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Asteroid Apophis ist 2029 näher als Weltraum-Satelliten – Sonde soll auf ihm landen

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Asteroid Apophis ist 2029 näher als Weltraum-Satelliten. Koreanische Forscher wollen mit einer Sonde auf ihm landen. Es sei eine „beispiellose Gelegenheit.“

Daejeon, Südkorea – Eine Aufzählung aller mutmaßlichen Bedrohungen aus dem Weltraum war lange Zeit ohne den Asteroiden Apophis undenkbar. Die „Liste der potenziell gefährlicher Objekte“ („potentially hazardous object“), erstellt von der NASA, sammelt alle Gefahren aus dem All. Wie realistisch ein vermeintliches Schreckensszenario tatsächlich ist, steht auf einem anderen Blatt. Die Wissenschaft versteht die meisten der erdnahen Asteroiden mehr als aufschlussreichen Forschungsgegenstand, denn als ständige Bedrohung. Zwischenzeitlich galt Apophis kurz als gefährlich, weil er von seinem Weg abgekommen war. Allmählich läuft jedoch alles wieder in geregelten Bahnen – und könnte der Astronomie entscheidende Impulse im Falle eines tatsächlichen Asteroid-Einschlags geben. Darum könnte Asteroid Apophis nun so wichtig für die Wissenschaft sein.

Asteroid:(99942) Apophis
Entdeckt von:R. Tucker, D. J. Tholen, F. Bernardi
Entdeckt am:19. Juni 2004

Asteroid Apophis kommt der Erde am nächsten – Forscher starten 2027 bedeutende Mission

Seine Nähe zur Erde und seine Größe machten Asteroid Apophis „potenziell gefährlich“. Ein Attribut, das er sich auch mit Asteroid Nereus teilt. Einem Asteroiden, der sich seit dem 11. Dezember 2021 in der Erdumlaufbahn befindet. Auch der Asteroid, der womöglich größter ist als der Big Ben, sei laut der NASA ähnlich zu bewerten. Geht es um Apophis schien ein potenzielles Einschlagszenario alleine aus einem Grund wahrscheinlicher als für die meisten anderen Brocken aus dem All: Asteroid Apophis hatte seinen Orbit verlassen und scheinbar urplötzlich drohte eine Kollision für das Jahr 2068.

Um Endzeitfanatiker*innen den Wind aus den Segeln zu nehmen, sah sich die NASA gezwungen, die Wahrscheinlichkeit eines potenziellen Einschlags von Asteroid Apophis neu zu berechnen. Das Ergebnis: Der Asteroid kommt der Erde 2029 und 2068 am nächsten – jedoch ohne zu kollidieren. Das weiß auch das „Astronomy and Space Science Institute“ Südkoreas. Der 13. April 2029, der Tag, an dem Apophis der Erde am nächsten sein wird, könnte jedoch aus einem anderen Grund bedeutend für die Wissenschaft sein. Nach Informationen des Online-Portals cnet.com spricht auch die NASA bereits jetzt von „einer beispiellosen Gelegenheit“.

Asteroid Apophis: Wissenschaftler*innen schicken Raumsonden ins All

Natürlich wäre es übertrieben, die Anzahl der Asteroiden mit der Anzahl an Rettungsplänen gleichzusetzen. Dennoch lohnt sich ein Blick auf die Bestrebungen der Raumfahrt: Im Falle eines Asteroid-Einschlags entwickelt Airbus eine ungewöhnliche Strategie, die NASA möchte gar eine Atombombe im Kampf gegen Asteroiden einsetzen und unlängst startete die DART-Mission der NASA: Eine Sonde soll einen Asteroiden „umlenken“. Eben diese DART-Mission könnte in wenigen Jahren zeigen, inwiefern die Menschheit tatsächlich gewappnet ist, sollte eines Tages ein Asteroid einschlagen.

Ein Asteroid fliegt Richtung Erde.
Asteroid Apophis ist der Erde am 13. April 2029 am nächsten. (Symbolbild) © IMAGO / agefotostock

Asteroid Apophis soll laut Berichten von cnet.com 2029 der Erde näher sein, als etwa Raumsonden oder Weltraumsatelliten. Da von ihm keine Gefahr ausgehen wird, spricht die Wissenschaft von optimalen Bedingungen, um Asteroid Apophis mal etwas genauer unter die Lupe nehmen zu können. Möglich sei laut dem südkoreanischen Forschungsteam, dass nach der DART-Mission der NASA weitere Maßnahmen an ihm erprobt werden.

Asteroid Apophis ist „eine wissenschaftliche Kuriosität“ – Forscher wollen auf ihm landen und Proben nehmen

Die Mission der koreanischen Raumfahrt startet bereits weit bevor Asteroid Apophis seinen erdnächsten Punkt erreicht. Ende 2027 schickt das Forscherteam eine Raumsonde ins All, die den Asteroiden im Bestfall bereits im Januar 2029 auf seinem Weg begleiten soll – wenig später zischt er dann unmittelbar an der Erde vorbei. Untersucht werden soll, inwiefern seine geringe Distanz zur Erde die Grundstruktur des Asteroiden verändern könnte. Wie cnet.com berichtet, ist für die Forschung auch die Gravitationskraft unserer Erde wesentlich.

Eine Messung jener Daten genügt dem Forscherteam rund um Wissenschaftler Young-Jun Choi jedoch nicht. Sie wollen diese „Gelegenheit für Astronomen, eine Nahaufnahme eines Reliktes des Sonnensystems zu erhalten“ – so bezeichnete die NASA die Situation laut cnet.com zu Beginn des Jahres – nutzen. Weiter heißt es seitens der größten Weltraumbehörde, dass Asteroid Apophis „keine unmittelbare Gefahr für unseren Planeten darstellt“ – dafür umso mehr „eine wissenschaftliche Kuriosität“.

Asteroid Apophis soll Erkenntnisse zur Abwehr von Einschlägen liefern

Ähnlich wie die NASA, im Zuge ihrer Mars-Forschung, wollen die südkoreanischen Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler auf dem ehemals „potenziell gefährlichen“ Asteroiden Apophis landen – jedoch nicht, ohne der Menschheit hinterher eine Probe des Brockens liefern zu können. Was passiert, wenn die Schwerkraft des Asteroiden auf die Gravitation der Erde trifft? Welche Strategien zur Asteroiden-Abwehr sind im Ernstfall wirklich sinnvoll? Die Forschung beschäftigt sich eindringlich mit diesen Fragen und könnte daher für die Wissenschaft kaum bedeutender sein. Dabei wird nun also der gute alte Apohis zum Verbündeten. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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