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Asteroid droht einzuschlagen – NASA will ihn mit Atombombe abwehren

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Was, wenn eine Asteroid-Kollision mit der Erde droht? Technik zu planetaren Verteidigung ist kaum vorhanden. Die NASA erwägt nun den Einsatz von Atombomben.

Washington, D.C., Vereinigte Staaten – In Filmtiteln wie „Armageddon“ ist die Methode längst erprobt. Um einen drohenden Asteroiden von seinem Kurs abbringen, greifen Wissenschaftler zum letzten Strohhalm: Eine Atombombe sprengt die sich anbahnende Gefahr in tausend Teile. Die Bedrohung ist gebannt. Dass Science-Fiction-Filme scheinbar auch zum Abbild der Realität werden könnten, zeigt nun eine Simulation der Nasa. Und tatsächlich könnte im Worst-Case wohl nur noch eine Atombombe die Menschheit und unseren Planeten schützen.

US-Bundesbehörde für Raumfahrt und Flugwissenschaft:NASA
Hauptsitz:Washington, D.C., Vereinigte Staaten
Gründer:Dwight D. Eisenhower
Gründung:29. Juli 1958, USA

Asteroid im Erdanflug: Ist Atombombe die Lösung? Kaum Technik zur planetaren Verteidigung vorhanden

Ein Asteroid rast auf die Erde zu. Ein Szenario, das im Alltag zwischen greifbaren Problemen wie Klimawandel und Corona-Pandemie erstmal recht abwegig erscheint. Kein Wunder. Bei Asteroid Apophis, dessen Einschlag neu berechnet wurde, sprachen die leitenden Wissenschaftler zuletzt von einer geringen Kollisions-Wahrscheinlichkeit. Auch die Flugbahnen anderer erdnaher Himmelskörper kann meist genauestens berechnet werden und gibt wenig Grund zur Sorge. Doch was passiert, sollten sich ein Asteroid, Meteorit oder anderer Himmelskörper allen Berechnungen widersetzt, weil er die Flugbahn ändert – und so plötzlich auf Kollisionskurs mit der Erde geht?

Oder, was wenn ein drohender Himmelskörper erst viel zu spät entdeckt wird, als dass noch Technik entwickelt werden könnte. Möglich ist dies, schließlich ist auch der Mega-Komet 2014 UN27 mit seinen 150 Kilometern Durchmesser unlängst nur zufällig entdeckt worden. Dass selbst die renommiertesten Raumfahrtbehörden in so einem Fall aktuell vor einer scheinbar unlösbaren Aufgabe gestellt wären, demonstrierte kürzlich erst eine Asteroid-Simulation, die NASA-Experten große Sorgen bereitete. Teil des sehr ernst genommenen Szenarios ist unter anderem ein gigantischer Asteroid, der bereits 2022 auf die Erde einschlagen könnte*.

Asteroid auf Kollisionskurs: Atombombe als drastisches Mittel – zahlreiche Teams forschen an Abwehr-Technik

Weltweit hoffen Forscher auf schnelle Lösungen. Um die drohende Gefahr von Asteroid Bennu zu bändigen, entwickelt China bereits eine innovative Abwehrtechnik. Während seitens NASA und ESA bereits eine gemeinsame Astreroid-Abschussmission läuft*, legte kürzlich auch das Unternehmen Airbus einen Asteroid-Rettungsplan vor. Nun melden sich die Wissenschaftler der NASA ein weiteres Mal zu Wort. Sie fordern im Worst-Case-Szenario den Einsatz von drastischen Mitteln. Ihre These: Nur noch eine Atombombe könnte die Menschheit vor dem Einschlag eines Himmelskörpers retten.

Ein Asteroid bewegt sich Richtung Erde. Ein Finger drückt auf einen Atomknopf.
Wenn aus Science-Fiction Realität wird: Eine Nasa-Simulation rät zum Einsatz von Atombomben. (Symbolbild) © dpa/Nasa/Jpl-Caltech/Handout und IMAGO/Panthermedia

Atombombe als letzte Rettung: Neue NASA-Simulation verrät Details zur Asteroid-Abwehr

Zu diesem Resultat kamen die NASA-Forscher, als sie im Zuge ihrer Computersimulation den fiktiven Asteroiden „2021 PDC“ untersuchten. Das Experiment versetzte die Wissenschaftler unter Zeitdruck. Denn in der Simulation wurde der Asteroid erst sechs Monate, bevor er mit der Erde kollidieren würde, entdeckt. Dass der Einsatz einer Atombombe in einem solchen Fall helfen könnte, wissen die Wissenschaftler rund um den Physiker Patrick King von der Johns Hopkins University schon länger.

So hat sich in der Wissenschaft die Erkenntnis schon länger durchgesetzt, dass eine Atombombe einen Asteroiden zerstören kann. Die Gefahr, dass die Trümmerteile nach einer solchen Mission auf der Erde landen könnten, ließ die Forscher jedoch lange Zeit an dieser Methode zweifeln. In der Simulation wagten sie sich dennoch an den Versuch. Wie spiegel.de berichtet, brachten sie einen 100 Meter langen Asteroiden mit einer Atombombe zur Detonation. Im Fachmagazin „Acta Astronautica“ legten sie wenig später ihr Modell und die Forschungsergebnisse offen.

Asteroid im Anflug auf die Erde mit Atombombe abwehren: Simulation zeigt Erfolgschancen

Beim fiktiven Einsatz einer Atombombe zur Asteroid-Abwehr beobachteten die Forscher verschiedene Szenarien. Jedes Mal änderte sich die Flugbahn der Asteroid-Überreste. Nun wissen die Wissenschaftler: „Wenn wir bei einem 100 Meter langen Flugobjekt mit Kurs auf die Erde mindestens einen Monat vor dem Einschlag zum nuklearen Schlag ausholen, können wir verhindern, dass mindestens 99 Prozent der Masse auf die Erde trifft“. Kings Worte gegenüber dem Fachportal Gizmodo könnten die NASA, die aktuell das Leben auf dem Mars erforscht, fürs Erste beruhigen. Eine Methode zur Asteroid-Abwehr scheint gefunden – auch wenn man dafür wie Bruce Willis in „Armageddon“ zur Atombombe greifen müsste. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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