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Was passiert, wenn ich keinen Rentenantrag stelle?

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Von: Robin Dittrich

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Viele Arbeitnehmer möchten nach Erreichen des Rentenalters noch nicht in Rente gehen. Doch was passiert, wenn schlichtweg kein Rentenantrag gestellt wird?

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Erstmeldung vom 17. Januar 2023: Hamburg – Wer 2023 das gesetzliche Rentenalter von 65 Jahren erreicht hat, kann in Rente gehen. Viele Verbraucher möchten jedoch noch länger arbeiten – um die spätere Rente beispielsweise zu erhöhen. Kann einfach weitergearbeitet werden, ohne dass ein Rentenantrag gestellt wird?

Sozialversicherung:Deutsche Rentenversicherung
Gründung:1. Oktober 2005
Versicherte:56,7 Mio. (31. Dezember 2019)
Rentner:21,2 Mio. (1. Juli 2020)

Trotz Eintritt des Rentenalters keinen Rentenantrag stellen?

Wer noch nicht lange genug in die Rentenkasse eingezahlt hat oder sich zu fit für den Ruhestand fühlt, möchte mit 65 Jahren oft noch weiterarbeiten. Damit steigern sich die Einnahmen oftmals deutlich – vor und bei Erhalt der Rente. Denn: Wer länger arbeitet, zahlt länger in die Deutsche Rentenversicherung ein. Wer trotz oder neben dem Erhalt der Rente weiterarbeiten möchte, sollte vertragliche Regelungen mit dem Arbeitgeber in Betracht ziehen. Oftmals ist dort eine Altersaustrittsklausel enthalten.

Statt der Rente kann weitergearbeitet werden – das passiert, wenn kein Rentenantrag gestellt wird.
Statt der Rente kann weitergearbeitet werden – das passiert, wenn kein Rentenantrag gestellt wird. © Christian Charisius/dpa (Symbolbild)

Muss unabhängig vom Arbeitgeber überhaupt ein Rentenantrag gestellt werden, wenn das gesetzliche Rentenalter von 65 Jahren erreicht wurde? Nein. Niemand ist verpflichtet, einen Rentenantrag zu stellen. Wenn die vertraglichen Angelegenheiten mit dem Arbeitgeber geklärt sind, kann einfach weitergearbeitet werden – eine Rente wird dann nicht ausgezahlt. Wie verändert dieses Verhalten den Rentenanspruch? Welche Auswirkungen hat die Weiterarbeit auf die Sozialversicherung?

Diese Auswirkungen hat das fehlende Stellen eines Rentenantrages

Verbraucher, die trotz Eintritt ins Rentenalter keine Rente beziehen möchten, sind weiterhin versicherungspflichtig in der Rentenversicherung. Dabei gibt es nach Paragraf 5 Absatz 4 Nr. 3 des Sozialgesetzbuches VI wenige Ausnahmen, die von der Versicherungspflicht befreien. In der Kranken- und Pflegeversicherung besteht grundsätzlich ebenfalls eine Versicherungspflicht. Nur bei der Arbeitslosenversicherung besteht nach Erreichen der Regelaltersgrenze eine Versicherungsfreiheit.

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Versicherungsfrei von der Deutschen Rentenversicherung sind Verbraucher, die nie rentenversichert waren. Wer noch keine Rente erhalten möchte und stattdessen weiterarbeitet, sollte sich frühzeitig über die Rahmenbedingungen informieren. Die Rente muss spätestens drei Monate nach Erreichen des Rentenalters beantragt werden, um sie rückwirkend zu erhalten. Ein Weiterarbeiten neben der Rente kann sich ebenfalls lohnen. Insbesondere für Frührentner ist diese Form attraktiv, weil die Zuverdienstgrenze seit 2023 weggefallen ist. Grundlegend gilt jedoch auch dort: Ohne Rentenantrag keine Rente.

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