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Verbraucherzentrale Hamburg: Netz lacht über Mogel-Müsli

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Von: Fabian Raddatz

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Hamburger Verbraucherschützer haben die „Mogelpackungen des Jahres 2020“ gekürt. Ein Mogel-Müsli sorgt für Käufer-Wut – und viel Hohn und Spott im Netz. 

Hamburg – Die Verbraucherzentrale Hamburg ließ abstimmen: Online konnten Menschen ihre Vorschläge für besonders dreiste Mogelpackungen einreichen. Mit mehr als die Hälfte an Stimmen setzte sich ein Produkt mit Abstand an die Spitze: Das Frucht-Müsli von Seitenbacher ist die „Mogelpackung des Jahres 2020“.

Verbraucherorganisation:Verbraucherzentrale Hamburg
Zweck:Schutz von Verbraucherinteressen
Gründung:5. März 1957 (als erste Zentrale in Deutschland)
Sitz:Kirchenallee 22, 20099 Hamburg

Und das zurecht: Laut den Hamburger Verbraucherschützern pries Seitenbacher das Müsli als Neuheit an, doch das lässt sich eher als dreiste Behauptung bezeichnen: Im Vergleich zum günstigeren Vorgängerprodukt änderte sich fast Nichts an der neuen Rezeptur – ein wenig Honig wurde zugemengt. Das war es auch schon.

„Quasi identisch“, klatschte der Verbraucherschutz das Mogel-Müsli ab. Und: Statt 1000 Gramm gab es jetzt nur noch 750 Gramm. Dreist: Trotzdem zahlten Verbraucher je nach Supermarkt bis zu 75 Prozent mehr für die Mogelpackung. Immerhin soll das „Frucht Müsli“ aber nicht mehr hergestellt werden.

Mogel-Müsli von Seitenbacher: Twitter amüsiert sich köstlich

Im Netz erntet das Mogel-Müsli reichlich Spott, vor allem auf Twitter: So sieht Nutzer „Nicht Chavy Chase“ noch weitere Auszeichnungen auf den Hersteller Seitenbacher zukommen: „Nervigste Werbung des Jahres“ – „Nervigste Werbung des Jahrhunderts“ –„Nervigste Werbung des Jahrtausends“. Passend dazu der neue Werbevorschlag von „Larry-Showtime“: „Mogelpackung von Seitenbacher, Mogelpackung, Mogelpackung, von Seitenbacher #Seitenbacher“.

Im Hintergrund Kunden im Supermarkt. Im Vordergrund rot eingekreist: das Mogel-Müsli. Das blaue Twitter-Vogel-Logo knabbert dran.
Mogelpackung des Jahres 2020 ist das Frucht-Müsli von Seitenbacher: Vor allem auf Twitter sorgte diese „Ehrung“ für Spott.  © Georges Schneider/imago & pixabay & Verbraucherzentrale Hamburg

Für viele Reaktionen sorgte der Beitrag von „Max Möhrike“: „Das #Seitenbacher Müsli ist die #Mogelpackung des Jahres. Bei Laboruntersuchungen fand man heraus, dass im Bergsteigermüsli gar keine Bergsteiger drin waren, sondern nur die deutlich günstigeren Bergwanderer.“

Aber es gab auch Verständnis für die Machenschaften der Müsli-Macher: Twitterer „E.“ schrieb: „Das Bashen gegen #Seitenbacher ist für mich unverständlich. Das sind Schwaben!!!! Die sparen, wo sie können!!!“ Und es dauert nicht lang, da wurde der erste politische Bogen gespannt: „Hätt ich nicht gedacht, dass sich #Seitenbacher am Ende gegen Friedrich #Merz durchsetzt“, schrieb User „Mario gegen AfD“.

Hamburger Verbraucherschutz: weitere Mogelpackungen des Jahres

Es gab aber auch noch weitere Mogelpackungen 2020: Weit abgeschlagen hinter dem Seitenbacher-Müsli landeten der Osterhase von Milka und der Weihnachtsmann von Mondelez mit 18,8 Prozent der Stimmen. Auch die Kinderschokolade von Ferrero bekam ihr Fett weg: Platz 3. Bei diesen Produkten bemängelte die Hamburger Verbraucherzentrale die fadenscheinigen Preiserhöhungen. Diese seien für Kunden „beim normalen Einkauf kaum zu bemerken“.

Weiter unten in der Liste der Mogelpackungen reihten sich die Whiskas Knuspertaschen von Mars (4,3 Prozenz) sowie die Bifi Minisalami der Firma Jack Link´s an. Viel Süßes und Leckereien also: Im vergangenen Jahr war da die Liste der dreistesten Produkt-Tricksereien noch „ausgewogener“ *.

Die Hamburger Verbraucherschützer informiert mit der deutschlandweit einzigartigen „Mogelpackung des Jahres“-Liste seit 17 Jahren über „Tricksereien“ im Supermarkt-Regal. *24hamburg.de und merkur.de sind Teil des Ippen-Digital-Netzwerkes.

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