1. 24hamburg
  2. Verbraucher

Warum uns der Geruch von Sommerregen so glücklich macht

Erstellt:

Kommentare

Wenn es im Sommer heiß ist, dann ist Regen meist eine willkommene Abwechslung. „Petrichor“ nennt man den Geruch von Sommerregen – und darum lieben wir ihn.

Hamburg – Der Geruch von Sommerregen macht uns glücklich. Wenn es draußen so heiß ist, dass Hitzerekorde gebrochen werden, und dann von oben eine angenehme Abkühlung kommt, dann ist man schon mal geneigt, im Regen zu tanzen. In Hamburg wird sich nächste Woche die Möglichkeit dafür ergeben. Von Montag, 15. August, bis Donnerstag, 18. August, soll es zwischen 21°C und 29°C warm werden, allerdings auch an jedem Tag regnen.  

Stadt in DeutschlandHamburg
BürgermeisterPeter Tschentscher
Einwohner1.904.444 (Stand 2021, Sozialamt)
Gegründet500 n. Chr.
Fläche755,2 km²

Da bietet sich ein Regentänzchen an, bei dem Kinder so wie Erwachsene Freude haben können. Doch warum macht uns Sommerregen eigentlich so glücklich und was ist der besondere Geruch, den man dabei wahrnimmt?

Geruch von Sommerregen an heißen Tagen – in der Wissenschaft heißt er Petrichor

Wenn im heißen Sommer plötzlich der Regen einsetzt, dann freuen sich nicht nur die Bauern, deren Felder nach der Dürre wieder benässt werden. Auch jedes Kind springt dann gern durch die Pfützen und spielt mit Freunden im regennassen Garten.

Dabei zeichnet Sommerregen sich durch einen ganz besonderen Geruch aus, der „Petrichor“ genannt wird. Das Wort setzt sich aus den altgriechischen Bezeichnungen für Fels (pétrā) oder Stein (pétros) sowie īchṓr zusammen, was so viel wie „Blut der Götter“ bedeutet. Der Begriff Petrichor wurde 1964 von zwei australischen Mineralogen der Commenwealth Scientific and Industrial Research Organisation (CSIRO) erfunden, die den Geruch von Sommerregen untersuchten und in einem Artikel für die Fachzeitschrift „Nature“ den Begriff zum ersten Mal nutzten.

Frau, die im Regen tanzt, und ein Bild von Regentropfen auf Asphalt
Sommerregen macht uns so glücklich, dass wir im Regen tanzen wollen. Aber woran liegt das? (24hamburg.de-Montage) © IMAGO Images/agefotostock & IMAGO Images/Addictive Stock

Genauer beschreibt das Wort den Prozess, der von statten geht, wenn Regentropfen auf von der Sonne erwärmte Oberflächen treffen. Damit ist übrigens nicht nur Gras - das man übrigens auch nach Regen gießen sollte - oder Erde gemeint, auch von trockenen Oberflächen wie Asphalt kann Petrichor aufsteigen.

Sommerregen Geruch: Wenn Regen auf heiße Oberflächen trifft: So entsteht Petrichor

Die Bezeichnung für Petrichor kommt also aus dem Altgriechischen und bedeutet so viel wie „Blut der Götter auf Steinen“, doch wie entsteht der besondere Geruch eigentlich, der uns so glücklich macht?

Petrichor besteht aus zwei Zutaten, die in ihrer Verbindung für den Menschen wohltuend riechen. Wenn es wie in der letzten Hitzewoche in Deutschland eine längere Zeit lang trocken ist, dann sondern Pflanzen ein bestimmtes Öl ab. Dieses Öl ist die eine Zutat, die andere ist Geosmin, ein alkoholischer, erdig riechender Stoff, den Bakterien im Boden produzieren. Wenn es regnet, steigen beide Stoffe in die Luft auf und verbinden sich, was den einzigartigen Geruch erzeugt, der für uns besonders gut riecht. Forscher des Massachusetts Institute of Technology (MIT) fanden außerdem 2015 in Studien heraus, dass die beiden Stoffe in kleinen Bläschen in die Luft steigen, die zerplatzen und dadurch die Aerosole freisetzen.

Weitere Theorien besagen, dass diese Aerosole den Reichnerv ähnlich wie Pheromone stimulieren, was den Regen so gut riechend macht. Diese Hypothese ist allerdings nicht offiziell bestätigt.

Sommerregen Geruch schon vor dem eigentlichen Regen – warum?

Manche Menschen wissen wie besonders empfindsame Tiere schon vorher, wenn es einen Sommerregen geben wird. Der Grund dafür sind ebenfalls Geosmin und das Pflanzenöl, die nicht unbedingt einen Platzregen brauchen, um aus dem trockenen Boden in unsere Nase zu steigen.

24hamburg.de-Newsletter

Im Newsletter von 24hamburg.de stellt unsere Redaktion Inhalte aus Hamburg, Norddeutschland und über den HSV zusammen. Täglich um 8:30 Uhr landen sechs aktuelle Artikel in Ihrem Mail-Postfach – die Anmeldung ist kostenlos, eine Abmeldung per Klick am Ende jeder verschickten Newsletter-Ausgabe unkompliziert möglich.

Tatsächlich entfaltet sich Petrichor besser, wenn es sich um einen leichten Regen handelt. „Der Geruch verteilt sich intensiver, wenn es nur leicht regnet“, erklärt auch Hana Hofman vom BAYERN 1 Wetterteam. Dafür reiche es oft schon, wenn vor dem eigentlichen Regen die Luftfeuchtigkeit zunimmt. „Das sind ja auch winzige Mengen an Wasser, die da den Boden berühren. Und deswegen kann man Regen oft schon vor dem Regen riechen.“

Spaß im Sommerregen – warum wir ihn so lieben

Warum Menschen den Sommerregen so lieben, hängt aber nur zum Teil mit dem wohltuenden Geruch zusammen. Schließlich erlaubt er einem auch, für ein paar Stunden noch einmal Kind zu sein.

Forscher der US-amerikanischen Michigan State University fanden bereits vor Jahren heraus, dass Gerüche die stärksten Erinnerungen in uns hervorrufen. Wenn wir etwas riechen, dass wir aus unserer Kindheit kennen, erleben wir gleichzeitig auch das Gefühl von damals erneut. Wer also jemals als Kind unbeschwert durch einen Sommerregen gehüpft ist, der wird auch im Erwachsenenalter immer wieder das Glücksgefühl von damals empfinden – und sich vielleicht nochmal zu einem Regentänzchen hinreißen lassen.

Auch interessant

Kommentare