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Veggie-Produkte sollen wirklich nach echtem Fleisch schmecken – dank Fett-Innovation

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Von: Markus Hofstetter

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Fleischliebhaber verzichten oft wegen des fehlenden Geschmacks auf den Kauf von Fleischersatzprodukten. Ein deutscher Lebensmittelhersteller will ihnen nun eine echte Alternative bieten.

Bad Zwischenahn - Wer ganz oder teilweise auf Fleisch verzichten möchte, greift im Supermarkt zu Fleischersatzprodukten. Für Fleischliebhaber sind diese zu 100 Prozent aus Pflanzen bestehenden Alternativen jedoch wegen des fehlenden Geschmacks oftmals nicht unbedingt das Produkt ihrer Wahl, sie greifen weiterhin zu echtem Fleisch.

Rügenwalder Mühle mit Innovation: Kultiviertes Fett soll in vegetarischen und veganen Produkten für Fleischgeschmack sorgen

Da das jedoch Folgen für das Tierwohl und die Umwelt hat, will die Rügenwalder Mühle „den nächsten Schritt in Richtung bewusster Ernährung der Zukunft gehen“, wie es in einer Mitteilung des Unternehmens heißt. Das Ziel ist es, ein hybrides Produkt aus pflanzlichen Proteinen und kultiviertem Rinderfett zu entwickeln. Dazu hat sich der Lebensmittelhersteller mit dem Schweizer Startup Mirai Foods zusammengetan. Die Partner haben sich viel vorgenommen. Das neue Produkt, laut Rügenwalder Mühle eine echte Innovation, soll „auch die größten Fleischliebhaber überzeugen können“, berichtet merkur.de.

Kultiviertes Rindfleisch in einer Verpackung
Für die Herstellung von kultiviertem Fleisch müssen keine Tier sterben © imageBROKER/Firn/imago

Rügenwalder Mühle will in veganen und vegetarischen Produkten das sonst verwendete Kokosfett mit dem tierischen, kultivierten Fett ersetzen. Denn laut Patrick Bühr, dem Forschungs- und Entwicklungsleiter von Rügenwalder Mühle, ist es das „Fett in einem Burger, das den unverwechselbaren Geschmack nach gegrilltem Fleisch entwickelt. Dieser Geschmack ist mit pflanzlichen Fettalternativen bis heute nicht nachzustellen.“

Rügenwalder Mühle mit Innovation: Neues Produkt kommt frühestes 2025 auf den Markt

Für die Produktion von kultiviertem Fleisch werden lebenden Tieren Muskel- und Fettzellen entnommen, die in Bioreaktoren weitergezüchtet werden. Das heißt, kein Tier muss dafür sterben. Rügenwalder Mühle und Mirai Foods wollen bei der Herstellung ihres Rinderfettes auch auf Kälberserum verzichten, das üblicherweise für das Kultivieren der Zellen dient. Denn dafür müssten schwangeren Kühen die ungeborenen Kälbern entnommen und getötet werden.

Allerdings müssen sich Fleischliebhaber, die etwas für das Tierwohl und die Umwelt tun wollen, noch etwas gedulden. Denn Forschungsleiter Bühren weist auch darauf hin, dass das Produkt, das gerade entwickelt wird, bisher noch nicht zugelassen ist. Aufgrund der derzeit noch fehlenden Zulassungen und Rahmenbedingungen in der EU und in Deutschland erwartet er, dass es erst 2025 in den Regalen des Handels zu finden sein wird. Dennoch beginne das Unternehmen schon jetzt mit der Entwicklung, damit man „bei einer Zulassung sofort handlungsfähig“ ist.

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