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Gasumlage einfach erklärt: Wie viel Verbraucher künftig zahlen müssen

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Von: Steffen Maas

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Ab 1. Oktober kommt die neue Gasumlage. Doch was bedeutet das und welche Kosten kommen jetzt auf Verbraucher zu?

Berlin/Hamburg – Die Bundesregierung hat sich geeinigt, die Tinte ist trocken: Die angekündigte Gasumlage kommt am 1. Oktober. Sie soll die Mehrkosten der Gasversorger auf viele Schultern verteilen. Unter anderem: Die Schultern der Verbraucher. Für die steigen die Energiekosten also ab Oktober erneut – die nächste Belastung nach den gestiegenen Preisen durch die Inflation. Bundeswirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) nannte die Entscheidung zur Gasumlage „keinen leichten Schritt“. Sie sei notwendig, damit die Gaslieferanten nicht pleitegehen – und somit gar kein Gas mehr in deutschen Haushalten ankommen würde.

Name:Bundesministerium für Wirtschaft und Klimaschutz
Gründung:23. Oktober 1917
Haushaltsvolumen:10,43 Milliarden Euro
Leitung:Robert Habeck (Grüne)

Gasumlage: Warum müssen die Unternehmen überhaupt entlastet werden?

Der Notfall ist durchaus verständlich: Der russische Präsident Wladimir Putin nutzt Gaslieferungen als Erpressungsmittel, damit europäische Staaten den Widerstand gegen seinen Angriffskrieg in der Ukraine aufgeben. Statt des vergleichsweise günstigen russischen Gases müssen Importeure jetzt auf die Suche nach neuen Quellen gehen. Aufgrund der hohen Nachfrage und des geringeren Angebotes ist dieses alternative Gas vor allem eins: teuer.

Gaszähler mit Euromünze.
Auf jede Kilowattstunde kommt ab Oktober noch Geld drauf – die Gasumlage kommt. (Symbolfoto) © Christian Ohde/Imago

Mit der Gasumlage will die Regierung dafür sorgen, dass diese Mehrkosten zum großen Teil von Verbrauchern getragen werden. Keine beliebte Idee, aber: Die Alternative wäre, dass die Gasversorger sich den Rohstoff nicht mehr leisten könnten oder zahlungsunfähig würden. Dann käme gar kein Gas mehr nach Deutschland und Lieferketten in der Wirtschaft würden zusammenbrechen und Privathaushalte auf dem Trockenen sitzen.

Gasumlage ab Oktober 2022: Wie teuer wird es für den Verbraucher?

Verständnis schön und gut. Doch wie teuer wird es für den Verbraucher? Das ist aktuell noch nicht in letzter Deutlichkeit klar, weil es vom Preis abhängt, den die Unternehmen für das alternative Gas letztendlich zahlen. Wirtschaftsminister Habeck hatte zuvor geschätzt, die Umlage werde sich auf 1,5 bis 5 Cent pro Kilowattstunde belaufen.

Das Vergleichsportal Verivox hat laut dem Spiegel für verschiedene Haushaltsgrößen folgende Rechnungen aufgestellt:

Bundesregierung: Mehrwehrtsteuer auf Umlage soll vermieden werden

Bei diesen Berechnungen ist allerdings noch die Mehrwertsteuer enthalten. Die Bundesregierung arbeitet jedoch mit Hochdruck an einer Lösung, die Gasumlage von der Mehrwertsteuer zu entkoppeln. Aus dem Wirtschaftsministerium hieß es, man wolle vermeiden, mit der unbeliebten Maßnahme auch noch die Staatskassen zu füllen.

Auf die Umlage eine Mehrwertsteuer zu erheben, wäre falsch.

Robert Habeck (Grüne), Bundeswirtschaftsminister, gegenüber dem Tagesspiegel

Beim Thema Steuern ist jedoch das Finanzministerium zuständig. Streitigkeiten gibt es jedoch nicht, das FDP-geführte Ministerium unterstützt den Wegfall der Mehrwertsteuer ebenfalls. Ohne die Steuer würde ein Single-Haushalt laut Verivox zwischen 14 und 48 Euro weniger zahlen, der Zwei-Personen-Haushalt zwischen 34 und 114 Euro und der Haushalt im Einfamilienhaus zwischen 57 und 190 Euro.

Klar ist, dass die Gasumlage ein weiter Anreiz für Verbraucher ist, über das Ausmaß ihres Energieverbrauches nachzudenken. Denn die Rechnung ist einfach: Wer weniger Gas verbraucht, zahlt ab Oktober auch weniger Gasumlage. In der Hansestadt Hamburg hatte Umweltsenator Jens Kerstan (Grüne) die Bevölkerung unlängst gebeten, den täglichen Verbrauch auf den Prüfstand zu stellen und zu reduzieren.

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