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Tankrabatt: Plötzlich steigen die Preise – Spar-Effekt verpufft

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Von: Jakob Koch

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Eigentlich sollen Autofahrer ab Mittwoch, 1. Juni 2022, finanziell an der Zapfsäule entlastet werden. Doch nun sind die Preise für Benzin und Diesel hoch wie lange nicht mehr.

Hamburg – Der Plan klang für Deutschlands finanziell gebeutelte Autofahrer zu schön, um wahr zu sein: Für drei Monate soll in Deutschland ab dem 1. Juni 2022 ein Tankrabatt gelten. Durch eine Senkung der Energiesteuer bis einschließlich August könnte Benzin um rund 35 Cent pro Liter und Diesel um etwa 17 Cent pro Liter billiger werden. Könnte! Denn offenbar verpufft der Spar-Effekt schon vor dem Start: An vielen Tankstellen sind die Preise für Benzin und Diesel teuer wie lange nicht mehr.

Tankstellen in Deutschland:Circa 14.500 Stück
Meiste Tankstellen einer Marke:Aral (2289 Stück)
Umsatz aller Tankstellen in Deutschland:14,7 Milliarden Euro
Durchschnittsgehalt eines Mitarbeiters:23.600 Euro

Tankrabatt: Tankstellen erhöhen die Preise für Benzin und Diesel vor dem 1. Juni 2022

Da reibt sich so mancher Autofahrer verwundert die Augen: 2,05 Euro zahlen sie bundesweit am Montag, 30. Mai 2022, durchschnittlich für einen Liter Diesel. Vor knapp einer Woche kostete er noch fast zehn Cent weniger. E10-Benzin lag am Mittwoch bei 2,13 Euro, vergangenen Mittwoch lag der Preis noch bei 2,07 Euro. Tendenz überall: steigend! Wie Focus Online berichtet, haben allein am 28. Mai 2022 mehr als Zweidrittel aller Tankstellen in Deutschland die Preise bei Super angehoben – bis zu zehn Cent.

Hoffnung machen da lediglich Aussagen des Präsidenten des Bundeskartellamts, Andreas Mundt: Der sagte gegenüber der BILD: „Wir haben jede einzelne der 14.500 Tankstellen in Deutschland genau im Blick“, sagte Mundt. Und weiter: Wir werden alles dafür tun, dass niemand tricksen kann.“ Doch die aktuellen Preise lassen derzeit nicht erahnen, dass die Preisspirale nach oben gestoppt werden kann. Das gibt auch der Kartelamts-Chef zu: „Das Bundeskartellamt kann die Benzinpreise nicht vorgeben. Wir sind eine Wettbewerbsbehörde, keine Preisbehörde“, so Mundt.

Der Blick etwa auf die Tankstellenpreise der Metropolregion Hamburg lässt Autofahrer stöhnen (Stand: 30. Mai 2022, 13:30 Uhr, Preise für SUPER E5):

Angesichts dieser Preise wirken die Worte von FDP-Finanzminister Christian Lindner eher nichtssagend, als wie eine konkrete Ansage. Er twitterte am Montag: „Wir lassen die Menschen nicht allein, die auf das Auto angewiesen sind. Vom hohen Spritpreis sollte der Staat nicht noch profitieren.“ Dennoch warnen Spediteure vor einem „Massensterben“ der Branche.

Tankrabatt: Am 1. Juni 2022 volle Tankstellen erwartet – lieber vorher tanken

Trotz oder gar wegen der aktuell hohen Preise für Benzin und Diesel werden für Mittwoch, 1. Juni 2022, volle Tankstellen erwartet. Es könnte zur Benzin-Knappheit kommen – zusätzlich zu den langen Schlangen vor den Tankstellen. Das befürchtet auch Duraid El Obeid, Vorsitzender des Bundesverbands Freier Tankstellen. Gegenüber der Wirtschaftswoche sagte er kürzlich: „Vor allem der 1. Juni könnte richtig dramatisch werden.“ Aufgrund der Lage in Russland infolge des Kriegs in der Ukraine sei nicht garantiert, dass genug Kraftstoff für alle da sein wird. Mehr dazu hier: Warum Autofahrer vor dem 1. Juni tanken sollten.

Eine Frau rauft sich die Haare vor einem Auto an einer Zapfsäule.
Sprit ist derzeit teuer wie lange nicht mehr – viele Autofahrer sind nur noch genervt. (24hamburg.de-Montage) © Westend61 / Rolf Poss / Imago

Tankrabatt: Wann Preise günstiger? Vermutlich erst schrittweise

Abseits des Vorgehens der Tankstellen könnte das Tanken grundsätzlich erst schrittweise billiger werden. Die Steuerlast der an den Tankstellen abgegebenen Kraftstoffe sinke sukzessive, hieß es am Montag aus dem Bundesfinanzministerium. Wurden Kraftstoffe bereits im Mai an die Tankstelle geliefert, so seien sie noch mit den alten und höheren Steuern belastet. Diese Kraftstoffe würden nach und nach verkauft, gegebenenfalls auch noch im Juni.

Aus dem Finanzministerium hieß es, erst ab dem 1. Juni könnten die Tankstellen Kraftstoffe, die mit dem gesenkten Steuersatz besteuert wurden, beziehen. Die Preisgestaltung für an der Tankstelle verkaufte Kraftstoffe obliege jedoch ungeachtet der energiesteuerlichen Belastung dem Betreiber. Fragen und Antworten zum Thema finden Sie auch auf wa.de: Das müssen Autofahrer zum Start des Tankrabatts am 1. Juni wissen.

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