Neue Tagesthemen-Sprecherin

Aline Abboud im Portrait: Die Neue bei den ARD-Tagesthemen

  • Anika Zuschke
    VonAnika Zuschke
    schließen

Die Halblibanesin Aline Abboud wird das neue Gesicht der ARD-Tagesthemen. Was steckt hinter der jungen Journalistin, die vom ZDF ins Erste wechselt?

Berlin – Aline Abboud ist ab August 2021 das neue Gesicht der ARD-Tagesthemen. Vorher war die junge Fernsehmoderatorin vor allem aus den Nachrichten beim ZDF bekannt. Am Montag, 21. Juni 2021, wurde ihr Wechsel zwischen den öffentlich-rechtlichen Anbietern publik gemacht. Was steckt hinter der neuen Moderatorin? Ein Portrait.

Aline Abboud:Journalistin, Fernsehmoderatorin und Redakteurin
Geburtstag:23. Januar 1988
Geburtsort:Ost-Berlin, Pankow
Start bei der ARD als Tagesschau-Sprecherin:1. August 2021

Chefredakteur der ARD-aktuell – und damit ihr zukünftiger Chef – Marcus Bornheim beschreibt Aline Abboud als „eine hervorragende Moderatorin, die sowohl klassische Nachrichtensendungen als auch Social-Media-Nachrichtenformate für eine junge Zielgruppe moderieren kann“, berichtet die Rheinische Post. Sie sei nicht nur eine Expertin für den Nahen Osten, sondern damit ebenso eine journalistische Verstärkung für das ganze Tagesthemen-Team.

Abbouds Familie und ihr Lebenslauf: So passen die beiden Aspekte zusammen

Aline Abboud wurde am 23. Januar 1988 in Ost-Berlin, Pankow, als die Tochter eines libanesischen Fotografen und einer deutschen Apothekerin geboren. Im Jahr 2007 legte sie ihr Abitur am Carl-von-Ossietzky-Gymnasium ab und studierte anschließend bis 2013 Arabistik an der Universität Leipzig.

Während ihres Studiums absolvierte sie Auslandsaufenthalte in Istanbul und Beirut. Auf diese Weise und durch viele Sommer, die sie im Libanon verbracht hat, eignete sich Abboud Wissen um die Geschehnisse und Kulturen im Nahen Osten an.

Alles über Aline Abbouds Herkunft

Ihr Vater wanderte im Jahr 1982 in die DDR ein, um dem im Libanon herrschenden Bürgerkrieg und Armeedienst zu entgehen. Momentan steckt das Land schon seit über einem Jahr in einer der größten Wirtschafts- und Finanzkrisen seiner Geschichte.

Abbouds Vater studierte nach seiner Umsiedelung in Deutschland, wo er ihre Mutter kennenlernte. Die neue Tagesthemen-Sprecherin stellt sich der Süddeutschen Zeitung zufolge aus dem Grund gerne als „Halblibanesin mit Ostberliner Migrationshintergrund“ vor.

Von einer Karriere bei Printmedien über Hörfunk und Fernsehen – Abboud hat als Journalistin alles schon gesehen

Beruflich stieg Aline Abboud anhand von Praktika in das Journalisten-Leben ein: Diese absolvierte sie während ihres Studiums bei nationalen und internationalen Printmedien, Hörfunk- sowie Fernsehsendern. Ab 2014 begann sie dann ein Volontariat im Deutschen Bundestag im Bereich TV-Parlamentsfernsehen und Onlinedienste, worauf 2016 die erste Festanstellung beim ZDF folgte. In der Zeit arbeitete sie Seite an Seite mit der ZDF-Moderatorin Shakuntala Banerjee.

Aline Abboud wird die neue Sprecherin der Tagesthemen.

Im zweiten öffentlich-rechtlichen Programm startete die junge Journalistin als Social-Media-Redakteurin und Redaktionsassistenz. Dabei war sie für die Sendung „ZDFdonnerstalk“ zuständig, die von Dunja Hayali in Berlin präsentiert wird.

Bereits im Oktober desselben Jahres wechselte sie in die Nachrichtenredaktion „heute“ als Redakteurin für „heute Xpress“ nach Mainz. Dort moderierte sie unter anderem das Online-Angebot „DIE DA OBEN!“ mit Jan Schipmann, das als funk-Format bei YouTube und Facebook ausgespielt wird.

Wechsel von ZDF zu ARD-Tagesthemen: Abboud als Nachfolgerin von Pinar Atalay

Trotz einiger Format-Wechsel ist die Halblibanesin dem ZDF bis zum August 2021 immer treu geblieben. Am 21. Juni wurde Abbouds Wechsel zum Konkurrenten ARD bekannt gegeben. Damit wird sie als Nachfolgerin von Pinar Atalay neben Ingo Zamperoni und Caren Miosga die täglichen Tagesthemen moderieren.

Abbouds Vorgängerin Pinar Atalay wechselt zum privaten Sender und Konkurrenten RTL – genauso wie der langjährige Ex-Tagesschau-Sprecher Jan Hofer. Linda Zervakis verließ die Tagesschau für den privaten Anbieter ProSieben. Da kommt die Frage auf: Machen die öffentlich-rechtlichen Anbieter etwas falsch?

Tatsächlich wird gemunkelt, dass viele Tagesschau-Sprecher ihrem Arbeitgeber aufgrund der Bezahlung den Rücken zukehren. Angeblich erhalten diese maximal 257 Euro pro Sendung. Es ist zu hoffen, dass die ARD Aline Abboud als Tagesthemen-Sprecherin halten kann – sie ist übrigens die erste in der DDR geborene Frau auf diesem Posten.

Aline Abboud privat: Hat die Journalistin einen Freund, eine Freundin oder ist sie sogar verheiratet?

Über ihr Privatleben hält Aline Abboud nicht öffentlich Haus. So ist nicht bekannt, ob sie einen Freund oder eine Freundin hat oder sogar bereits verheiratet ist. Neben ihrer Auskunft zu einem Partner macht Abboud ebenfalls nicht öffentlich, ob sie Kinder hat. Auch berufliche Informationen hält die 33-jährige Journalistin lieber zurück: Über ihren neuen Job möchte sie mit anderen Medien erst sprechen, wenn sie ihre Aufgaben beim ZDF voll erfüllt hat, berichtet die Süddeutsche Zeitung. Das soll ihr gutes Recht sein.

Journalistin Abboud ist auch auf mehreren Social Media-Kanälen vertreten

Aus ihrem privaten Instagram-Account „alineabboudtv“ geht hervor, dass die Fernsehmoderatorin ein Fan der deutsch-libanesischen Fusionsküche ist. Dort begleitet sie ihre 10.000 Abonnenten ohne Einfluss ihrer Arbeitgeber durch ihren beruflichen und privaten Alltag. Auch auf Facebook postet die junge Journalistin regelmäßig Updates aus ihrem Leben.

Privat ist Aline Abboud sozial sehr engagiert: Unter anderem sitzt sie im Beirat der gemeinnützigen „Cadid Foundation“, die sich für zivilgesellschaftliche Projekte im Nahen Osten einsetzt. Außerdem nimmt sie an dem Dialogprojekt „Triff mich!“, das von Tagesschau-Sprecher Constantin Schreiber 2019 ins Leben gerufen wurde, teil.

Das Projekt hat sich zum Ziel gesetzt, Vertrauen in die Arbeit von Journalisten zu stärken – beide Projekte scheinen also eine Herzensangelegenheit von der zukünftigen Tagesthemen-Sprecherin zu sein. * 24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

Rubriklistenbild: © Silas Stein/dpa/picture alliance

Das könnte Sie auch interessieren

Mehr zum Thema

Kommentare