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Was wird aus meinem Resturlaub? Die wichtigsten Fragen zur Mitnahme und Verfall

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Wie nimmt man Resturlaub ins nächste Jahr mit und wann verfällt er? Wenn der Arbeitgeber nicht Bescheid gibt, gar nicht.

Hamburg – Urlaub sollte eigentlich eine gemütliche, entspannte Zeit sein. Den Urlaub erst einmal genehmigt zu bekommen, kann aber manchmal so stressig sein, dass er danach auch dringend benötigt wird. Außerdem zeigen Umfragen, dass Arbeitnehmer weltweit an Urlaubsmangel leiden.

Stadt in DeutschlandHamburg
BürgermeisterPeter Tschentscher
Einwohner1.904.444 (Stand 2021)
Fläche755,2 km²
Gegründet500 n. Chr.

Besonders wenn es darum geht, Resturlaub von einem ins andere Jahr mitzunehmen, stellen sich manche Arbeitnehmer quer. Zurecht? Was die Gesetze zum Thema Urlaub sagen und welche Rechte ein Arbeitnehmer in Bezug auf den Urlaubsanspruch hat.

Wann verfällt Resturlaub? Gar nicht, wenn der Arbeitgeber nicht darauf hinweist

Urlaubsanspruch hat erst einmal jeder Arbeitnehmer. Laut dem Bundesurlaubsgesetz (BUrlG) stehen jedem Arbeitnehmer, der in einer fünftätigen Woche arbeitetet, mindestens 20 Tage Urlaub im Jahr zu. Diese 20 Tage – je nach Arbeitgeber auch schon mal 25 oder 30 Tage – müssen im laufenden Kalenderjahr genommen werden. Passiert das nicht, verfallen die Urlaubstage.

Mann am Schreibtisch vor Kalender und Tastatur und ein Kalender mit dem Wort „Urlaub“
Urlaubsanspruch verfällt gesetzlich nur dann, wenn der Chef darauf aufmerksam macht. (24hamburg.de-Montage) © IMAGO Images/Panthermedia & IMAGO Images/blickwinkel

Von dieser Regelung gibt es aber Ausnahmen. Die wichtigste: Verpasst der Arbeitgeber es, den Arbeitnehmer darauf hinzuweisen, dass sein Resturlaub bald verfallen wird, bleibt der Anspruch auf diese Urlaubstage auch über das Ende des Kalenderjahres hinweg bestehen. Laut jüngsten Entscheidungen des EuGH, die den Arbeitnehmer stärken, besteht dieser Urlaubsanspruch drei Jahre lang, sofern der Arbeitgeber den Arbeitnehmer auch über diesen Umstand informiert. Gibt der Chef auch diesen Hinweis nicht, hat der Arbeitnehmer auch nach drei Jahren weiterhin Anspruch auf den Resturlaub.

Urlaub übertragen: So können Sie Resturlaub ins neue Jahr mitnehmen

Einerseits kann Resturlaub also ins neue Jahr übertragen werden, wenn der Arbeitgeber schlichtweg vergisst, auf dessen Verfall aufmerksam zu machen. Wer aber aktiv Urlaub aufsparen möchte, der kann bei seinem Arbeitgeber auch einen Antrag darauf stellen. Dazu reichen je nach Chef persönliche Gründe meist aus.

Außerdem ist eine Übertragung der Urlaubstage wegen Krankheit oder betrieblicher Sondersituationen möglich. Wenn zum Beispiel die halbe Belegschaft krank war und ein Arbeitnehmer deshalb keinen Urlaub bekommen hat, kann dieser im nächsten Jahr nachgeholt werden. Meistens läuft dieser Anspruch am 31. März aus. Bis dahin sollte der Resturlaub genommen werden. Auch hier gilt aber: Der Chef muss auf den Verfall aufmerksam machen, sonst bleibt der Anspruch bestehen. Tipp: Wer Brückentage clever für Urlaub nutzt, der braucht meist gar nicht so viele Urlaubstage.

Je nach Arbeitgeber kann es aber auch sein, dass Resturlaub erst später im Jahr oder gar nicht verfällt. Das hängt vom jeweiligen Unternehmen und den Richtlinien der Führungsetage ab.

Urlaubsanspruch bei Krankheit und Kündigung: Wann verfällt Urlaub, wann nicht?

Wer kündigt oder eine Kündigung bekommt, aber noch Urlaubstage übrig hat, hat Anspruch auf diesen Resturlaub. Entweder kann der Urlaub zum Ende der Beschäftigungszeit genommen oder vom Arbeitgeber ausgezahlt werden. Will der Arbeitgeber diese Urlaubsabgeltung nicht zahlen, können Arbeitnehmer gerichtlich dagegen vorgehen.

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Wer im Urlaub krank wird, der kann sich seine Urlaubstage aufsparen, in dem er zum Arzt geht und sich richtig krankschreiben lässt und beim Arbeitgeber meldet. Der Anspruch auf Urlaub wird dann um die Erkrankungstage verlängert und die Tage können aufs Urlaubskonto zurückgebucht werden. Bei einer Krankheit des Kindes während der Urlaubszeit gilt dieser Anspruch aber nicht.

Wer langfristig krank ist, hat ebenfalls weiterhin Anspruch auf seinen Urlaub. Laut Gesetz gilt dieser noch 15 Monate nach Ablauf des jeweiligen Kalenderjahres, in dem die Langzeiterkrankung vorgefallen ist. Laut dem RedaktionsNetzwerk Deutschland gilt aber auch hier: Wenn der Arbeitgeber seiner Mitwirkungs- und Hinweispflicht nicht nachkommt und vor Ablauf der Frist Bescheid gibt, verfällt auch dieser Anspruch nicht.

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