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Lebensmittel, Urlaub, Tanken: Wo der Verbraucher für den Ukraine-Konflikt zahlt

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Von: Robin Dittrich

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Gerade erst konnten sich Verbraucher von der Erhöhung der Strom- und Gaspreise erholen. Schon droht die nächste Preis-Explosion – bald auch bei Lebensmitteln und dem Urlaub?

Hamburg – Der Konflikt zwischen Russland und der Ukraine betrifft nicht nur beide Staaten, sondern die ganze Welt. Bei einem möglichen Einmarsch russischer Truppen in die Ukraine kommt es wohl zum Krieg. Die Auswirkungen eines solchen Schrittes sind nicht auszumalen. Auch Deutsche Verbraucher könnte ein Krieg härter treffen. Preise im Supermarkt und beim Bäcker könnten in die Höhe schnellen. Das betrifft insbesondere Weizenprodukte.

Konflikt zwischen:Russland & Ukraine
Mögliche Preiserhöhung:Weizenprodukte
Preis pro Tonne Weizen:281,50 Euro

Ukraine-Konflikt: Mögliche Preiserhöhung auf Weizenprodukte in Deutschland

Deutsche Verbraucher hatten bereits zu Jahresbeginn zu kämpfen. Strom- und Gastanbieter zogen ihre Preise massiv an, deshalb wurde es auch an der Zapfsäule teurer. Die Benzinpreise sind so hoch wie nie, nur 2012 waren sie auf einem ähnlichen Niveau. Doch das könnten in naher Zukunft nicht mehr die einzigen Baustellen sein, durch die das Portemonnaie immer schmaler wird. Insbesondere die Preise für Weizenprodukte könnten in die Höhe schnellen*. Auslöser sind die zwei größten Weizenhändler der Welt.

Verkäuferinnen in einer Bäckerei, Fluggäste auf einem Flughafen, ein Aufwärtstrend-Pfeil und Euro-Scheine
Weizenprodukte und Flugreisen in Deutschland könnten durch den Ukraine-Konflikt teurer werden. (24hamburg.de-Montage) © Nicolas Armer/Boris Roessler/Karl-Josef Hildenbrand/dpa/imago

„Russland und die Ukraine sind verantwortlich für 30 Prozent des weltweiten Weizenhandels“ sagt Marcel Fratzscher vom Deutschen Institut für Wirtschaftsforschung gegenüber ntv. Eine Eskalation des Konflikts zwischen Russland und der Ukraine könnte zu einem sofortigen Lieferstopp von Weizen nach Deutschland führen. Doch noch durchgeführte Lieferungen könnten so teuer werden, dass Deutschland ebenfalls auf die eigene Weizenproduktion zurückgreifen könnte und müsste.

Auch Interessant: Wie man teuren Gas- und Strompreisen entkommt.

Der Preis für Weizenprodukte könnte steigen – was auch noch teurer werden könnte

Im Zuge der Finanzkrise 2008 fiel der Preis für eine Tonne Weizen auf unter 125 Euro ab. In den letzten Jahren schwankte er meist zwischen 150 und 200 Euro. Im Jahr 2021 ging der Preis auf über 300 Euro hoch, aktuell liegt er bei 281,50 Euro pro Tonne. Durch einen Wegfall der Importe aus Russland und der Ukraine müsste Deutschland verstärkt auf die eigene Produktion zurückgreifen. Das wäre nicht so tragisch, wie es im ersten Moment klingt. Über 20 Millionen Tonnen Winterweizen wurden im Jahr 2020 nur in Deutschland geerntet.

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Auch Importe aus Polen und Tschechien könnten in naher Zukunft erhöht werden. Trotzdem ist es wahrscheinlich, dass einige Preise im Supermarkt und beim Bäcker in nächster Zeit ansteigen. Betroffen sind insbesondere Weizenprodukte wie Nudeln und Brötchen. Ob eine starke Erhöhung gerechtfertigt wäre, ist fraglich. Der Herstellungspreis pro Brötchen würde sich für Bäcker bei einer Erhöhung der Weizenpreise nur minimal steigern. Bäcker und Supermärkte könnten die entstehende Panik durch den Konflikt jedoch zu ihren Gunsten nutzen.

Ukraine-Konflikt: Auch Flugpreise und Urlaub können teurer werden

Eine weitere deutliche Preissteigerung ist im ersten Moment für viele wohl nicht direkt nachvollziehbar – Fliegen könnte teurer werden. Die Flugzeug-Route über Russland und die Ukraine ist bei Fluglinien beliebt. Durch einen möglichen Krieg müssten Flugzeuge alternative und längere Routen nehmen. Im Flugverkehr könnten die Preise für Flüge, die eigentlich über das Schwarze Meer gehen würden, deshalb massiv ansteigen. Zudem befinden sich die Preise für Kerosin auf dem höchsten Kurs seit 2014, was Ticketpreise zusätzlich steigern wird. * 24hamburg.de und kreiszeitung.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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