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Tanzverbot in Hamburg: Was ist erlaubt – und was nicht?

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Von: Bona Hyun

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Darf man an Karfreitag 2022 in Hamburg feiern gehen? Was wann erlaubt ist und warum das gesetzliche Tanzverbot in Hamburg auf Kritik stößt.

Hamburg – An Karfreitag gelten in einigen Bundesländern strikte Regeln – die Geschäfte sind geschlossen, öffentliche Veranstaltungen, wie Sportevents, sind komplett untersagt. Zu den Verboten zählt unter anderem die Unterlassung von Tanzveranstaltungen. Wegen Corona galt 2021 ein Tanzverbot in Hamburg, doch der Senat änderte die Party-Regel zu Freude vieler Bürger.

Die Bundesländer dürfen per Feiertagsgesetz selber entscheiden, welche Veranstaltungen wann erlaubt sind. In Hamburg gilt an Karfreitag, der 2022 auf den 15. April 2022 fällt, auch zu später Stunde ein allgemeines Tanzverbot. Dass an einem gesetzlichen Feiertag Tanzveranstaltungen ruhen sollen, passt nicht allen Hamburger und Hamburgerinnen.

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Tanzverbot an Karfreitag 2022 in Hamburg: Ist feiern erlaubt?

An Karfreitag, einer der gesetzlichen Feiertage zu Ostern, gilt ein allgemeines Tanzverbot in Deutschland. Das Verbot wird in jedem Bundesland unterschiedlich geregelt. In Hamburg, wo strenge Corona-Regeln gelten, ist laut focus.de dieses Jahr ein Tanzverbot von 2 bis 24 Uhr am Karfreitag gesetzlich vorgesehen. Neben Tanzveranstaltungen sind auch Umzüge oder Sport-Events in der Hansestadt verboten, da der Karfreitag als stiller Feiertag gilt. Auch der Hamburger Dom 2022 hat Karfreitag zu. Der Hintergrund: Veranstaltungen sind an Karfreitag den Kirchen vorbehalten. Ostern!

Jugendliche tanzen in einem Klub und feiern
An Karfreitag gilt auch in Hamburg offizielles Tanzverbot. Das löst unter den Bürgern eine hitzige Debatte aus. (Symbolbild) © Hindustan Times /Imago

Wegen Tanzverbot in Hamburg öffnen die meisten Klubs nach Karfreitag

Klubs auf der Reeperbahn öffnen erst wieder am Karsamstag. Stern.de zufolge wurde 2019 auf der Reeperbahn das Tanzverbot an Karfreitag nicht so streng beachtet. 2022 öffnen die meisten Klubs, wie beispielsweise das Moondoo und Diskotheken zumindest erst an Karsamstag wieder – ob die Betreiber der Reeperbahn sich dieses Jahr an das Tanzverbot an Karfreitag halten, ist allerdings noch nicht ersichtlich. Diskothekenbesitzern können bei einem ersten Verstoß gegen das Tanzverbot 500 Euro Strafe drohen. Den Diskobesuchern selbst kann allerdings nichts passieren, wie der Kölner Stadtanzeiger berichtet.

Tanzverbot in Hamburg heiß diskutiert – Politiker gegen Feiertagsgesetz

Das Tanzverbot in Hamburg wird von vielen Politikern und Partygängern, die sich über das erste Party-Wochenende in Hamburg freuten, diskutiert. Kevin Kühnert (SPD) prangerte 2019 das Tanzverbot an Kafreitagen an und forderte sogar eine Abschaffung des Tanzverbots. „Ich würde keine Party in einer Kirche anmelden. Doch wer an dem Tag in die Disko gehen will, sollte das auch tun können.“. Die Entscheidung, an Karfreitag in die Kirche zu gehen, sei jedem selbst überlassen.

Auch Geschäftsführer des Humanistischen Verbands Deutschlands, Jürgen Steinecke, äußerte sich zum allgemeinen Tanzverbot an Feiertagen. Er finde nicht richtig, dass der Staat den Bürgern vorschreibe, was sie in der Freizeit zu tun oder zu unterlassen hätten. Steinecke findet es der „Hannoverschen Allgemeinen Zeitung“ zufolge unangemessen, an Karfreitag Vergnügungen und Tanzveranstaltungen zu verbieten.

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Tanzverbot in Niedersachsen: Private Feiern an Karfreitag erlaubt

Während das Tanzverbot in Hamburg 2022 erst an Karfreitag beginnt und bis Karsamstag geht, ist in Niedersachsen bereits Gründonnerstag das Tanzen untersagt. Das Feiertagsrecht des Landes Niedersachsen sieht vor, dass erst in der Nacht auf Ostersonntag die Musikanlagen ab 0 Uhr wieder hochgefahren werden dürfen. Private Feiern, im Vereins- oder Familienkreis, seien erlaubt – ebenso Konzerte, die lediglich zur musikalischen Darbietung dienen. Darüber hinaus ist in Niedersachsen folgendes erlaubt an Karfreitag*.

An Karfreitag gilt verlängertes Tanzverbot in Schleswig-Holstein

Schleswig-Holstein sind Tanzveranstaltungen von 2 Uhr am Karfreitag und von 0 bis um 2 Uhr am Karsamstag untersagt. Das Tanzverbot wurde 2016 um zwei Stunden gekürzt. Dafür gab es laut domradio.de viel Kritik. Die Leiterin des Katholischen Büros Schleswig-Holstein, Beate Bäumer, betonte die Wichtigkeit der Feiertage. Die Lockerung des Feiertagsschutzes zeuge von mangelndem Respekt gegenüber der christlichen Kultur. *24hamburg.de und kreiszeitung.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA

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