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Steigende Energiepreise in Hamburg: Für wen es im Winter besonders teuer wird 

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Von: Bona Hyun

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Die Energiepreise steigen weiter. Einigen Verbrauchern steht ein teurer Winter bevor. Vor allem Bewohner in einer Form von Häusern wird‘s wohl hart treffen.

Hamburg – Die Energiepreise explodierten seit Beginn des Ukraine-Kriegs und werden auch weiterhin steigen. Besonders das Heizen wird immer teurer und kostet das dreifache vom Gaspreis. Besorgniserregend ist in der momentanen Gas- und Energiekrise für viele der Winter. Logisch, denn zu dieser Jahreszeit müssen Verbraucher mehr heizen, als sonst. Bewohner in unsanierten, älteren Gebäuden trifft es hart.

„Die in der Regel schlechteste Energiebilanz haben unsanierte Häuser aus den 1950er- bis 1980er-Jahren, also etwa viele der typischen Rot-Klinker-Bauten“, sagt der Bauphysiker Johannes Zink dem Abendblatt. Die findet man in Hamburg nicht selten. Verbraucher können selbst Hinweise der Energiezustände entnehmen.

Eine Übersicht und Vergleich der Heizkosten.

Norddeutsche Hafenstadt:Hamburg
Fläche:755,2 km²
Höhe:3 m
Bevölkerung:1,841 Millionen (2019)

Energiepreise Hamburg – welche Bewohner es im Winter besonders hart treffen wird

Bewohner in einer 70-Quadratmeter-Wohnung mit Gasheizung, Baujahr 1977, zahlten 2020 im Durchschnitt 770 Euro jährlich an Heizkosten. Laut Abendblatt-Informationen zahlten Bewohner einer nach 2002 gebauten Wohnung 470 Euro Heizkosten – bei gleicher Größe. Neukunden werden wegen des Anstiegs der Energiepreise im Schnitt 22 Cent pro Kilowattstunde an Heizkosten bezahlen müssen (Stand: Ende Juni 2022). Demnach erhöhen sich Kosten auf 2387 Euro für den Altbau und 1262 Euro für Bewohner neuer Wohnungen.

Digtale Heizung mit einem Frostzeichen
Heizen im Winter wird bei den steigenden Energiepreisen für Bewohner in Altbauen teuer. (24hamburg-Montage) © serienlicht/imago/Jan Woitas/dpa

Auch die Stuttgarter Nachrichten haben bereits über mehr Heizkosten für Bewohner ältere Gebäude wegen der Erhöhung der Energiepreise berichtet. Laut der Berechnung würden auf Bewohner bei einer 80 Quadratmeter-Wohnung aus 1995 Gaspreise zwischen 1500 und 2400 Euro zukommen. Heizen mit Strom würde die Verbraucher zwischen 3700 und 5900 Euro kosten. Für die Berechnung zählen weitere Faktoren wie der Gebäudezustand, das individuelle Heizverhalten auch eine Rolle. Alle Energieträger müssen laut Stuttgarter Nachrichten mit Preisanstiegen rechnen, auch wenn es unklar ist, wie hoch sich die Preisunterschiede entwickeln werden. Entlastet werden Verbraucher mit der Energiepauschale von 300 Euro. Aber: Was bleibt nach der Gasumlage von den 300 Euro übrig?

Hezikosten von 2020 verschiedener Gebäude im Vergleich (heizspiegel.de)

70 Quadrameter-Wohnung:

Baujahr 1978-1983 bei 7,1 Cent pro KWh: 740 Euro
Baujahr 1980-1990 bei 7,1 Cent pro KWh: 685 Euro
Baujahr 1990-2000 bei 7,1 Cent pro KWh: 565 Euro
Baujahr 2000 bis heute bei 7,1 Cent pro KWh: 470 Euro

Einfamilienhaus von 110 Quadratemetern

Baujahr 1978-1983 bei 7,1 Cent pro KWh: 1355 Euro
Baujahr 1980-1990 bei 7,1 Cent pro KWh: 1255 Euro
Baujahr 1990-2000 bei 7,1 Cent pro KWh: 1045 Euro
Baujahr 2000 bis heute bei 7,1 Cent pro KWh: 860 Euro

Energiepreise steigen: Heizkosten berechnen – Hinweise der Energieausweise nicht immer konkret

Hinweise auf den energetischen Zustand eines Gebäudes gibt natürlich auch der Energieausweis – doch nicht immer sind die Angaben korrekt. Grundsätzlich wird zwischen Bedarfs- und Verbrauchsausweise unterschieden. Der Bedarfsausweis berücksichtigt Daten wie Baujahr, Gebäudetyp, technische Daten zur Heizung und standardisierte Rahmenbedingungen. Das Ergebnis ist unabhängig vom individuellen Heizverhalten der Bewohner, dafür aber ungenauer. In Zeiten steigender Energiepreise könnten preisgünstige Angebote dadurch weniger genau ausfallen.

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Der Verbrauchsausweis berechnet den Energiezustand mit tatsächlichen Verbräuchen des betreffenden Hauses. Doch „Leerstände im Gebäude oder die Gesamtnutzfläche werden manchmal nicht richtig erfasst“, so heißt es – genau das kann die Ergebnisse verfälschen, schreibt ein Ratgeber der Verbraucherzentrale.

Steigende Energiepreise: Fenster können Hinweise auf Energiezustand eines Gebäudes geben

Zudem sind laut Bauphysiker Zink Fenster wichtig, wenn es um den Energieverbrauch geht – vor allem dann, wenn – so wie aktuell wegen der Energiekrise die Energiepreise steigen. Alle 30 Jahre sollten Fenster ausgetauscht werden, so Zink gegenüber dem Abendblatt. Wie alt die eingebauten Fenster sind, stehe oft auf dem Aluminium-Rand zwischen den beiden Scheiben. Diesen kann man an der Seite beim Öffnen finden. Seit der Mitte der 1990er-Jahre werden fast immer Wärmeschutzgläser verwendet, die dafür sorgen, dass wertvolle Heizwärme nicht nach außen tritt und man so Energie und Wärme verschwendet.

Steigende Energiepreise treffen Hamburg – Hansestadt leitet Sparmaßnahmen ein

Um Energie zu sparen und damit Hamburger Schulen nicht frieren müssen, werden auch in der Hansestadt Hamburg alle möglichen Maßnahmen eingeleitet. Hamburg kämpft gegen die Energiekrise – unter anderem wird in die Schulung der Hausmeister investiert. Ein Vorschlag der CDU lautet zudem, an der Elbphilharmonie nachts das Licht auszuschalten – quasi nach Berliner Vorbild. In der Bundeshauptstadt wurde die Nachtbeleuchtung großer Wahrzeichen eingestellt.

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