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Weil Lieferung ein Jahr dauert: E-Auto-Käufer stehen ohne Kaufprämie da

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Von: Bona Hyun

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Teure Zeiten für E-Auto-Fahrer in Hamburg: Kunden warten ein Jahr auf die Auslieferung – und dann entfällt die Kaufprämie.

Hamburg – E-Auto-Fahrern in Hamburg stehen teure und schwierige Zeiten bevor. Bereits das dritte Jahr infolge verläuft der Neuwagenverkauf in Hamburg schleppend. Zwar gibt es bei den E-Autos eine besonders hohe Nachfrage, doch müssen Kunden mit einer Wartezeit von bis zu einem Jahr rechnen. Eine Entspannung der Lieferzeiten sei laut Kurt Kröger, geschäftsführender Gesellschafter der Hamburger Autohandelskette Dello, nicht in Sicht. Die verzögerte Lieferzeit könnte für E-Autofahrer jedoch teuer werden. Denn für einige Kunden wird die vom Bund beschlossene Kaufprämie bis zum Zeitpunkt der Lieferung ihres neuen E-Autos entfallen.

Förderung von reinen E-Autos bis Ende 2022:9000 Euro
Förderung von Plug-in-Hybriden bis Ende 2022:Bis zu 6750 Euro
Förderung von reinen E-Autos ab 2023:4500 Euro
Förderung von Plug-in-Hybriden ab 2023:Keine

Pech für Hamburger E-Auto-Fahrer: Wegen langer Lieferzeiten könnte Kaufprämie für einige entfallen

Um den Kauf von E-Autos voranzutreiben, bekamen Käufer als Anreiz bisher eine Prämie ausgezahlt. Dabei ist die Prämie nicht an den Zeitpunkt der Bestellung gebunden – sondern an den der Auslieferung. Laut Kröger könnte dies zu einem Problem werden. Für ein Plug-in-Hybrid-Auto, das erst im neuen Jahr beim Händler eintrifft, wird es nämlich keine Prämie mehr geben. Denn die bisherige Innovationsprämie für Plug-in-Hybride gilt laut ADAC nur bis Ende 2022. Heißt also: Trifft das Fahrzeug erst 2023 beim Händler ein, entfällt die vom Bund garantierte Förderung von bis zu 6750 Euro. Dem Abendblatt teilte Kröger mit, dass es Vorzieheffekte geben könnte, doch eine rechtzeitige Lieferung ist nicht garantiert.

Die Frage ist aber, ob wir rechtzeitig liefern können.

Kurt Kröger, geschäftsführender Gesellschafter der Hamburger Autohandelskette Dello

Die Kaufprämie für reine Elektroautos wird ab 2023 deutlich auf 4500 Euro gekürzt. Für E-Autofahrer in Hamburg ist die derzeitige Situation ohnehin schon schwer. In Hamburg sind zig Ladesäulen kaputt, weshalb zahlreiche E-Autos liegen bleiben. Daran sollte schon lange etwas geändert werden, doch bislang wurde die Infrastruktur für die Ladesäulen in Hamburg weder verbessert noch weiter ausgebaut.

Ein Elektroauto lädt in Hamburg und eine leere Brieftasche
Für E-Auto-Fahrer in Hamburg könnte es teurer werden: Bei Lieferzeiten bis zu einem Jahr, entfällt die Kaufprämie für einige Kunden. (24hamburg.de Montage) ©  imagebroker/Panthermedia/Imago

E-Autos in Hamburg: Nachfrage steigt, doch Kunden warten bis zu einem Jahr auf Neuwagen

Nicht nur das E-Autofahren in Hamburg wird durch erhöhte Strompreise und Kostenfallen teurer – die Kunden warten auch bis zu ein Jahr auf ihre Wagen. Durch die langen Lieferzeiten gebe es einen „Bremseffekt“ bei der Nachfrage, teilte Kröger dem Abendblatt mit. Auf den Corsa-e von Opel müssten Kunden nach Angaben des Neuwagen-Vergleichsportals Carwow aktuell bis zu zwölf Monate warten. Das elektrische Modell des BMW werde erst nach 15 bis 18 Monaten geliefert. Bei den Volkswagen-Modellen ID.3 und ID.4 dauere die Lieferzeit zwölf bis 14 Monate. Doch auch bei Verbrennermodellen ziehen sich die Lieferzeiten in die Länge. Laut Informationen des Abendblattes werden für den Audi A4 zehn bis zwölf Monate Lieferfrist angegeben und für die Mercedes C-Klasse 13 bis 15 Monate.

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Teure Zeiten für E-Auto-Fahrer: Kunden über Kauf verunsichert – sie nehmen lieber Gebrauchtwagen

Kunden überlegen sich daher aktuell zweimal, ob sie sich ein neues E-Auto anschaffen wollen. „Viele Kunden, die nicht gerade ein spezielles Elektroauto wollen, überlegen sich wegen der langen Lieferzeiten jetzt, lieber einen Gebrauchten zu nehmen“, berichtet Kröger dem Abendblatt weiter. Neben den Lieferschwierigkeiten der Hersteller sei auch eine grundsätzliche Verunsicherung bei den Kunden zu spüren – wegen der hohen Energiepreise.

So erhöhte Hamburg aufgrund der hohen Energiepreise auch die Ladekosten: Nach der Preisklatschen für E-Autofahrer zum Mai wurde zum August der Strom an Hamburger Schnellladesäulen teurer, und das um satte 37 Prozent. Für Autohändler als auch für potenzielle E-Auto-Fahrern sieht das Jahr 2022 also düster aus.

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