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Spritpreis-Explosion nach Ende des Tankrabatts befürchtet – Schnell noch tanken?

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Von: Patrick Huljina

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Der Tankrabatt endet in der Nacht zum 1. September 2022. Experten erwarten einen deutlichen Preisanstieg, nur beim Zeitpunkt sind sie sich nicht einig.

Hamburg – Der Liter Superbenzin kostete rund 2,20 Euro, der Preis für einen Liter Diesel lag sogar bei mehr als 2,30 Euro – die Spritpreise eilten Anfang März 2022 von einem Rekord zum nächsten. In der Nacht zum Donnerstag (1. September) endet nun der Tankrabatt. Die Preise für Benzin und Diesel sind bereits im Vorfeld deutlich in die Höhe geschossen. Experten fürchten einen weiteren Anstieg.

Maßnahme:Tankrabatt
Geltungszeitraum:01. Juni 2022 bis 31. August 2022
Preisnachlass:Benzin bis zu 35 Cent pro Liter, Diesel bis zu 17 Cent
Nachfolge-Regelung:Keine, der Tankrabatt läuft aus

Ende des Tankrabatts zum 1. September 2022: Preise ziehen schon vorher deutlich an

Nach einem wochenlangen Sinkflug und einer kurzen Stagnation meldete der Allgemeine Deutsche Automobil-Club (ADAC) kurz vor Ende des Tankrabatts zuletzt wieder deutlich gestiegene Spritpreise. Ein Liter Superbenzin der Sorte E10 kostete demnach am Dienstag (30. August) im bundesweiten Durchschnitt 1,776 Euro, der Literpreis für Diesel lag bei 2,075 Euro. Die tatsächlichen Preise an den Tankstellen vor Ort waren teils deutlich höher – insbesondere im Süden Deutschlands.

Mit dem Tankrabatt endet die Senkung der Energiesteuern auf Kraftstoffe auf das in der EU zulässige Mindestmaß. Sie wurde vor drei Monaten eingeführt, um Autofahrer angesichts der insgesamt hohen Energiekosten zu entlasten. Ab Mitternacht am 1. September gelten für Benzin und Diesel wieder die alten Steuersätze. Inklusive Mehrwertsteuer steigt der Preis für Superbenzin der Sorte E10 damit um 35 Cent pro Liter, für Diesel werden pro Liter 17 Cent mehr fällig. Die Preise für Benzin und Diesel dürften sich daher wieder einander annähern.

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Experten fürchten Spritpreis-Explosion nach Ende des Tankrabatts

Experten sind sich zwar einig, dass die Spritpreise nach Ende des Tankrabatts weiter steigen werden. Allerdings gibt es unterschiedliche Meinungen zum Zeitpunkt. Der Bundesverband freier Tankstellen (BFT) erwartet bereits in der Nacht beziehungsweise in den frühen Morgenstunden des 1. Septembers ein deutliches Plus. „Ich gehe davon aus, dass wir da zunächst einen großen Preisaufschlag sehen“, sagte der Vorsitzende Duraid El Obeid der Deutschen Presse-Agentur. „Im Tagesverlauf und in den kommenden Tagen wird das dann aber sicher wieder etwas abschmelzen, wenn Wettbewerbseffekte einsetzen“, so seine Prognose.

Der ADAC geht hingegen „nicht zwangsläufig“ von einem sprunghaften Anstieg der Spritpreise nach Ende des Tankrabatts aus. Weil auch die Tankstellenbetreiber im August noch mit gesenktem Steuersatz einkaufen, könnte auch in den Tagen nach dem 31. August noch entsprechend günstigerer Sprit verfügbar sein.

Der Tankrabatt endet. Die Spritpreise könnten steigen. Eine Person tankt ihr Auto voll.
Der Tankrabatt endet in der Nacht zum 1. September. An der Zapfsäule könnte es dann wieder deutlich teurer werden. (Symbolbild) © Marijan Murat/dpa

Spritpreis-Explosion nach Tankrabatt-Ende? Experten uneinig beim Zeitpunkt

El Obeid vermutet allerdings eher leere Tanks. Außerdem hätten viele Betreiber bei der Einführung des Tankrabatts Verluste gemacht, weil sie teuer eingekauftes Benzin sofort nach der Steuersenkung günstig abgegeben hätten. „Kaufmännisch ist es geboten, diese Verluste jetzt wieder auszugleichen“, erklärte der Verbandspräsident.

Der Pressesprecher des Tankstellen-Interessenverband, Herbert Rabl, erwartet spätestens in zwei Wochen einen Preis von um die zwei Euro pro Liter. Die Geschwindigkeit des Preisanstiegs hänge insbesondere vom Verhalten der großen Konzerne ab. Rabl rechnet damit, dass die Steuern voll auf den Preis aufgeschlagen werden. „Vielleicht nicht direkt am Anfang, aber wenn der Kraftstoff nur noch teurer nachzukaufen ist, wird es definitiv überall teurer“, teilte er dem NDR mit.

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Eine Prognose des SWR geht sogar noch einen Schritt weiter und malt ein Worst-Case-Szenario. Der Blick auf den Durchschnittspreis verschweige, dass die tatsächlichen Preise an den Tankstellen teilweise deutlich höher liegen. Derzeit seien die Höchstpreise bei bis zu 2,70 Euro pro Liter angesiedelt – nach dem Ende des Tankrabatts könnten sie demnach sogar die Drei-Euro-Grenze überschreiten, so die Befürchtung.

Ende des Tankrabatts: Schnell noch tanken? ADAC warnt vor Hamsterkäufen

Viele Autofahrer fragen sich vor dem Ende des Tankrabatts, wie sie sich verhalten sollen. Noch einmal volltanken? „Man kann sicherlich jetzt noch einmal volltanken und so ein paar Cent sparen“, erklärte Christian Hieff vom ADAC Hansa dem NDR. Allerdings wird davor gewarnt, Sprit in Reservekanister zu füllen und möglicherweise zu hamstern. Hier bestehe ein „hohes Gefahrenpotential“ und bei der Lagerung in Garagen seien nur „sehr geringe Mengen“ erlaubt, schreibt der Automobil-Club auf seiner Homepage.

Allgemein sollten Autofahrer laut ADAC die Spritpreise im Blick behalten und tanken, wenn sich eine „günstige Gelegenheit“ ergibt. Neben dem Preisvergleich auf Tankseiten und Apps sollte man beim günstigen Tanken auch auf die richtige Uhrzeit achten. Die günstigsten Preise des Tages gibt es an der Zapfsäule in der Regel zwischen 20 und 22 Uhr, sowie im Zeitraum zwischen 18 und 19 Uhr. (ph mit dpa)

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