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Preise für Benzin und Diesel explodiert – ADAC: „In keiner Weise zu rechtfertigen“

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Von: Patrick Huljina

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Die „2“ vor dem Komma: In den vergangenen Monaten ist sie vor allem beim Benzin verschwunden. Mit Ende des Tankrabatts könnte sie zur Normalität werden.

Update vom 1. September, 15.30 Uhr: Die extremen Preissteigerungen infolge des Tankrabatt-Endes sorgen für Diskussionen. Der ADAC sieht für die Preisexplosion keine Grundlage, sie sei „in keiner Weise zu rechtfertigen“. Adrian Willig, Geschäftsführer des Wirtschaftsverbands Fuel und Energie (EN2X) – zu dem unter anderem BP, Shell und Eni gehören –, erklärte: „Gründe aktueller Preissteigerungen sind eine gestiegene Nachfrage, knappe Kapazitäten in Raffinerien und logistische Herausforderungen.“ Das Bundeskartellamt kündigte bereits vor Ende des Tankrabatts an, die Branche genau unter die Lupe zu nehmen.

Tankrabatt-Ende: Die aktuellen Preise für Benzin und Diesel in Hamburg

Am Donnerstagmorgen ist der Preis für Super E10 um etwa 25 Cent, für Diesel um rund 10 Cent im Vergleich zum Vortag angestiegen. An den Tankstellen in Hamburg kostete der Liter Super E10 am Morgen mehr als 2 Euro, die Preise für einen Liter Diesel lagen sogar bei bis zu 2,30 Euro. Im Laufe des Tages schwankten die Spritpreise, wie üblich. Am Nachmittag hat sich die Lage wieder ein wenig entspannt.

Laut dem Vergleichsportal clever-tanken.de (Stand: 15.20 Uhr) liegt der Preis für einen Liter Super E10 in Hamburg aktuell zwischen 1,91 Euro und 1,98 Euro pro Liter – die Unterschiede zwischen den einzelnen Tankstellen sind groß. Noch größer ist die Preisdiskrepanz beim Liter Diesel. Der liegt aktuell zwischen 2,02 Euro und 2,13 Euro pro Liter.

ADAC mit deutlicher Kritik an Preissteigerungen: „In keiner Weise zu rechtfertigen“

Update vom 1. September, 10.50 Uhr: Mit dem Ende des Tankrabatts sind die Preise für Benzin und Diesel an den Zapfsäulen regelrecht explodiert. Der ADAC hatte im Vorfeld mitgeteilt, man gehe „nicht zwangsläufig“ von einem sprunghaften Anstieg aus. Nun ist allerdings genau das eingetroffen.

Am Donnerstag erklärte eine ADAC-Sprecherin der Nachrichtenagentur AFP, die Spritpreise hätten sich „noch einmal deutlich verteuert“. Beim Super E10 haben die Konzerne demnach rund 25 Cent pro Liter aufgeschlagen, beim Diesel etwa 10 Cent. „Angesichts voller Tanks an den Tankstellen, die bis gestern zu niedrigen Steuersätzen befüllt wurden, ist das gegenüber den Verbrauchern in keiner Weise zu rechtfertigen“, kritisierte die Sprecherin.

Auch die bereits in den vergangenen Tagen gestiegenen Spritpreise haben aus Sicht des ADAC keine Grundlage – „selbst dann nicht, wenn man Sonderfaktoren herausrechnet wie Transportschwierigkeiten oder Lieferengpässe“. Es habe demnach sogar Fälle gegeben, in denen Tankstellenbetreiber in den vergangenen Tagen Zapfsäulen gesperrt haben, um jetzt zu höheren Preisen abzukassieren. Das sei „besonders unverschämt“.

Ende des Tankrabatts: Spritpreise explodieren wirklich

Erstmeldung vom 1. September: Hamburg - Das Ende des Tankrabatts wurde mit Spannung erwartet. Viele Experten haben eine Spritpreis-Explosion befürchtet und ein Blick an die Tankstellen am Donnerstagmorgen (1. September 2022) zeigt: Sie lagen richtig. Die Preise für Benzin und Diesel sind mit dem Ende der Entlastungsmaßnahme in die Höhe geschossen. An nahezu allen Zapfsäulen stand wieder eine „2“ vor dem Komma.

Maßnahme:Tankrabatt
Geltungszeitraum:1. Juni 2022 bis 31. August 2022
Preisnachlass durch Steuersenkung:Benzin bis zu 35 Cent pro Liter, Diesel bis zu 17 Cent
Nachfolge-Regelung:Keine, der Tankrabatt läuft aus

Am Mittwoch (31. August 2022) bildeten sich an manchen Tankstellen sogar Schlangen. Viele Verbraucher wollten vor Ende des Tankrabatts noch einmal volltanken. Seit Mitternacht ist die dreimonatige Senkung der Energiesteuer auf Kraftstoffe wieder aufgehoben. Das macht sich an vielen Tankstellen bemerkbar. Die Spritpreise lagen am Donnerstagmorgen deutlich höher als noch am Mittwoch – und das, obwohl Benzin und Diesel bereits in den vergangenen Wochen vor Ende des Tankrabatts immer teurer geworden sind.

Nach Ende des Tankrabatts. Erhöhte Preise an einer Tankstelle in Berlin.
Bereits in den frühen Morgenstunden stiegen die Preise auf über 2 Euro an. Hier: Eine Tankstelle in Berlin gegen 2 Uhr morgens. © Christoph Soeder/dpa

Benzinpreis in Hamburg aktuell: Super und Diesel deutlich teurer

Super E10 kostete am Donnerstagmorgen laut Spritpreis-Daten des ADAC bei einem Großteil der Tankstellen in Hamburg mehr als 2 Euro. Am Mittwochmorgen lag der Preis in der Regel noch unter 1,90 Euro, in vielen Fällen auch unter 1,80 Euro.

Der Dieselpreis ist bereits im Vorfeld des Tankrabatt-Endes über 2 Euro gestiegen. Am Donnerstag kostete der Liter Diesel an vielen Tankstellen aktuell mehr als 2,10 Euro. An manchen Zapfsäulen in Hamburg mussten Verbraucher sogar einen Höchstpreis von mehr als 2,30 Euro pro Liter zahlen.

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Nach Ende des Tankrabatts: Preise für Benzin und Diesel könnten weiter steigen

Die Spritpreise könnten allerdings noch weiter steigen. Denn auch die Tankstellenbetreiber konnten bis Mittwoch noch Benzin und Diesel zum gesenkten Steuersatz einkaufen. Sie könnten den Sprit daher zunächst weiter günstiger abgeben. Bis das Ende des Tankrabatts voll auf die Kunden durchschlägt, könnte es also noch etwas dauern.

Allgemein sollten Autofahrer laut ADAC die Spritpreise im Blick behalten. Neben dem Preisvergleich auf diversen Tankseiten und Apps sollte man beim günstigen Tanken auch auf die richtige Uhrzeit achten. Die günstigsten Preise des Tages gibt es in der Regel zwischen 20 und 22 Uhr, sowie im Zeitraum zwischen 18 und 19 Uhr.

Mit dem Tankrabatt von Juni bis August hatte die Bundesregierung die Energiesteuer für drei Monate auf das von der EU erlaubte Mindestmaß gesenkt. Rechnerisch könnte der Preis für Super E10 durch die Aufhebung um 35 Cent pro Liter und für Diesel um 17 Cent pro Liter steigen.

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Tankrabatt: Deutschland lässt auslaufen – Frankreich erhöht

Während der Tankrabatt in Deutschland am Donnerstag ausgelaufen ist, wurde er in Frankreich sogar erhöht. Statt bisher 18 Cent gibt es im September und Oktober auf dem Festland einen Nachlass von 30 Cent pro Liter Benzin oder Diesel. Auf Korsika und in einigen Überseegebieten gilt laut Wirtschaftsministerium ein geringerer Preisnachlass.

In den nächsten Monaten soll der Tankrabatt aber auch in Frankreich abschmelzen: Im November und Dezember soll er auf 10 Cent verringert werden und zum Jahresende dann komplett auslaufen. (ph mit dpa)

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