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Virologe warnt vor zu häufigen Impfungen: „Kann das Immunsystem verändern“

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Zu viele Impfungen können laut einem Virologen das Immunsystem verändern. Er empfiehlt das Warten auf die Omikron-Impfung.

Hamburg – Die Corona-Pandemie scheint im Allgemeinen zwar langsam vorbei zu sein, doch Infektionen und Impfungen sind nach wie vor ein wichtiges Thema. Erst vor kurzem wurde in Deutschland den über 60-Jährigen und bestimmten Gruppen von Risikopatienten die Möglichkeit eingeräumt, sich zum vierten Mal impfen zu lassen, um den Immunschutz gegen Covid-19 aufzufrischen und aufrechtzuerhalten.

CoronazahlenStadt Hamburg
7-Tage-Inzidenz260,1
Neuinfektionen vergangene 7 Tage4953
Patienten Krankenhaus (gesamt)296
Patienten auf Intensivstationen31

Ein Virologe aus Essen rät nun aber zu Vorsicht bei häufigen Impfungen.

Impfstoff verändert Immunsystem – Vorsicht bei vielen und zeitnahen Impfungen

Laut Angaben der Sozialbehörde gab es in Hamburg in den letzten sieben Tagen insgesamt 4.953 Neuinfektionen mit Corona (Stand 23. August). Zum Herbst wird auch in Hamburg außerdem eine weitere Welle von Ansteckungen und Lockdowns erwartet. Da liegt das Bedürfnis nahe, sich vor dieser Zeit zur Sicherheit noch ein weiteres Mal impfen zu lassen.

Ulf Dittmer, Leiter des Instituts für Virologie am Universitätsklinikum in Essen, warnt aber davor, sich zu häufig und vor allem zu schnell hintereinander impfen zu lassen. Gegenüber der „Kölnischen Rundschau“ erklärte der Virologe: „Einen Booster für den nächsten Winter finde ich sinnvoll, aber nicht alle drei Monate.“

Außerdem merkt der Mediziner an: „Wenn man Impfungen so oft wiederholt, kann es Veränderungen im Immunsystem geben.“ Stattdessen sollte man statt der einen Impfung zu viel lieber weiterhin auf Masken und Tests vertrauen und sich an Abstands- und andere Hygieneregeln halten. Auch in Hamburg gelten zum Herbst neue Corona-Regelungen.

Datenlage in Deutschland schlecht: Ausland hat bessere Zahlen über durchschnittliche Immunlage

Dittmer begründet seine Vorsicht vor zu vielen Impfungen außerdem damit, dass man sich nicht vorschnell eine Spritze geben lassen sollte, wenn die Immunitätslage in Deutschland wegen mangelnder Daten noch so unklar ist. Er kritisiert: „Die Immunitätslage für den Durchschnitt der Bevölkerung kennen wir nicht. Wir sind nicht in der Lage, hier in Deutschland vernünftige Daten dazu zu liefern.“

Ein Mensch, der geimpft wird, und im Kreis ein Immunsystem-Männchen, das Corona abhält
Zu viele Impfungen sollen das Immunsystem verändern können. (24hamburg.de-Montage) © IMAGO Images/Science Photo Library & IMAGO Images/imagebroker

Nicht nur wegen Corona sei das ein ungünstiger Umstand, auch die durchschnittliche Immunität gegen andere Krankheitserreger sei in Deutschland nicht so gut erfasst wie in anderen Ländern. Gerade in der Zeit der Pandemie hätte man laut dem Mediziner ein System entwickeln müssen, um solche Zahlen verlässlich erfassen zu können: „Andere Länder kriegen es hin, wir kriegen es leider nicht hin.“

Abwarten auf bessere Impfstoffe: Im Herbst kommen auf Omikron angepasste Impfungen

Aus diesen Gründen rät Ulf Dittmer der Bevölkerung, in Sachen Impfungen abzuwarten. Außerdem betont er, dass die gängigen Impfstoffe, die aktuell im Umlauf sind, gar nicht zu 100 Prozent gegen die neuen Mutationen der Omikron-Variante helfen. Da aber die Omikron-Variante, die zwar schwächere Verläufe zeigt, dafür aber hochansteckend ist, die Mehrheit der Infektionen ausmacht, sollte man auf die angepassten Impfstoffe für diese Mutation warten.

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Dittmer erklärt: „Es sind bivalente Impfstoffe, sie enthalten den alten Impfstoff und eine angepasste Variante und lösen eine breite Immunantwort gegen alle bisherigen Varianten aus. Also würde ich bis September oder Oktober warten, bis diese Impfstoffe auf dem Markt sind, und mich dann für die Wintersaison impfen lassen.“ Dass in der kalten Jahreszeit noch einmal ein „Killer-Virus“ wie Delta kommen kann, hält der Virologe aber für unwahrscheinlich.

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