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Weihnachts-Klassiker Kartoffelsalat mit Würstchen bis zu 30 Prozent teurer

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Von: Yannick Hanke

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Zu sehen ist ein Teller, voll mit Kartoffelsalat und einem Würstchen.
Feinschmecker aufgepasst: Die Preise für den Weihnachts-Klassiker Kartoffelsalat mit Würstchen sind 2022 zum Teil deutlich angestiegen. © imago

Der deutsche Weihnachts-Klassiker schlechthin, Kartoffelsalat mit Würstchen, ist 2022 deutlich teurer. Das traditionelle Gericht für Heiligabend kostet im Schnitt 23,4 Prozent mehr als 2021.

Berlin – Was darf an Heiligabend neben der Familie, Geschenken und einem Tannenbaum nicht fehlen? Richtig, der Weihnachts-Klassiker schlechthin, wenn es ums Essen geht: Kartoffelsalat mit Würstchen. Laut einer Civey-Umfrage, vom Lebensmittelverband Deutschland in Auftrag gegeben, kommt das vergleichsweise simple Gericht in nahezu jedem dritten Haushalt (28,9 Prozent) in Deutschland am 24. Dezember auf den Tisch.

Doch an Weihnachten 2022 muss der Verbraucher deutlich tiefer in die Tasche greifen, um Kartoffelsalat mit Würstchen servieren zu können. Die beiden Ökonomen Jan-Marten Wendt und Christoph Schröder vom Institut der deutschen Wirtschaft (IW) haben entsprechende Preisdaten der Supermarktkette Rewe ausgewertet. Das Ergebnis: Im Schnitt kostet der Weihnachts-Klassiker in diesem Jahr satte 23,4 Prozent mehr als 2021. Das hat seine Gründe. Das berichtet kreiszeitung.de.

Kartoffelsalat mit Würstchen an Weihnachten 2022: Klassiker in diesem Jahr bis zu 30 Prozent teurer

Kartoffelsalat mit Würstchen kostet zu Weihnachten 2022 also fast ein Viertel mehr als im Vorjahr. „Gerade Lebensmittel sind in diesem Jahr besonders teuer geworden“, sagt der IW-Ökonom Christoph Schröder. Das würde an den hohen Energiepreisen, eine Folge des Ukraine-Kriegs, liegen. „Egal, ob für Herstellung, Transport oder Lagerung: Überall wird Energie verbraucht, was sich dann letztendlich auf den Preis auswirkt“.

Erschwerend komme hinzu, dass die Ernten schlechter ausgefallen sind. „Nicht zuletzt, weil sich wegen des Krieges in der Ukraine Düngemittel stark verteuert haben und Weizen knapp geworden ist“. Das spiegelt sich am Ende beim Preis für den Weihnachts-Klassiker, dem Kartoffelsalat mit Würstchen, wider. Auffällig ist dabei, dass es regional mitunter deutliche Unterschiede gibt bei den Kosten, die für des Deutschen liebsten Weihnachtsessen anfallen.

Weihnachten 2022: Regionale Unterschiede bei den Preisen für Kartoffelsalat mit Würstchen

In etwa 30 Prozent mehr als im Vorjahr müssen Verbraucher in Wilhelmshaven (Niedersachsen) für Kartoffelsalat mit Würstchen bezahlen. In absoluten Zahlen beziffert sich dies auf etwa 6,56 Euro, die hier mehr für den Weihnachts-Klassiker bezahlt werden müssen. „Nur“ um elf Prozent auf 6,90 Euro sind die Preise für Kartoffelsalat mit Würstchen hingegen im Bodenseekreis (Baden-Württemberg) gestiegen. Damit sind sie hier so gering wie nirgendwo sonst in Deutschland.

Am meisten für Kartoffelsalat mit Würstchen müssen übrigens die Menschen im Landkreis Schwäbisch Hall (ebenfalls Baden-Württemberg) bezahlen. Hier ist es zu einem Anstieg um üppige 27 Prozent gekommen, der Weihnachts-Klassiker kostet 7,04 Euro. Was aber auch auffällt: Hinsichtlich des Preises bleibt Deutschland weiterhin ein geteiltes Land. Denn in Ost-Städten wie Cottbus, Halle oder Zwickau gibt es das Gericht bereits für vergleichsweise günstige 6,39 Euro. „Die Menschen in Ostdeutschland verdienen weniger als die Kunden im Westen. Außerdem ist die Kostenstruktur eine andere“, ordnet Schröder ein.

Extremer Preisanstieg von Mayonnaise macht Kartoffelsalat mit Würstchen teilweise deutlich teurer

Damit sich der Vergleich auch möglichst fair gestaltet, haben die IW-Wissenschaftler auf ein einfaches Rezept zurückgegriffen. Dies besteht aus Kartoffeln, Zwiebeln, Senf, Mayonnaise, Gewürzgurken, Joghurt und Bockwürsten für vier Personen, die als Berechnungs-Basis dienen. Genau dieser Zutaten-Liste ist auch der zum Teil enorme Preissprung geschuldet. Denn nicht zuletzt die Preise für Mayonnaise sind extrem angestiegen.

Wer nun aber weiterhin sparen möchte oder Kartoffelsalat mit Mayonnaise nicht mag, der sollte auf die Variante mit Essig und Öl zurückgreifen. „Im Landkreis Mühldorf am Inn ist das Gericht mit 6,12 Euro zwar am teuersten, verglichen mit der Mayo-Variante jedoch sehr viel günstiger“, heißt es von den IW-Ökonomen.

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