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Streit um Sonnenblumenöl spitzt sich zu: Security bewacht Regal in Hamburg

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Von: Natalie-Margaux Rahimi

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Hamsterkäufe kennen wir schon länger. Aktuell spitzt sich die Lage aber weiter zu. In Hamburg musste sogar die Security das Speiseöl-Regal bewachen.

Hamburg – Leere Regale in den Supermärkten, ausgelöst durch Hamsterkäufe: Durch den Ukraine-Krieg haben viele nun einen neuen Grund für das Hamstern gefunden. Denn weil die Ukraine als Kornkammer Europas gilt und aus der Region auch viel Speiseöl kommt, glauben einige Verbraucherinnen und Verbraucher offensichtlich, es sei höchste Zeit, sich mit einem Jahresvorrat an diesen Lebensmitteln einzudecken. In Hamburg hat der Kampf um das Öl eine neue Eskalationsstufe erreicht, denn zwischendurch musste ein Supermarkt das Regal von Security bewachen lassen.

Stadt:Hamburg
Fläche:755,2 km²
Einwohner:1,841 Millionen (2019) Eurostat

Hamsterkäufe bei Öl immer schlimmer: Security bewacht Supermarkt-Regal in Hamburg

Nein, das ist kein Scherz. Denn genauso soll es in einem Supermarkt im Hamburger Stadtteil Wilhelmsburg gewesen sein. Weil der Ansturm auf Öl so groß war, setzte der Supermarkt vorübergehend einen Security-Mitarbeiter für die Bewachung des Regals ein. Inzwischen ist der Kauf von Speiseöl dort wie auch in vielen anderen Hamburger Supermärkten rationiert. Das berichtet auch die Hamburger Morgenpost. Vielerorts ist auch der Verkauf von Toilettenpapier, weiterhin ein sehr deutsches Phänomen, und Mehl sowie Nudeln begrenzt.

Ein Security-Mitarbeiter muss das Öl-Regal im Supermarkt bewachen.
Hamsterkäufe: Security muss Speiseöl-Regal in Hamburg bewachen. (24hamburg.de-Montage) © Sportfoto Rudel/imago & Cord/imago

Diese drastische Maßnahme in Hamburg ist nicht der erste Vorfall, der zeigt, wie heftig der Kampf um Öl und andere Lebensmittel derzeit ist. Auch im Internet ist das Thema Hamsterkäufe sehr präsent. Auf Twitter beschwerte sich ein Aldi-Kunde über einen Zettel am Öl-Regal, der auf Hamsterkäufe anspielte. Die Frage, ob man Öl nur kaufe, weil es jeder macht, fand der Kunde offenbar „frech“.

Ein anderer Vorfall zeigt, wie verwirrt Kunden inzwischen sind, wenn die Speiseöl-Regale wieder gut gefüllt sind. Auf Twitter teilte eine Userin ihre Erfahrung. „Lustig mit anzusehen: Eine Frau, die ungläubig davor stand, eine Flasche rausnahm, schüttelte, wieder zurückstellte, wieder rausnahm“. Die Frau wollte offenbar prüfen, ob es sich um echtes Öl handelt, oder der Supermarkt Attrappen verwendet hatte.

Hamsterkäufe bei Aldi, Lidl, Edeka und Co.: Selbst für Notvorrat völlig unnötig

Es stellt sich vielen immer wieder die Frage, warum so viele Menschen zu Hamsterkäufen neigen. Was bewegt jemanden dazu, massenweise Öl, Mehl oder Reis einzukaufen? Gerade in Deutschland sind die Supermarkt-Regale täglich prall gefüllt und von außerordentlich großer Vielfalt. Angst, eines Tages vor einem leeren Supermarkt zu stehen, braucht eigentlich keiner zu haben. Möglich ist jedoch, dass diese Menschen sich für den Katastrophenfall eindecken wollen. Damit sie, im Falle eines Krieges oder längeren Sturms, einer Flut oder einem anderen Krisenfall, über Tage ohne Einkaufen auskommen.

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Allerdings ist Hamstern dafür gar nicht nötig. Das zeigt auch die Einkaufsliste für einen zehntägigen Notvorrat vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BKK). Bundesinnenministerin Nancy Faeser hatte kürzlich im Handelsblatt gesagt, dass es sinnvoll sei, einen solchen Notvorrat zu Hause zu haben. Dieser Notvorrat beinhaltet aber weder literweise Öl noch einen Einkaufswagen voll Mehl und Reis.

Aldi, Edeka, Lidl und Co.: Lebensmittel nicht nur knapp, sondern vor allem teuer

Hamsterkäufe bieten sich aktuell außerdem allein schon deshalb nicht an, weil viele Lebensmittel derzeit zu teuer sind. Speiseöl kostet teilweise an die fünf Euro pro Liter. Dies sorgte bei Kaufland-Kunden ebenfalls für großen Ärger, den sie bei Twitter mit anderen teilten. Gut, dass es im Supermarkt einige Tricks gibt, mit denen Verbraucherinnen und Verbraucher ganz einfach Geld sparen können.

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