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Wie erfährt die GEZ eigentlich von mir? Was Sie beim Umzug für den Rundfunkbeitrag bedenken müssen

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Von: Anika Zuschke

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Umziehen ist stressig, denn mit dem neuen Wohnsitz gehen viele bürokratische Hürden einher – so auch das Ummelden vom Rundfunkbeitrag der GEZ.

Update vom 26. Januar 2023: Übrigens: Die GEZ schreibt Haushalte in Deutschland an – Ignorieren hat teure Folgen.

Erstmeldung vom 23. Januar 2023: Hamburg – Die letzten Umzugskartons sind gerade ausgepackt und schon flattert ein Brief vom „ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice“ durch den Briefschlitz. Denn der monatliche Rundfunkbeitrag in Höhe von 18,36 Euro ist für jede Wohnung verpflichtend zu zahlen – auch wenn Sie gerade erst nach Deutschland gezogen, innerhalb der Bundesrepublik umgezogen sind oder einen Zweitwohnsitz beantragt haben. Wie Sie sich für den Rundfunkbeitrag an- oder ummelden und woran Sie bei einem Umzug denken müssen, erklärt 24hamburg.de.

Gemeinschaftseinrichtung:ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice
Gründer:ARD
Gründung:1973
Sitz:Köln

Von GEZ-Gebühren abmelden: Befreiung ist unter gewissen Umständen möglich

Die verpflichtende Zahlung des Rundfunkbeitrags stößt etlichen Menschen in Deutschland übel auf. Denn mit der Beitragspflicht für alle geht einher, dass auch Menschen ohne Fernseher oder Radio für die 18,36 Euro im Monat aufkommen müssen. Viele Verbraucher können das nicht nachvollziehen, doch ist der Grund dafür simpel: Mit dem Rundfunkbeitrag können die Öffentlich-Rechtlichen eine unabhängige – und frei von wirtschaftlichen und politischen Interessen finanzierte – Berichterstattung gewährleisten, die auch Onlineangebote und Mediatheken inkludiert.

Ein Paar beim Umzug und ein Brief vom ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice.
GEZ-Gebühren fallen auch nach einem Umzug an – was Sie dabei beachten müssen. (24hamburg.de-Montage) © Shotshop/U. J. Alexander/Imago

Deswegen wird für jede Wohnung ein monatlicher Rundfunkbeitrag erhoben – unabhängig davon, wie viele Menschen in dieser Wohnung leben. Unter gewissen Voraussetzungen ist es aber möglich, eine Ermäßigung oder sogar Befreiung des Beitrags zu beantragen. Steht beispielsweise Rentnern zusätzlich zu ihrer Rente eine Sozialleistung zu, können Sie sich im Ruhestand von der Beitragspflicht befreien lassen.

Warum sprechen alle immer noch von GEZ-Gebühren?

Mit der Umstellung der Rundfunkfinanzierung vom bisherigen Gebühren- auf das neue Beitragsmodell zum 1. Januar 2013 wurde die GEZ (Gebühreneinzugszentrale) in „ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice“ umbenannt. Eigentlich sollte der Rundfunkbeitrag deswegen nicht mehr als GEZ-Gebühr bezeichnet werden. Da die Alternative aber deutlich bürokratischer klingt und weniger schnell über die Lippen geht, wird im Volksmund immer noch die Bezeichnung GEZ verwendet.

Rundfunkbeitrag ist verpflichtend: Wie melde ich mich bei der GEZ an?

Auch wenn man Widerspruch gegen die Rundfunkgebühren einlegen kann, so muss der Großteil der deutschen Bevölkerung der Pflicht einer Beitragszahlung trotzdem nachkommen. Wer neu nach Deutschland gezogen ist oder erstmals eine eigene Wohnung bezieht, muss sich demnach bei der (ehemaligen) GEZ neu anmelden. Telefonisch oder per E-Mail ist das nicht möglich, doch stellt der ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice online sowohl ein Formular zum digitalen Selbstausfüllen als auch ein PDF-Dokument zur Verfügung, das Sie nach dem Ausfüllen postalisch versenden können.

In dieses Formular müssen Sie ihre persönlichen Daten, Informationen zu der betroffenen Wohnung sowie die bevorzugte Zahlungsweise eintragen. Den Rundfunkbeitrag können Sie entweder per Überweisung oder durch ein SEPA-Lastschriftmandat bezahlen.

GEZ den Umzug melden: Mit Online-Formular ist das leicht möglich

Sie kommen bereits für den Beitragsservice auf und ziehen einfach nur in eine neue Wohnung? Auch dafür gibt es online sowie in PDF-Format ein Dokument, das Sie ausfüllen müssen. Dafür benötigen Sie lediglich Ihre 9-stellige Beitragsnummer, die auf der Anmeldebestätigung, auf Ihrem Kontoauszug, auf der Zahlungsaufforderung oder oben rechts auf den Schreiben des Beitragsservices zu finden ist.

Tipp zur Beitragsnummer:

Falls Sie den Rund­funk­beitrag im SEPA-Last­schrift­verfahren zahlen oder den Über­weisungs­träger vom ARD ZDF Deutschlandradio Beitragsservice ver­wenden, finden Sie die Beitrags­nummer auch immer als Ver­wendungs­zweck auf dem Konto­aus­zug Ihrer Bank.

Bei einem Umzug müssen Sie für die Ummeldung der GEZ-Gebühren online (oder in dem PDF-Dokument) also zunächst die Beitragsnummer sowie Ihre bisherige Anschrift angeben. Anschließend führen Sie Ihre neue Adresse auf und bestätigen die Richtigkeit Ihrer Angaben. Eine Ummeldung des Rundfunkbeitrags ist also gar nicht so schwierig und schon anhand weniger Klicks möglich.

GEZ ummelden auf andere Person – ist mit dem gleichen Formular möglich

Das gleiche Formular können Sie auch verwenden, wenn Sie die Korrespondenz für einen Beitragszahler übernehmen oder der Name des Beitragszahlers sich ändert. Auch Ihre erwünschte Zahlungsweise können Sie mit dem Dokument anpassen.

Bei GEZ-Gebühren: Was ist eine Nebenwohnung – und wie viele Haushalte sind GEZ-pflichtig?

Ein wenig komplizierter wird es, wenn Sie eine weitere Wohnung zu Ihrem bestehenden Hauptwohnsitz zumelden wollen. Das ist in manchen Fällen bei Nebenwohnungen oder aus­schließ­lich privat genutzten Ferien­wohnungen nötig. Als Neben­wohnungen gelten dabei jene Wohnungen, unter denen der In­haber melde­recht­lich mit Neben­wohnsitz ge­meldet ist. Das gilt unter anderem für:

Auch für den Fall gibt es online die Möglichkeit, ein Formular auszufüllen oder ein PDF herunterzuladen und postalisch zu verschicken, um den Beitragsservice für die Nebenwohnungen zu beantragen.

Aber aufgepasst: Inhaber von Neben­wohnungen können sich unter bestimmten Voraus­setzungen von der Rundfunk­beitragspflicht für die Neben­wohnungen befreien lassen. Denn „Per­sonen, die be­reits nach­weislich den Rund­funk­beitrag für ihre Haupt­wohnung zahlen, sind auf Antrag von der Beitrags­pflicht für ihre Neben­wohnungen zu befreien“, heißt es auf der Website des Rundfunkbeitrags.

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Wann muss man sich bei GEZ anmelden – und was passiert, wenn man sich zu spät anmeldet?

Zeitliche Fristen für eine An- oder Ummeldung des Rundfunkbeitrags gibt es theoretisch nicht. Doch meldet man sich für den Service etwa drei Monate nach dem Umzug an, müssen die Beiträge schlicht nachgezahlt werden. Gerechnet wird dabei ab dem Tag des Einzugs. Den Rundfunkbeitrag ohne triftigen Grund gar nicht zu zahlen, sollte man tunlichst vermeiden. Denn unter gewissen Umständen können Sie GEZ-Schulden sogar ins Gefängnis bringen.

Doch fällt das Vergessen bei der GEZ recht schwer, denn häufig flattert der Brief zum Beitragsservice bereits in den Briefkasten der Verbraucher, bevor diese sich überhaupt Gedanken ums Ummelden machen konnten. Aber woher kennt die GEZ immer als Allererste meine neue Anschrift? Eine Antwort darauf weiß die DSN Group, eine Beratung für Datenschutz und Informationssicherheit. Demnach erhält der Beitragsservice des öffentlich-rechtlichen Rundfunks im Zuge des sogenannten Meldedatenabgleichs Daten von Einwohnermeldeämtern.

Bei einer anlassbezogenen Meldedatenübermittlung, welche unter anderem durch einen Umzug ausgelöst werden kann, erhält der Beitragsservice die neue Adresse. Anschließend wird häufig ein Schreiben an die betroffene Person geschickt, um die Beitragspflicht zu klären. So rutscht niemand durch das GEZ-Raster.

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