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Wie teuer wird Gas 2023? Kosten könnten sich verdreifachen

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Von: Bona Hyun

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Wie geht es weiter mit der Gas-Krise in Deutschland? Die Preise werden in den kommenden Monaten stark steigen. Doch wie teuer wird es wirklich?

Hamburg – Die Gaspreise sind derzeit so hoch wie noch nie. Verbraucher müssen sich im nächsten Jahr auf noch höhere Abschläge einstellen. Laut Einschätzung der Bundesnetzagentur könnten sich die Gaspreise bis 2023 verdreifachen. Bereits jetzt verdoppeln sich die Abschläge bei der Heizkostenabrechnung – dabei seien die Folgen des Ukraine-Kriegs noch gar nicht berücksichtigt worden, wie der Präsident der Behörde, Klaus Müller, dem Redaktionsnetzwerk Deutschland mitteilte. Zusätzlich wird ab dem 1. Oktober auch noch die Gasumlage auf die Verbraucher zukommen. Im schlimmsten Fall könnte sich das Gas außerdem stark verknappen.

Stadt in Deutschland:Hamburg
Fläche:755,2 km²
Höhe:3 m
Bevölkerung:1,841 Millionen (2019)

Gaspreise so hoch wie noch nie: Bis 2023 verdreifachen sich Kosten für Verbraucher

Bis 2023 werden die Gaspreise für Verbraucher nochmals teurer. Müller hält es für „absolut realistisch“, dass Kunden, die derzeit 1500 Euro jährlich für Gas zahlen, 4500 Euro zahlen müssten. Zwar käme die Preiserhöhung nicht sofort, doch irgendwann würde dieser Anstieg erfolgen, so Müller gegenüber dem RND. Deshalb sei sinnvoll, jetzt bereits Sparmaßnahmen für Gas- und Stromversorger zu ergreifen. Von Heizen mit Strom als Alternative ist auf jeden Fall abzusehen, da die Stromkosten derzeit das Dreifache der Gaspreise betragen.

Geldscheine und ein Gasherd
Gaspreise werden sich bis 2023 verdreifachen. Ab dem ersten Oktober kommt dann auch die Umlage. © Patrick Pleul/dpa

Verteuerung der Gaspreise bis 2023: Keine Tarifangebote für Neukunden in Hamburg

In Hamburg haben sich die Gaspreise für Neukunden stetig nach oben entwickelt. Besonders schwer wird es im Winter wohl für Bewohner in Altbauten, da sie die höchsten Heizkosten zahlen müssen. Die hohen Gaspreise wirken sich auch auf Hamburger Gasversorger auf. Das Hamburger Unternehmen Lichtblick nimmt seit dem ersten Juli keine Neukunden für Ökogas mehr an, sagte eine Sprecherin auf Abendblatt-Anfrage. Auch E.ON Energie hat bestimmte Tarife aus ihrem Angebot genommen.

Hohe Gaspreise für Verbraucher – ab dem 1. Oktober kommt auch die Gasumlage

Teurer wird es zudem für alle Verbraucher, weil sie ab dem 1. Oktober die Gasumlage bis zum ersten April 2024 zahlen müssen. Zuletzt hatte Wirtschaftsminister Robert Habeck (Grüne) die Umlage auf 1,5 bis 5 Cent pro Kilowattstunde geschätzt. Laut Berechnung des Vergleichsportals Verivox müsste ein Single-Haushalt Mehrkosten von 89 bis 298 Euro tragen – bei einem Jahresverbrauch von 5000 Kilowattstunden. Zwei-Personen-Haushalte würden bei einem Verbrauch von 12.000 Kilowattstunden zwischen 214 und 714 Euro im Jahr mehr zahlen. Für Einfamilienhäuser lägen die Mehrkosten zwischen 357 und 1190 Euro – beim Verbrauch von 20.000 Kilowattstunden im Jahr.

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Mit der Gasumlage sollen die Versorger die gestiegenen Kosten an die Verbraucher weitergeben. Müller entgegnete dem Redaktionsnetzwerk, dass die Umlage eine politische, gut abzuwägende Entscheidung sei. Es gäbe zudem die Möglichkeit, Preise durchzugeben und direkt denen zu helfen, „die sich nicht mehr tragen können“.

Gaspreise 2023 dreimal so teuer – droht auch Gasverknappung? „Größten Krise, die wir je hatten“

Könnte im schlimmsten Fall auch ein Gasmangel eintreten? Von dieser Befürchtung sieht Müller ab. Deutschland werde weiterhin mit Gas versorgt werden – zum Beispiel aus Norwegen, aus Belgien oder Holland. Er halte es für unwahrscheinlich, dass gar kein Gas bei den Menschen ankommen werde. Arbeitgeberpräsident Rainer Dulger sieht das anders. „Wir stehen vor der größten Krise, die das Land je hatte“, wird er von der Süddeutschen Zeitung zitiert. Auf Dauer könnte Russland die Gaslieferungen ganz einstellen, was die deutsche Wirtschaft vor ernste Problemen stellen würde.  

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