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Weihnachtsbäume können giftig sein: Worauf man achten sollte

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Von: Kilian Bäuml

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Für viele gehört er an Weihnachten einfach dazu: der Weihnachtsbaum. Doch viele Bäume sind mit Pestiziden belastet – das kann gefährlich sein.

Kassel – Für viele ist es ein Höhepunkt der Weihnachtszeit – einen Baum aussuchen und schmücken. Wenn dann Kugeln, Lametta und Lichterketten aus dem Keller geholt werden, kommen bei vielen Menschen Erinnerungen hoch.

Doch damit es bei schönen Erinnerungen an die Weihnachtszeit bleibt, sollte beim Kauf des Weihnachtsbaumes aufgepasst werden - denn viele sind erheblich mit Pestiziden belastet, wie der BUND in einem Test festgestellt hat. Das ist aus mehreren Gründen nicht gut und könnte sogar gefährlich sein. Das berichtet hna.de.

Weihnachtsbäume in Deutschland:30 Millionen
Belastete Bäume im Test:75 Prozent
Preis pro Meter:durchschnittlich 25 Euro
(Quelle: NDR)

Giftige Weihnachtsbäume: Viele bedenkliche Pestizide nachgewiesen

Für den Test des BUND untersuchte ein unabhängiges Labor die Nadeln von 17 unterschiedlichen Weihnachtsbäumen auf Pestizide und wurde bei über 75 Prozent der untersuchten Bäume fündig. Wie der BUND berichtet, wurde in neun Proben, mehr als der Hälfte der getesteten Bäume, das Insektizid Lambda-Cyhalothrin festgestellt. Es handelt sich hierbei um das zum Zeitpunkt des Tests schädlichste in der EU-zugelassene Pestizid. Es ist giftig und schädigt Nervenzellen und Hormonsystem.

Goldene Kugeln und Lichter am Weihnachtsbaum
Für viele ist das Schmücken des Weihnachtsbaums ein Höhepunkt in der Weihnachtszeit - doch viele Bäume sind stark mit Pestiziden belastet. (Symbolbild) © Imago

Inzwischen wurde Lambada-Cyhalothrin sogar vom Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (BVL) für die Verwendung in der Lebensmittelindustrie, beispielsweise dem Salatanbau verboten.

Weihnachtsbäume voller Pflanzengift: „Auffällig und beunruhigend“

Ebenfalls im Test konnte das seit 2001 in der EU illegale Pestizid Parathion-Ethyl (E 605), umgangssprachlich auch Schwiegermutter-Gift genannt, nachgewiesen werden. Verboten wurde E 605 aufgrund seiner äußert hohen Giftigkeit. „In Weihnachtsbaumplantagen werden jede Menge Herbizide, Insektizide und Fungizide eingesetzt. Auffällig und beunruhigend ist die hohe Mehrfachbelastung, viele Weihnachtsbäume sind einem regelrechten Pestizidcocktail ausgesetzt“, sagt BUND-Pestizidexpertin Corinna Hölzel in einem Statement auf der BUND-Website.

Die gefundenen Pestizide können sich laut Hölzel möglicherweise auch auf Menschen auswirken: „Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass Pestizide in geschlossenen und beheizten Räumen in die Raumluft ausdünsten“, sagt Hölzel. Außerdem würden sie die Umwelt belasten: „Die Gifte gelangen in Böden und Gewässer, sie schädigen Insekten und zerstören auch Nahrungsquellen und Lebensräume weiterer Nützlinge.“

Pflanzengift auf Weihnachtsbäumen: Geht es auch ohne Gift?

Durch den Einsatz von Pestiziden sollen Schädlinge bekämpft und das Aussehen perfektioniert werden, um die hohen Ansprüche der Kunden erfüllen zu können. Trotzdem sind fast 40 Prozent der Bäume Ausschussware und werden vernichtet, berichtet der NDR.

Eine Alternative zu den konventionellen Weihnachtsbäumen sind Bio-Bäume. Sie werden seit Jahren immer beliebter. Die Bio-Weihnachtsbäume sind weniger perfekt, dafür aber ohne den Einsatz von Pestiziden gewachsen, schreibt der NDR. Auch der BUND rät dazu, Bäume direkt vom Förster oder Waldbesitzer oder zertifizierte Bio-Weihnachtsbäume zu kaufen. Bio-Bäume bekommen ein Siegel der Öko-Anbauverbände Bioland, Naturland oder Demeter und sind dadurch für jeden erkennbar. (Kilian Bäuml)

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