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5 Sekunden bis 20 Minuten: So lange sind Coronaviren in der Luft ansteckend

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Von: Natalie-Margaux Rahimi

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Wie lange sind Coronaviren in der Luft wirklich ansteckend? Eine neue Studie zeigt: Je nach Luftfeuchtigkeit ist das völlig unterschiedlich. Abstand aber bleibt wichtig.

Hamburg – Die Corona-Zahlen sind aktuell so hoch wie noch nie in Deutschland. Mit über 200.000 Fällen binnen 24 Stunden wurde jüngst in neuer Rekordwert an Neuinfektionen verzeichnet. Viele Menschen wissen gar nicht, wo sie sich angesteckt haben. Doch um das Infektionsrisiko zu minimieren, untersuchen Forscher weltweit immer wieder das Ansteckungsrisiko im Freien, draußen und unter verschiedensten Luftgegebenheiten.

Wissenschaftler aus Bristol haben nun untersucht, wie ansteckend das Coronavirus in welcher Luft ist. Die Untersuchung bezieht sich in erster Linie auf frühere Varianten von Corona, die Forscher gehen laut ntv.de jedoch davon aus, dass die Ergebnisse bei Omikron nicht großartig anders ausfallen würden.

Virus:Coronavirus
Krankheit:COVID-19
Krankheitserreger:SARS-CoV-2
Vorkommen:Weltweit

Corona-Studie zeigt: Infektiösität der Viruspartikel hängt von der Luftfeuchtigkeit ab

Was wir bisher wussten: In Innenräumen steckt man sich in der Regel schneller an, als draußen. Wissenschaftler der Universität Bristol haben nun jedoch herausgefunden, dass die Infektiösität von Viruspartikeln in der Luft von der Luftfeuchtigkeit im Raum abhängig ist. Die Untersuchung zeigt: Umso trockener die Luft, desto schneller sinkt die Infektiösität. Das liegt daran, dass die Viruspartikel schneller austrocknen und dann nicht mehr so einfach menschliche Zellen infizieren können.

Eine Grafik zum Aerosol-Ausstoß des Menschen.
Aerosol-Forscher aus Bristol: So lange sind Coronaviren in der Luft ansteckend. © Science Photo Library/imago

So ergibt die Studie, dass Viruspartikel in trockenen Büros und anderen Orten mit einer Luftfeuchtigkeit unter 50 Prozent, rasch an Infektiösität verlieren. Nach etwa fünf Sekunden habe schon die Hälfte der Viruspartikel ihre Infektiösität verloren, schreibt ntv.de. Anders hingegen verhalten sich Viruspartikel in Räumen mit einer Luftfeuchtigkeit von über 90 Prozent – beispielsweise Duschräumen. Dort waren laut Forschung auch noch nach fünf Minuten die Hälfte aller Viruspartikel ansteckend.

Nach 20 Minuten sei nur noch ein sehr geringer Anteil, etwa 10 Prozent, der Viruspartikel in der Luft ansteckend, so die Forscher. Und zwar unabhängig von der Luftfeuchtigkeit. Mit dem Gesamtergebnis liefert die Studie der Universität Bristol neue Erkenntnisse. Denn laut ntv seien Forscher bisher immer davon ausgegangen, dass das Coronavirus eine Luftfeuchtigkeit zwischen 20 und 40 Prozent bevorzugt.

Studie zum Coronavirus: Warum Abstandhalten eine der wichtigsten Maßnahmen bleibt

Die Forschung hatte außerdem ergeben, dass Abstandhalten immer noch eine immens hohe Bedeutung in der Bekämpfung der Coronavirus-Pandemie innehat. Wie ntv berichtet, könne schon ein halber Meter mehr oder weniger einen großen Unterschied in der Ansteckungsgefahr ergeben. „Der Abstand spielt bei der Ansteckungsgefahr eine wichtigere Rolle als bisher gedacht. Das ist für mich wirklich neu“, sagte Aerosol-Experte Gerhard Scheuch dazu im ntv-Podacast „Wieder was gelernt“.

Das Coronavirus übertrage sich demnach in der Regel über eine kurze Distanz. Mit Freunden nebeneinander auf dem Sofa sitzen, ist demnach gefährlicher als der Besuch im Großraumbüro, in dem Mitarbeiter genügend Abstand zueinander halten und ausreichend lüften.

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Das Lüften, so ntv.de, sei ebenfalls eine der wichtigsten Maßnahmen. Die wenigen Aerosole, die sich länger als 20 Minuten in der Luft halten, könnten ohne entsprechendes lüften laut des Berichts mehrere Stunden infektiös sein. Das Risiko einer Ansteckung erhöhe sich außerdem, wenn mehrere Leute in einem Raum sind – weil Menschen CO2 ausatmen und eine hohe CO2-Konzentration gut für Viren ist, so der Bericht.

Aerosol-Untersuchung der Universität Bristol: Realitätsgetreue Nachahmung mit völlig neuem Gerät

Damit die Forschung der Universität Bristol so realitätsgetreu wie möglich sein kann, haben die Wissenschaftler laut ntv ein völlig neues Gerät entworfen. Der entwickelte Apparat, in dem Aerosole in einem elektrischen Feld schweben, ahmt das menschliche Atmen, Husten und Sprechen demnach realitätsgetreu nach.

Diese Technik ist vollkommen neu, denn bisher konnten vergleichbare Apparate die Aerosole lediglich versprühen, was dem menschlichen Verhalten jedoch nur wenig nah kommt. Bei den Untersuchungen der Infektiösität der Viruspartikel handelte es sich um eine „sehr komplizierte Messmethode“, sagte Aerosol-Experte Scheuch im ntv-Podcast. Die Messmethode müsse im übrigen noch validiert werden, heißt es. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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