt eine Ursache, die die NASA sowie die europäische Weltraumorganisation ESA wohl noch lange Zeit beschäftigen wird.

Darum wurde der Asteroid, der die Erde knapp verfehlte, nicht gesehen: Flugbahn entlang der Sonne

Der Asteroid bahnte sich seinen Weg entlang der Sonne. Für Wissenschaftler und Wissenschaftlerinnen ein Bereich des Weltraums, den sie nicht einsehen können. Noch ist es ein blinder Fleck für die Forschenden. 2026 will die NASA die Mission „Neo Suveyor“ starten. Mit dem Near-Earth Object Surveyor Weltraumteleskop sollen Gefahren aus dem All fortan schneller erkannt werden. „Es ist so konzipiert, dass 90 Prozent der Asteroiden mit einer Größe ab 140 Metern innerhalb eines Jahrzehnts nach dem Start des Teleskops entdeckt werden können“, sagte NASA-Forscher Mike Kelley – und könnte damit eine entscheidende Lücke im Asteroid-Beobachtungssystem der NASA schließen. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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