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Schlafexperten sicher: Sie sollten niemals in weißer Bettwäsche schlafen

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Von: Natalie-Margaux Rahimi

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Hotels und Krankenhäuser verwenden sie, weil sie als besonders hygienisch und rein gilt. Doch weiße Bettwäsche soll alles andere als gut sein.

Hamburg – Wer kennt es nicht. Man checkt in das Hotelzimmer ein und lässt sich direkt einmal in das weiche Federbett fallen und schließt die Augen zum Entspannen. In 99,99 Prozent der Fälle ist das Bett weiß bezogen. Das wirkt hygienisch, rein und frisch gewaschen – man fühlt sich wohl. Lange Zeit galten zarte Farben wie weiß, hellblau oder rosa förderlich für den Schlaf. Schlafexperten kommen nun aber zu einer ganz anderen Empfehlung. Sie raten sogar dringend davon ab, in weißer Bettwäsche zu schlafen – warum?

Hormon:Melatonin
Formel:C13H16N2O2
Auch bekannt als:Schlafhormon

Weiße Bettwäsche wirkt sich unvorteilhaft auf den Melatonin-Spiegel aus

Melatonin, auch das Schlafhormon oder Nachthormon genannt, wird von der Zirbeldrüse gesteuert und sorgt dafür, dass wir abends müde werden und morgens wach. Steigt der Melatonin-Spiegel an, werden wir müde, es wirkt schlaffördernd. Sobald es dunkel und Abend wird, gibt die sogenannte Zirbeldrüse Melatonin an das Blut weiter. Bis tief in die Nacht hinein steigt der Spiegel des Schlafhormons weiter an. Sobald der Morgen näher rückt, nimmt das Melatonin ab und wir werden wach. Dabei hilft auch sogenanntes Cortisol, das als Wachmacher bekannt ist. Melatonin und Cortisol wechseln sich am Tage also ab.

Eine Frau gähnt müde in ihrem weiß bezogenen Bett.
Nie in weißer Bettwäsche schlafen: Könnte für unruhige Nächte sorgen. © Andrey Popov/imago

Dunkelheit fördert die Bildung des Schlafhormons Melatonin, während Licht die Hormonproduktion hemmt. Schlafexpertin Dorothy Chambers von SleepJunkie warnt deshalb auch vor heller, gar weißer oder hellblauer Bettwäsche. „Wenn es um Bettlaken geht, sind Farbtöne in den Familien Gelb, Orange, Rot und Schwarz am besten geeignet, aber halten Sie sich von Weiß und hellen Blautönen fern“, sagt Dorothy. 

Niemals in weißer Bettwäsche schlafen: Forscher raten zu dunklen Tönen

Und trotz der weit verbreiteten Annahme, dass weiße Bettwäsche sich besonders gut für unseren Schlaf eignen würde, bekommt Dorothy Chambers auch Unterstützung von Neuropsychologe Alexander Burgemeester. „Am besten ist es, dunklere Bettwäsche zu verwenden, um besser schlafen zu können“, so Burgemeester laut homesandgardens.com.

Seiner Meinung nach belasten besonders helle Farben die Augen und würden beim Entspannen stören, weshalb Menschen eher auf neutrale und nicht zu helle Farben wie grau bei der Bettwäsche zurückgreifen sollten.

Weiße Bettwäsche beeinflusst unseren Schlaf negativ

Herausgefunden hat Schlafexpertin Dorothy Chambers dies bei einer Schlafuntersuchung (Sleep Junkie). Mehr als 1000 Erwachsene wurden in dem Untersuchungsprogramm befragt, um etwaige Auswirkungen von Schlafzimmereinrichtungen und Farben auf die Schlafqualität zu untersuchen. Am Ende steht die besagte Erkenntnis, dass weiße oder hellblaue Bettwäsche unseren Melatonin-Spiegel beeinflussen können.

Kehrt man zur Wissenschaft zurück, klingt das auch ziemlich logisch. Denn wenn Licht die Bildung von Melatonin hemmt und Dunkelheit die Bildung fördert, macht es durchaus Sinn, warum wir lieber dunklere statt weiße Bettwäsche benutzen sollten. Schließlich wirkt eine strahlend weiße Bettwäsche selbst im dunkelsten Zimmer fast wie eine eigene Lichtquelle. Und Lichtquellen sollten wir beim Schlafen unbedingt vermeiden.

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Immer wieder sorgen neue Erkenntnisse für unseren Alltag für Entsetzen. So war lange Zeit unbekannt, dass man Wäsche lieber nicht in der Wohnung trocknen sollte, Kaffeesatz nicht in den Müll oder Zecken nicht in die Toilette gehören. Und: Wer viel putzt, stirbt früher... wer wusste das denn schon? Ein altbekanntes Sprichwort scheint auch im Alltag also zu stimmen: Man lernt nie aus.

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