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See in Niedersachsen leuchtet purpur: Behörde warnt vor Kontakt

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Von: Ulrike Hagen

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Ein See in Niedersachsen sorgt für Rätsel: Er leuchtet purpurfarben. Experten warnen davor, das Wasser zu berühren. Was hat es mit dem Naturschauspiel auf sich?

Hildesheim – Es ist ein beeindruckendes Naturschauspiel: Ein Teich im Hildesheimer Wald verfärbt sich plötzlich leuchtend purpur. Das Gewässer in Niedersachsen sorgt wegen seiner Farbe für großes Aufsehen. Denn der Teich in der Gemeinde Sibbesse strahlt in einer Farbe, die sonst in der Natur nicht vorkommt, wie auf Bildern zu erkennen ist.

Purpurfarben schimmerndes Wasser in einem kleinen Teich im Hildesheimer Wald bei Sibbesse.
Purpurfarben schimmert das Wasser in einem kleinen Teich im Hildesheimer Wald bei Sibbesse. © Julian Stratenschulte/dpa

Rätsel um purpurfarbenen Teich im Hildesheimer Wald: Behörde warnt vor Kontakt

Offenbar seien Bakterien der Grund für die Verfärbung in dem See bei Hildesheim, so der Niedersächsische Landesbetrieb für Wasserwirtschaft, Küsten- und Naturschutz (NLWKN). Möglicherweise haben diese Gärungsprozesse in Gang gesetzt, sagte der NLWKN der dpa.

„Solche typischen Verfärbungen haben häufig den Hintergrund, dass dort Mikroorganismen tätig sind – und das sind hier sehr wahrscheinlich Purpurbakterien“, erklärt Hans-Heinrich Schuster vom Seen-Kompetenzzentrum des NLWKN. Oftmals seien Gewässer, in denen sich solche Bakterien tummeln, in einem ungünstigen Zustand.

See in Niedersachsen leuchtet purpur – Bakterien verursachen Farbspektakel

Über Gärungsprozesse entstehe Schwefelwasserstoff, den die Bakterien zusammen mit Licht nutzen, um Fotosynthese zu betreiben. Natürliche Farbstoffe, sogenannte Carotinoide, seien für die leuchtende Farbe der Bakterien verantwortlich und unterstützen sie bei der Fotosynthese in ungünstigen Umgebungen. Das berichtet kreiszeitung.de.

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Purpur-Gewässer: Experte rät von Kontakt ab

Häufig seien Kleinstgewässer von diesen Bakterien betroffen. Sie könnten aber auch in sehr tiefen Seen vorkommen, wo es in tieferen Schichten kaum Sauerstoff gibt, wird Schuster von der dpa zitiert. Zuletzt warnten Forscher vor Bakterien-Hotspots auf Mikroplastik im Meer.

Von einem Betreten solcher Gewässer rät der Experte ab. Bei den Bakterien handele es sich allerdings nicht um Blaualgen, die in Niedersachsen immer wieder zu Badeverboten führen und manchmal auch eine rötliche Färbung haben könnten. Diese seien weitaus giftiger.

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