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100-jähriger Kalender mit Extrem-Prognose für das Wetter im Sommer 2023

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Von: Steffen Maas

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Hitze, Dürre, Brände und Gewitter: Der 100-jährige Kalender sagt extremes Wetter im Sommer 2023 voraus. Wie wahrscheinlich das ist, lesen Sie hier.

Hamburg – Im T-Shirt ins neue Jahr? Geht es nach dem 100-jährigen Kalender, ist der jüngste Wetter-Wahnsinn mit bis zu 20 Grad an Silvester der angemessene Auftakt für ein extremes Wetter-Jahr 2023 gewesen. Besonders der Sommer soll es aufgrund eines feuerroten Himmelskörpers in sich haben, prophezeit das meteorologische Orakel. 24hamburg.de verrät die Details.

Name:Calendarium oeconomicum practicum perpetuum
Umgangssprachlich:100-jähriger Kalender
Autor:Abt Mauritius Knauer
Ziel:klösterliche Landwirtschaft optimieren

Wetter im Sommer 2023: 100-jähriger Kalender sagt Extrem-Temperaturen mit Hitze und Dürre voraus

Denn im Mars-Jahr 2023, das laut dem beliebten Dauer-Wetterbericht aus dem 17. Jahrhundert am 21. März 2023 anbricht, soll der Sommer im Juni zwar schön, warm und nur mit gelegentlichen Gewittern starten, aber: Mars-Jahre sollen extrem heiß und trocken sein, was sich dementsprechend im Juli äußern würde. Große Hitze und Windstille bei Tag und Nacht. Eine Trockenheit, die laufend zu Bränden führt. Flüsse und Brunnenquellen trocknen aus und versiegen beinahe.

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Das Wetter 2023 soll auch in Hamburg extrem werden, geht es nach dem 100-jährigen Kalender. © MIS und Hanno Bode / Imago

Das klingt beunruhigend nach den Wetter-Extremen, die durch die Klimakatastrophe vermehrt auch in Deutschland auftreten werden. Das Tohuwabohu bei der Witterung, das laut Hundertjährigem Kalender im Sommer 2023 auf uns zurollen soll, lässt sich auch in den täglichen Vorhersagen erkennen: Viel Wind und heftige Regenfälle in der ersten Juni-Hälfte, große Hitze, Brände, aber auch heftige Hagelschläge zum August-Beginn und enorme Trockenheit samt „etlichen Gewittern“ im gesamten August.

Und einen Treffer scheint der 100-jähriger Kalender für 2023 sogar schon verbuchen zu können: Denn in der Bauernkalender-Sektion des Werkes heißt es: „Es gibt ungewöhnlich viele Schlangen und Heuschrecken.“ Reduziert man diese Vorhersage auf die Worte „ungewöhnlich“ und „Schlangen“, lässt sich das prima mit dieser Nachricht kombinieren: Die Kalifornische Kettennatter macht sich in Deutschland breit. Kann so eine Übereinstimmung Zufall sein? Ja. Ziemlich sicher sogar.

Hundertjähriger Kalender: So funktioniert die astrologische Wettervorhersage

Denn während professionelle Wetterdienste kaum die Hand ins Feuer legen würden für eine Prognose, die weiter als sieben Tage in die Zukunft schaut, hatte Abt Mauritius Knauer im 17. Jahrhundert keine Skrupel, fürs Frankenland einfach mal eine Wettervorhersage „in perpetuum“, also „für immer“ festzulegen.

Die Idee dahinter: Das Wetter wird von den sieben Himmelskörpern Mond, Saturn, Jupiter, Mars, Sonne, Venus und Merkur bestimmt. Also teilte der Kloster-Chef aus Oberfranken jeweils ein Jahr einem Himmelskörper zu und beobachtete sieben Jahre lang Regen, Hitze, Schnee und Co. – fertig. Schon stand der Zyklus, den man hunderte Jahre so fortführen kann.

Wenn Wetter, Klima, Astronomie und Physik so funktionieren würden – was sie, erwiesenermaßen, nicht tun – sollte man meinen, dass auch der drittgrößte Planet unseres Sonnensystems, Uranus, einen erheblichen Einfluss auf das meteorologische Geschehen auf unserem Erdball hätte. In Knauers ambitionierten Wetterbericht kommt er aber gar nicht vor – weil er erst über 100 Jahre später vom Astronomen Wilhelm Herschel entdeckt wurde. Entsprechend fällt das ganze Konstrukt relativ schnell auseinander – und mit ihm der Großteil seiner Prognosen.

Nicht nur Wetter: 100-jähriger Kalender und seine anderen Prognosen für 2023

Akzeptiert man jedoch, dass der Hundertjährige Kalender so etwas darstellt wie Tierkreiszeichen für Landwirte, kann man mit ihm und seinen Vorhersagen für 2023 so viel Spaß haben wie mit den Horoskopen auf der vorletzten Seite des Teenie-Magazins. Hanf, etwa, „bleibt klein, ist aber gut“. Leider gibt es jedoch „wenig Heu, weshalb man die Schafe zeitig von der Wiese holen sollte“.

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Auch für Menschen gibt es neben den extremen Wetterverhältnissen wenig zu lachen: „Im Mars-Jahr gibt es viel hitziges Fieber und rote Ruhr, weshalb immer zeitig zum Arzt gegangen werden sollte.“ Wer, wie der Autor dieses Textes, nicht im 17. Jahrhundert geboren ist, dem sei gesagt: „Rote Ruhr“ bezeichnet hier den blutigen Stuhlgang der Dysenterie. Es bleibt zu hoffen, dass sich bis zu dieser Fieber-und-Durchfall-Epidemie 2023 die katastrophale Lage in den Notfallpraxen wieder beruhigt hat.

Zwischen Waldbränden, Dürre, ungewöhnlichen Schlangen und des Comebacks der Dysenterie gibt es für 2023 aber auch eine gute und wichtige Nachricht im „Hundertjährigen“. Verbraucher und Genussmenschen dürfen sich nämlich freuen, weil der Oktober meist „mehr trocken als feucht“ ist: „Es wächst daher ein guter Wein.“

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