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Giftnotruf wegen Vitamin D: Anfragen wegen Überdosierung steigen

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Von: Sophia Lother

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Das Giftinformationszentrum erhält immer mehr Anfragen wegen Einnahmen von hochdosierten Vitamin-D-Präparaten. Was steckt dahinter?

Erfurt - Wenn die Tage kürzer werden und die Temperaturen sinken, dann greifen immer mehr Menschen zu Vitamin-D-Präparaten. Sie sollen dabei helfen, Erkältungen und anderen Krankheiten vorzubeugen. Doch nicht immer bringen die Nahrungsergänzungsmittel das, was sie versprechen.

Eine Überdosierung von Vitamin D und anderen Mitteln kann sogar der Gesundheit schaden. Das zeigen auch neueste Daten, die nun das Giftinformationszentrum in Erfurt veröffentlicht hat. Demzufolge steigen die Anfragen wegen Einnahmen von hoch dosierten Vitamin-D-Präparaten. Doch was steckt dahinter?

Vitamin-D-Überdosis: Notrufe und Anfragen beim Giftinformationszentrum steigen

Ein Blisterpackung mit Vitamin D-Kapseln
Eine zu hohe Dosis Vitamin D kann gefährlich sein. (Symbolfoto) © Bassi/Imago

In diesem Jahr habe es bereits 162 derartige Fälle und damit 31 mehr als 2021 gegeben, sagte die Leiterin des Giftinformationszentrums in Erfurt, Dagmar Prasa, der Deutschen Presse-Agentur. Auf der Rangliste der bei den Anrufen am häufigsten betroffenen Arzneimittel sei Vitamin D von Platz 69 im vergangenen Jahr auf nunmehr Platz 17 vorgerückt, berichtet fr.de.

Möglicherweise hänge das mit Corona zusammen und der Auffassung, dass Vitamin D besser vor Infektionen schütze, sagt Prasa. Es seien zum Teil sehr hoch dosierte Präparate auf dem Markt – auch als Nahrungsergänzungsmittel. „Wenn man sich da in der Dosierung vertut und statt einem Tropfen einen Milliliter nimmt, hat man doch schon eine deutliche Überdosis“, sagt Prasa gegenüber der dpa. Doch wie hoch ist die höchste sichere tägliche Vitamin-D-Zufuhr? Die gemeinsame Expertenkommission des Bundesamts für Verbraucherschutz und des Bundesinstituts für Arzneimittel und Medizinprodukten hat hierzu folgende Stellungnahme veröffentlicht:

AlterHöchste sichere tägliche Vitamin-D-Zufuhr (UL*)
0-125 Mikrogramm
1-1050 Mikrogramm
11-17100 Mikrogramm
Erwachsene100 Mikrogramm
Quelle: Stellungnahme zu Vitamin-D-haltigen Produkten

* UL bezieht sich hierbei auf die Vitamin-D-Zufuhr aus allen Quellen: allgemeine Lebensmittel, angereicherte Lebensmittel, Nahrungsergänzungsmittel, bilanzierte Diäten. Der UL liegt weit über dem eigentlichen physiologischen Bedarf.

Mehr Anfragen wegen Vitamin-D-Präparaten: Was bei einer chronischen Überdosis passiert

Bei Vitamin D sei eine einmalige Überdosierung relativ ungefährlich. „Das wird zum Problem, wenn man das jeden Tag machen würde“, so die Apothekerin. Eine chronische Überdosierung führe dazu, dass der Kalziumspiegel im Blut ansteige und das ziehe weitere Folgen nach sich. So könne es zu Herzrhythmusstörungen kommen und auch Nierenschädigungen seien möglich. Die meisten Anfragen betrafen laut Prasa aber eine einmalige, versehentliche Überdosierung oder dass Kinder sich selbst bedient hatten.

Der menschliche Körper bildet Vitamin D unter Sonneneinfluss selbst. Deshalb ist es auch als das Sonnenhormon bekannt. Vitamin D trägt zur Knochenstabilität bei und ist wichtig für das Immunsystem. Es kann vor akuten Atemwegsinfektionen schützen. Dennoch sollte eine Einnahme von Präparaten zuvor mit einem Arzt oder einer Ärztin abgesprochen werden. (slo mit dpa)

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