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Stinkwanzen breiten sich aus: „Den Gestank werden Sie nicht mehr los“

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Immer mehr Stinkwanzen kommen in Hamburgs Wohnungen. Das tun Sie, wenn Sie eines der Insekten entdeckt haben.

Hamburg – Insekten und Käfer sind schon im Sommer eine nervige Angelegenheit, wenn sie durchs Picknick krabbeln oder einem im Freibad die Haut zerstechen. Zum Herbst wird die Krabbeltier-Situation aber noch einmal schlimmer, weil sich die Tierchen nun auf die Suche nach warmen Orten begeben. Da kann es schon einmal vorkommen, dass sie dafür Ihr Schlafzimmer aussuchen.

SchädlingMarmorierte Baumwanzen
FamilieBaumwanzen
KlasseInsekten (Insecta)
OrdnungSchnabelkerfe (Hemiptera)
UnterstammSechsfüßer (Hexapoda)

Seit einigen Jahren tun das in Hamburg auch vermehrt die Marmorierte Baumwanze und die Grüne Reiswanze, die auch den Beinamen „Stinkwanze“ tragen. Der Grund dafür bedarf keiner großen Erklärung. Die Insekten stinken und können Ihnen bei falscher Behandlung die ganze Wohnung verpesten.

Woher kommt die Stinkwanze und warum stinkt sie so?

Ursprünglich kommen die Wanzen aus Ostasien, sind wegen des Klimawandels aber schon seit einigen Jahren auch in Deutschland vorzufinden. Ein besonders großes Problem stellen sie im Süden des Landes dar, wo sie besonders gern den Obstanbau befallen. Die Stinkwanzen saugen die Früchte mit einem Saugrüssel aus, der aus zwei Röhrchen besteht. Mit einem dieser Röhrchen wird ein Verdauungssaft in das Obst geleitet, der es später für Menschen ungenießbar macht. Wenn sie nicht fressen, klappen die Wanzen den Saugrüssel unter den Körper.

Ein anderes Körperteil der Stinkwanze – das vor allem den Menschen so auf die Nerven geht – ist der Hinterleib. Dort befinden sich bestimmte Drüsen, die das stinkende Sekret absondern, wenn sich die Wanze gestresst oder bedroht fühlt. In der Natur nutzen die Stinkwanzen diesen Mechanismus, um sich zu verteidigen. Besonders, wenn man das Insekt tötet, wird der Gestank ganz extrem. Zwar ist der säuerlich-gammeligen Geruch nicht schädlich für Menschen, dafür aber umso widerlicher zu riechen.

Vermehrung der Stinkwanzen: Sie legen hunderte Eier

In Deutschland gibt es laut dem Naturschutzbund Deutschland (NABU) knapp 1.000 Wanzenarten, weltweit etwa 40.000. Die Marmorierte Baumwanze, die Grüne Reiswanze oder auch Grüne Stinkwanze gehören dazu und tauchen laut dem Fundstellenportal Neobiota für Hamburg und Umgebung, das über gebietsfremde sowie invasive Arten informiert, auch in der Hansestadt immer häufiger auf.

Stinkwanzen breiten sich in Deutschland aus.
Stinkwanzen breiten sich aus – „den Geruch werden Sie nicht mehr los“. © Digitalpress/imago

In der Natur leben Stinkwanzen auf Laubbäumen, Obst-Wiesen oder in Hecken und ernähren sich von Pflanzen und Obst. Wenn sie sich im Mai und Juni paaren, legen die Weibchen hunderte von Eiern an der Unterseite von Laubblättern. Bis zum August schlüpfen die neuen Wanzen. Besonders trockene, warme Sommer – wie den letzten voller Hitzerekorde – mögen sie gern.

Was tun, wenn man Stinkwanzen in der Wohnung hat?

Wer in seinem Schlafzimmer unbedacht eine Stinkwanze mit dem Schuh zerhaut, der wird danach vielleicht gewillt sein, auf dem Sofa zu schlafen. „Den Gestank werden Sie nicht mehr los“, erklärt Christine Dieckhoff, Leiterin des Sachgebiets Biologischer Pflanzenschutz am Landwirtschaftlichen Technologiezentrum (LTZ) Augustenberg in Karlsruhe. Zumindest dauert es einige Tage, bis sich der hartnäckige Geruch wieder verflüchtigt hat. Auch die Methode, die Tiere mit dem Staubsauger einzufangen, findet Dieshoff wenig sinnvoll.

Stattdessen sollte man die Tiere so sanft wie möglich mit einem Blatt Papier und einem Glas einfangen und wieder nach draußen befördern. Auch ein ganz weicher Handfeger und ein Kehrblech können eine Option sein, solange man immer aufpasst, die Tierchen nicht zu stressen oder zu verletzen, damit sie nicht ihren Gestank absondern.

Am besten sorgt man dafür, dass die Stinkwanzen - und auch andere Insekten - gar nicht erst ins Haus kommen. Schließen Sie deshalb die Fenster bei Licht und vermeiden Sie helle, anziehende Vorhänge sowie offenstehende Obstteller.

Was tun, wenn man Stinkwanzen im Garten hat?

Wenn man stattdessen Stinkwanzen im eigenen Obstgarten hat, hilft ein Glas meist wenig. Stattdessen können Sie aber Ihr Beet mit einem dichten Netz bedecken. Da die Wanzen laut Diekhoff quasi jede Art von Früchten über das Jahr befallen können, sollte man damit frühzeitig anfangen. Am besten eignen sich dichtmaschige Netze, die keine Lücken zum Durchkrabbeln bieten und am Boden geschlossen sind.

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Da Stinkwanzen in Deutschland keine natürlichen Feinde haben, bleibt Ihnen sonst nur noch das Absammeln aus dem Beet von Wanzen und Eiern. Aber Vorsicht: Besser Handschuhe tragen!

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