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Dieser Winter wird anders: Keines der Vorhersage-Modelle simuliert „normalen“ Verlauf

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Von: Andreas Apetz

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In den vergangenen Jahren blieb Deutschland im Winter weitestgehend frei von Schneefall. Wie sieht es im Winter 2022/23 aus? Eine Wetterprognose.

Frankfurt – Der Winter kommt und Deutschland zittert erwartungsvoll: Während in der jüngsten Vergangenheit die ganze Nation um ihre „weiße Weihnachten“ getrauert hat, käme nun, angesichts der steigenden Heiz- und Energiekosten, ein wärmerer Winter sehr gelegen. Doch wie sehen die Wettervorhersagen der Meteorologen für den Winter 2022/23 aus?

Schon jetzt hat das Jahr 2022 in Deutschland Rekorde aufgestellt: Von Januar bis Ende Oktober ist es so warm gewesen wie noch nie in fast 140 Jahren Wetteraufzeichnung. Der Rekordwert liegt laut dem Deutschen Wetterdienst (DWD) bei einer durchschnittlichen Temperatur von 11,8 Grad Celsius. In Deutschland seien neun der zehn wärmsten Perioden von Januar bis Oktober im 21. Jahrhundert aufgetreten, teilte der DWD nun weiter mit.

Wetter im Winter in Deutschland: 2022 ist ein Rekordjahr

Schnee in Hamburg
Ein Mitarbeiter der Hamburger Stadtreinigung streut nach leichtem Schneefall Salz. (Archivfoto) © Christian Charisius/dpa

Wie sich das Wetter im Winter entwickelt, sei laut Deutschem Wetterdienst nur schwer vorherzusagen. „Dem Winter ist es völlig egal, wie der Sommer gewesen ist [...]. Da hängt nichts zusammen“, sagt auch Meteorologe Dominik Jung von wetter.net. Trotzdem gibt es bereits erste Wettermodelle, die eine Prognose für den Winter 2022/23 in Deutschland wagen, berichtet fr.de.

Winter 2022/23 in Deutschland: Das sagen die Wetterprognosen

Verschiedene Wettermodelle haben den Winter in Europa und Deutschland bereits simuliert. Die berechneten Daten sind allerdings kein klassischer Wetterbericht. Vielmehr geben die Berechnungen Aufschluss darüber, ob die kommenden Monate tendenziell wärmer oder kälter ausfallen, als in der Vergangenheit. Als Vergleichswert wird üblicherweise der klimatische Mittelwert aus den Jahren 1961 bis 1990 herangezogen.

MonatTemperatur (vgl. 1961 bis 1990)Temperatur (vgl. 1991 bis 2020)
Dezember+1,0 bis +3,0 Grad+0,0 bis +2,0 Grad
Januar+1,0 bis +3,0 Grad-0,4 bis +1,6 Grad
Februar+1,0 bis +3,0 Grad-0,1 bis +1,9 Grad

Was sagt nun die Winterprognose? Egal ob NASA, DWD, das europäische Langfristmodell oder das Climate Forecast System, sie alle sind sich einig: Der Wettertrend der steigenden Temperaturen, wird sich wohl auch im Winter fortsetzten. Keines der Vorhersage-Modelle simuliert einen „normalen“ Winter. Zwischen Dezember und Februar ist von einem positiven Temperaturaufschwung zwischen +1,0 bis +3,0 Grad auszugehen. Das bedeutet, dass es ein bis drei Grad Celsius wärmer sein wird, als noch zwischen 1961 und 1990. Im Vergleich zu den vergangenen 30 Jahren zeichnet sich ebenfalls ein Trend zu höheren Temperaturen ab.

Wetter im Winter 2022/23: Gibt es Schnee in Deutschland?

Zwar fallen Dezember, Januar und Februar wärmer aus als „normal“, doch besteht trotzdem eine Chance auf Schneefall, oder sogar weiße Weihnachten? Meteorologin Corinna Borau von wetter.com hält Schneeflocken im Dezember in Deutschland für äußerst unwahrscheinlich. Dagegen spreche neben der höheren Temperaturen auch der geringe zu erwartende Niederschlag. „Wenn der Monat insgesamt eher trocken und zu mild aussieht, dann sind keine Schneemassen zu erwarten“, so Borau. Ein weiterer Wetterexperte hält hingegen einen „krassen Absturz“ der Temperaturen, passend zu Heilig Abend, für durchaus möglich.

Auch der Januar wird nach Meinung der Meteorologin keine „Schneebombe“. „Aber auch das Durchschnittswetter im Januar bedeutet Frost und Schnee, nur insgesamt ist der Monat wohl oft geprägt von Hochdruckphasen“. Nach Meinung von Borau werde sich der Januar aber trotzdem „nach Winter anfühlen“. Da es weiterhin trocken bleibt, sei Schnee allerdings nur vereinzelt zu erwarten. Im Februar stehen die Chance aufgrund steigender Niederschläge zwar nicht gut, aber besser als in den Vormonaten. (aa)

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