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Wie hoch das Kinderkrankengeld ist und wie die Auszahlung funktioniert

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Kinderkrankengeld bekommen Eltern, wenn das Kind krank zu Hause ist. Es kann bis zu 100 Prozent des entgangenen Nettogehalts abdecken.

Hamburg – Wer krank ist, lässt sich krankschreiben. Man bekommt weiter Lohn und nach sechs Wochen wird von der Krankenkasse Krankengeld gezahlt. Wenn das Kind krank ist, wird die Sache etwas komplizierter. Denn dafür gibt es das Kinderkrankengeld, das Eltern unterstützen soll, die wegen erkrankter Kinder nicht zur Arbeit gehen können.

LeistungKinderkrankengeld
Wie viele Tage im Jahr für Elternje Elternteil 30 bis 65 Tage
Wie viele Tage im Jahr für Alleinerziehende60 bis 130 Tage
Summe90 bis 100 Prozent vom Nettogehalt, maximal 116,38 Euro am Tag
Antragbei gesetzlicher Krankenkasse mit Attest oder Bescheinigung

Da sich in Zeiten der Corona-Pandemie die Fälle häuften, in denen Eltern wegen erkrankter Kinder oder geschlossener Kitas und Schulen nicht arbeiten konnten, wurden die Kinderkrankengeld-Gesetze erweitert. Noch bis April 2023 gilt daher die verlängerte Regelung mit doppelt so vielen Kinderkrankentagen.

Kinderkrankengeld: Was ist das?

Wenn Kinder krank sind, können die Eltern es in den meisten Fällen nicht allein lassen und einfach zur Arbeit gehen. Dass man sich bei einem kranken Kind Urlaub nehmen muss, ist aber auch nur ein Mythos, der sich hartnäckig hält.

Tatsächlich stehen Eltern im Jahr sogenannte Kinderkrankentage zu, an denen sie zu Hause bleiben können, wenn das Kind krank ist. Zwar wird ihnen an diesen Tagen kein Lohn ausbezahlt, dafür gibt es von der gesetzlichen Krankenkasse aber das Kinderkrankengeld, das bis zu 90 Prozent des entgangenen Nettoarbeitsentgelts beträgt. Wer in den zwölf Monaten zuvor einmalige Zahlungen wie Weihnachtsgeld bekommen hat, bekommt sogar 100 Prozent, maximal jedoch 116,38 Euro am Tag (im Jahr 2023).

Kind mit Kuscheltier krank im Bett, Teetasse und Nasenspray und eine Geldbörse mit Geldscheinen
Wenn Eltern bei kranken Kindern zu Hause bleiben müssen, bekommen sie Kinderkrankengeld. (24hamburg.de-Montage) © Annette Riedl/dpa & IMAGO Images/Westend61

Gesetzlich krankenversicherte Eltern haben wegen der Corona-Pandemie noch bis zum 7. April 2023 Anspruch auf jeweils 30 Kinderkrankentage pro Kind, Alleinerziehende auf 60 Tage pro Kind. Sollte es im Haushalt mehr als zwei Kinder geben, besteht der Anspruch für einen Elternteil aber nur für 65 Arbeitstage, bei Alleinerziehenden für maximal 130 Tage.

Kind krank: Wann besteht Anspruch auf Kinderkrankengeld?

Die Regelung des Kinderkrankengeldes greift einerseits dann, wenn ein Kind krank ist, aber auch in einigen weiteren Ausnahmen. Noch bis einschließlich 7. April 2023 zählt es auch, wenn ein Kind aufgrund einer pandemiebedingten Kita- oder Schulschließung oder der Schließung einer Behinderteneinrichtung zu Hause bleiben muss. Auch die Schließung einzelner Gruppen oder Quarantäne von Klassen, eingeschränkter Zugang zu diesen Einrichtungen, die Entbindung vom Präsenzunterricht oder andere behördliche Schließungen von Kitas, Schule & Co. reichen aus, um Kindertagegeld zu bekommen.

Das Gleiche gilt, wenn das Kind wegen eines Schnelltestergebnisses nicht in die Betreuung oder zur Schule gehen kann.

Kinderkrankentagegeld: Welche Voraussetzungen müssen erfüllt sein?

Kinderkrankengeld gibt es für Kinder bis zu einem Alter von 12 Jahren, bei Kindern mit einer Behinderung, die auf Hilfe angewiesen sind, gibt es keine Altersbeschränkung.

Auch wenn Eltern im Homeoffice arbeiten, können sie Kinderkrankengeld beantragen, sofern sie an dem Tag durch die Betreuung tatsächlich am Arbeiten gehindert sind und Lohn ausbliebt. Eine doppelte Zahlung ist nicht möglich.

Die Kinderkrankentage können Eltern auch als einzelne Tage und flexibel nehmen, allerdings sind Kinderkrankentage aus gesetzlicher Sicht nicht zwischen Elternteilen übertragbar. Wer einen flexiblen Arbeitgeber hat, kann unter Umständen aber mit diesem über eine Übertragung der Tage sprechen.

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Kinderkrankentage sind ganze Tage und können nicht etwa nur für einen halben Arbeitstag oder einige Arbeitsstunden genommen werden. Außerdem gilt diese Regelung nur für gesetzlich Versicherte. Wenn ein Elternteil privat versichert und das Kind ebenfalls privat mitversichert ist, besteht kein Anspruch. Allerdings kann dann unter Umständen ein Entschädigungsanspruch nach dem Infektionsschutzgesetz geltend gemacht werden.

Kind ist krank zu Hause: Wie bekomme ich Kinderkrankentagegeld?

Wenn das Kind zu Hause bleiben muss, gibt es verschiedene Möglichkeiten, das Kinderkrankengeld zu bekommen. Es wird bei der Krankenkasse beantragt, was meist einfach online erledigt werden kann. In einem Krankheitsfall ist ein ärztliches Attest vorzulegen.

Sollte der Grund für den Antrag eine Kita-, Schul- oder Betreuungsschließung von behördlicher Seite aus sein, dann ist von der Betreuungseinrichtung eine Bescheinigung auszufüllen, die dem Antrag beigefügt werden muss. Für diese Bescheinigung gibt es ein Musterformular zur Beantragung von Kinderkrankengeld des Bundesfamilienministeriums.

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