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Sind mitlaufende Parkscheiben erlaubt? Diese Strafe droht

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Mitlaufende Parkscheiben gibt es in vielen Varianten. Bei vielen droht bei Nutzung ein Bußgeld. Doch einige sind auch in Deutschland erlaubt.

Hamburg – „Nie wieder Strafzettel“ versprechen zwielichtige Anbieter mit einer automatisch mitlaufenden Parkscheibe. Die Idee ist simpel: Wenn die berühmte blau-weiße Scheibe nicht per Hand eingestellt werden muss, sondern sich ständig von einem winzigen Motor getrieben weiterdreht, kann man nie die Parkdauer überschreiten. Doch die deutsche Bürokratie ist gegen so einen böswilligen Erfindergeist natürlich gewappnet und hält Bußgelder parat. Unter bestimmten Umständen ist sowohl eine mitlaufende als auch eine elektronische Parkscheibe jedoch durchaus erlaubt.

Name:Parkscheibe
Nutzen:Überwachung der Parkzeit
Einsatz bei:entsprechender Beschilderung
Deutschlandpremiere:1961 in Kassel

Mitlaufende Parkscheibe: Deswegen ist sie nicht erlaubt – Vorgabe der Straßenverkehrsordnung

Um zu erörtern, wie eine mitlaufende Parkscheibe erlaubt sein kann, muss man erstmal wissen, was die Straßenverkehrsordnung prinzipiell für Anforderungen an den Zeitanzeiger stellt. Denn die klassische Parkscheibe muss nicht nur auf jeden Fall blau sein, sondern hat mit 11 Zentimetern Breite und 15 Zentimetern Höhe auch ein vorgegebenes Format. Kurios: Auch in welche Richtung die Zahlen laufen, ist geregelt, wie eine bayrische Gemeinde feststellen musste, nachdem sie tausende Scheiben als Geschenk verteilt hatten. Oder hätten Sie gewusst, dass bei dieser Parkscheibe Strafe droht?

Ansonsten gilt: Die Parkscheibe muss laut dem StVo-Paragraphen „eingestellt“ sein auf den Strich der nächsten halben Stunde nach Ankunftszeit. Und hier kommt es zu den entscheidenden Problemen mit der mitlaufenden Parkscheibe: Da der kleine Motor auf der Rückseite der Scheibe die Uhrzeit ständig weiterdreht, gilt sie schlicht nicht als „eingestellt“. Selbst, wenn dem Kontrolleur oder der Kontrolleurin nicht auffällt, dass sich die Uhrzeit laufend verändert, würde sie in den allermeisten Fällen nicht auf dem Halbstunden-Strich stehen – und wäre somit auch eines Verwarnungsgeldes würdig.

Mit einer mitlaufenden Parkscheibe erwischt? Dieses Bußgeld droht

Das Knöllchen, das sich daraufhin am Scheibenwischer wiederfinden wird, wenn die falsche Parkscheibe einem Ordnungshüter oder Ordnungshüterin auffällt, wird den Übeltäter mit mindestens 20 Euro aber „nur“ genauso viel kosten, wie eine komplett vergessene Zeitmessung – mit der Möglichkeit der Verdopplung der Strafe je nach Parkdauer.

Doch während mancher Autofahrer die motorisierte Parkscheibe vielleicht als harmlosen Streich ansehen und trotzdem ausprobieren würde, könnte die auf der „Gegenseite“ als Täuschungsversuch oder sogar als Betrug verstanden werden. Droht also eine noch größere Strafe? Nein, sagen die Experten von rechtstipp24.de. Die haben das juristische Szenario durchgespielt und meinen: Da es zu keinem Vermögensschaden kommt, wird der Strafbestand des Betrugs nicht erfüllt.

Parkscheibe blau weiß
Ob Bequemlichkeit bei einer mitlaufenden Parkscheibe wirklich ein Kaufgrund ist, oder man seine Parkdauer maximieren will: Bei der Nutzung droht in den meisten Fällen ein Bußgeld. (Symbolbild) © Panthermedia/Imago

So sind mitlaufende Parkscheiben doch erlaubt – auch gänzlich elektronische Varianten

Dass die mitlaufende Parkscheibe in ihrer puren Form also nicht gültig auf deutschen Parkplätzen ist, geben übrigens auch die eingangs erwähnten dubiosen Anbieter im Kleingedruckten zu. Sie weisen darauf hin, dass die Parkscheibe natürlich nur mitläuft, damit man zum Zeitpunkt des Parkens die richtige Uhrzeit hat und sich aufwendiges Raddrehen erspart. Durch einen Stopp-Schalter auf der Rückseite soll man vor dem Aussteigen einfach den Motor ausstellen und hat so immer die richtige Parkzeit.

Erwischt man einen gütigen Ordnungshüter, der auch Uhrzeiten abseits der 30-Minuten-Striche akzeptiert, und vorausgesetzt, die Parkscheibe hat die richtige Farbe und Größe, dann ist sie tatsächlich auch rechtens.

Für Verbraucher, die sich tatsächlich auf sichere Art und Weise den zugegebenermaßen recht geringen Aufwand des Parkscheibe-Einstellens ersparen wollen, gibt es elektronische Varianten. Diese Modelle, die eine Typengenehmigung besitzen und optische Anforderungen erfüllen müssen, zeigen die Uhrzeit im 24-Stunden-Format an und stellen sich automatisch auf die korrekte Zeit, sobald das Auto angehalten wird.

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