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Asteroid: Schlägt Apophis 2068 auf die Erde ein? Das sagt die NASA

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Von: Christian Einfeldt

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Asteroid Apophis drohte im Jahr 2068 mit der Erde zu kollidieren. Er ist dem Planeten jetzt so nah gekommen, dass NASA-Eperten das Einschlag-Szenario neu berechnet haben.

Washington D.C./Darmstadt – Zunächst klang es wie ein Schreckensszenario aus einem Science-Fiction-Film: Ein Asteroid bahnt sich seinen Weg Richtung Erde und bedroht die Menschheit. Grund zur Sorge, dass aus Fiktion Wirklichkeit hätte werden können, machte lange Zeit der Asteroid Apophis, der plötzlich seine Flugbahn geändert hatte.

Asteroid:Apophis
Radius:185 m
Masse:2,699 × 10^10 kg
Datum der Entdeckung:19. Juni 2004

Dabei wurde Apophis ihm 2004 im Jahr seiner Entdeckung noch gar keine Bedrohung zugesprochen. Jahre später änderte sich das Blatt und es sah so aus, als trennten uns nur noch wenige Jahre von einem Einschlag, dessen Zerstörungskraft als 18 Mal so stark wie eine Nuklear-Explosion vorhergesagt wurde. Nun die Entwarnung: Die Weltraumbehörden der NASA und ESA nehmen Asteroid Apophis von der Liste der gefährlichen Objekte aus dem All. Eine Kollision mit der Erde sei nach aktuellen Berechtigungen unwahrscheinlich. Dennoch kommen bereits jetzt erste Zweifel auf.

Einschlag von Apophis drohte für 2068, weil Asteroid die Flugbahn geändert hat

Der gigantische Asteroid größer als der Eiffelturm bahnt sich weiter seinen Weg. 17 Jahre lang wurde er von Weltall-Experten zu einem der wichtigsten Forschungsgegenstände erklärt. Der Fokus auf den gefährlichen Brocken aus dem All kommt nicht von ungefähr. Der nach dem ägyptischen Gott für Chaos benannte Asteroid schien in den letzten Jahren eine große Gefahr darzustellen.

Zweimal sollte der Asteroid unserer Erde bedrohlich nahekommen. Zeuge davon können Menschen wohl bereits am 13. April 2029 werden. Experten zufolge wird der Asteroid Apophis dann nämlich mit bloßem Auge zu sehen sein. Schon früh ergaben die Asteroid-Erforschungen allerdings, dass er dann aber noch zu weit entfernt sei, um eine Gefahr auszustrahlen.

Anders sah es lange für das Jahr 2068 aus. Eine Kollision würde etwa 900 Megatonnen Energie freisetzen. Dies würde der größten Nuklearexplosion, die jemals vom Menschen verursacht wurde, entsprechen – multipliziert mal 18. Im Gegensatz zu einem anderen Asteroiden, der Experten zufolge 2022 einschlagen könnte*, soll Apophis der Erde in Zukunft aber doch nicht gefährlich werden.

Ein Asteroid nähert sich der Erde.
Doch keine Kollision mit der Erde: Astroiden-Forscher geben Entwarnung. © imago

Asteroid Apophis kommt Erde so nah, dass NASA und ESA zukünftigen Einschlag neu berechnen können

Ab einer Größe von 50 Metern erachtet die Nasa eine bewusste Ablenkung von Asteroiden als Bekämpfungs-Strategien der Gefahren aus dem All. Bis vor kurzem stand der Asteroid Apophis lange Zeit ganz oben auf der von Nasa und Esa entwickelten Liste für Asteroid-Beschüsse*.

Nun scheint jedoch die Gefahr gebannt. So ergaben ihre Forschungen, dass der Asteroid trotz veränderter Flugbahn auch in Zukunft zu weit von der Erde entfernt sei, um sie bedrohen zu können. „Mit der heutigen Streichung von Apophis von der Gefahrenliste schließen wir ein sehr lehrreiches Kapitel in der Geschichte der planetaren Verteidigung“, sagte ESA-Forscher Juan Luis Cano im März.

Möglich waren die präzisierten Beobachtungen, da Apophis bereits am 6. März an der Erde entlang flog. Der Asteroid war 17 Millionen Kilometer von der Erde entfernt. Trotz seiner großen Entfernung, die in etwa die 44-maligen Strecke zwischen der Erde und des Mondes entspricht, kamen die Forscher zu einer genauen Messung.

Die Flugbahn von Apohis könnte sich schnell erneut ändern – mit Kurs auf die Erde

Eine Kollision in den nächsten einhundert Jahren sei damit also endgültig vom Tisch. Dennoch gibt es Vorbehalte. Das wissen auch die Nasa-Forscher, die wegen einer Nasa-Simulation in großer Sorge sind*. So ist die Gefahr durchaus vorhanden, dass sich die Asteroiden-Laufbahn erneut ändert. Sollte sich sein Weg mit einem Planeten kreuzen, würde selbst der kleinste Zusammenstoß einen großen Einfluss auf seinen weiteren Pfad haben.

„Es kann mal ein Asteroid auftauchen, den wir noch nicht auf dem Schirm haben“

Darüber hinaus gibt es aber noch ein weiteres Problem: „Wir kennen leider nicht alle gefährlichen Objekte dort draußen, es kann mal ein Asteroid auftauchen, den wir noch nicht auf dem Schirm haben“, sagte kürzlich Astronom Rainer Kresken, Leiter der Starckenburg Sternwarte in Heppenheim. Umgekehrt auf dem Schirm aufgetaucht ist dagegen erst neulich eine „zweite Erde“, die Göttinger Forscher entdeckt haben. Diese und die Asteroiden werden also noch lange Thema bei den Weltraumbehörden sein. Doch auch rückblickend ist der Blick auf die Himmelskörper spannend: Forscher haben zum Beispiel entdeckt, dass Asteroiden-Einschläge auf der Erde häufiger sind, als bisher angenommen. Es bleibt also immer spannend. 24hamburg.de und tz.de sind Angebote von IPPEN.MEDIA.

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