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„Hallo Mama“: WhatsApp Betrug extrem erfolgreich – so schützen Sie sich

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Von: Kevin Goonewardena

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Neuer WhatsApp Betrug kursiert in Deutschland. Masche extrem erfolgreich. Alleine 700 Geschädigte in Hamburg. So schützen Sie sich.

Hamburg – Jede positive neue Möglichkeit hat auch eine Kehrseite und so ist es nicht verwunderlich, dass mit jedem neuen digitalen Angebot, auch die Bedrohung immer neuer krimineller Machenschaften in unser Leben Einzug erhält. Die Erfahrung einer nicht erhaltenen oder in einem anders als beschriebenen, schlechten Zustand befindlichen, Ware, die online gekauft wurde, dürften viele gemacht haben. Ärgerlich – keine Frage, aber nichts gegen Schäden von Tausenden Euro und mehr, die aktuell mal wieder durch Betrug über den Messanger WhatsApp entstehen. Verschiedene Medien berichten aktuell von erhöhtem Aufkommen solcher Fälle. Betroffen von der WhatsApp-Betrugsmasche sind alle Regionen Deutschlands.

Name:WhatsApp
Application:Instant-Messanger
Gegründet:2009
Entwickler / in Besitz von:Meta Platforms (bis 2014: WhatsApp Inc.)
Anzahl Nutzer weltweit:rund 2 Milliarden

WhatsApp Betrug 2022: Alleine 700 Fälle in Hamburg – Schäden in Millionenhöhe

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Die Polizei Hamburg meldete alleine im Norden etwa 700 Fälle von WhatsApp-Betrügereien für den Monat Juni 2022 in der Hansestadt. Insgesamt seien so mehr als 500.000 Euro erbeutet worden. Auch in anderen Regionen Deutschlands ergibt sich ein ähnliches Bild. So weiß der Bayerische Rundfunk auf seinem Onlineangebot br24.de von 500 Fällen in Mittelfranken zu berichten. Darüber, dass „zurzeit jeden Tag mindestens eine Person einen solchen Vorfall zur Anzeige“ in der Pfalz bringen würde, informiert hingegen der SWR und bezieht sich dabei auf Informationen der Polizei Kaiserslautern. 

Auch wenn der Großteil der Leserinnen und Leser solcher Zeilen sicherlich für sich reklamieren wird, eine WhatsApp Betrugsmasche rechtzeitig zu erkennen und demzufolge gar nicht auf das miese Spiel hereinzufallen, sind die perfiden Tricks der Internetkriminellen immer noch sehr erfolgreich.

WhatsApp Logo auf einem Smartphone
Immer wieder kommt es bei WhatsApp zu Betrugswellen. Aktuell wollen Betrüger mit der „Hallo Mama“-Masche an das Geld ihrer Opfer. Alleine 700 Fälle in Hamburg im Juni. Schaden bundesweit wohl in Millionenhöhe. © Jakub Porzycki / Imago

Die aktuelle Betrugsmasche sorgte so zum Beispiel laut Kreiszeitung.de im Kreis Diepholz (Niedersachsen) im letzten Quartal für 83 Anzeigen, 26 dieser aktenkundlichen Versuche waren erfolgreich. Das ist fast jeder dritte Versuch. Die Schäden, berichtet die Berliner Morgenpost, gingen insgesamt in die Millionen.

WhatsApp Betrug aktuell: Die „Hallo Mama“-Masche

Die aktuelle, extrem erfolgreiche WhatsApp-Masche richtet sich wie die meisten Internetbetrügereien an ältere Bürgerinnen und Bürger. Mit einem „Hallo, Mama“ oder „Hallo, Papa“ melden sich die vermeintlichen Kinder der Opfer, suggerieren so einen Verwandtschaftsgrad und vermeiden gleichzeitig die Ansprache des Adressaten mit Namen. Die unbekannte Nummer, von der aus der Kontakt aufgenommen wird, wird mit dem Verlust des Handys und der Notwendigkeit einer neuen Nummer erklärt.

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Dem folgt die übliche Schilderung einer Notlage. Dabei geht es von einer Verletzung, einem Unfall, über den Verlust des Portmonees inklusive Kreditkarte bis zur Autopanne. Oft wird den einmal Geschädigten noch ein zweites oder drittes Mal Geld aus der Tasche gezogen: Denn haben die Opfer erst einmal Vertrauen gewonnen und somit „angebissen“, folgt eine finanzielle Forderung auf die nächste.

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WhatsApp Abzocke: So schützen Sie sich – das rät die Polizei

Generell rät die Polizei zur Vorsicht, insbesondere bei unbekannten Absendern oder wenn den Betroffenen etwas komisch vorkommen sollte, sollten die Nachrichten ignoriert und die Nummer blockiert werden. Gibt es Kinder oder Enkelkinder, sollten die Betroffenen diese versuchen auf dem gewohnten Weg, also der angeblich nicht mehr vorhandenen, bekannten Nummer, zu kontaktieren. Auch ein Festnetzanschluss oder ein Anruf bei dem Partner, der Partnerin, etwaigen Enkelkindern oder auf der Arbeitsstelle kann helfen, die erzählt bekommene Geschichte zu überprüfen und somit die Betrugsmasche zu entlarven.

Ältere Menschen, etwa die eigenen Eltern, Groß- oder Ur-Großeltern, aber auch Nachbarn, Menschen aus dem Freundes- oder Kollegenkreis sollten über diese Masche informiert werden.

Der Betrugsversuch sollte außerdem WhatsApp und der Polizei gemeldet werden, raten die Landeskriminalämter. Am wichtigsten ist jedoch: Auf keinen Fall in ein Gespräch verwickeln lassen – und niemals fremden Menschen Geld überweisen oder ihnen persönliche und sensible Informationen, wie etwa Kontoverbindungen oder Kreditkartendaten zukommen lassen.

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