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West Nil Virus jetzt auch in Deutschland: Infektion kann laut RKI tödlich sein

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Von: Natalie-Margaux Rahimi

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Dass Mücken gefährliche Krankheiten übertragen können, ist klar. Nun aber wird auch in Deutschland das West Nil Virus übertragen – die Symptome im Überblick.

Hamburg – Dass Mücken gefährliche Krankheiten übertragen können, ist besonders bei Fernreisenden bekannt. Zu den bekanntesten von Stechmücken übertragenden Krankheiten gehören Malaria, Denguefieber, das Zika-Virus oder Gelbfieber. Aber auch das West Nil Virus, auch als West Nil Fieber bekannt, ist nicht minder populär. Und genau dieses wird nun auch in Deutschland durch heimische Mücken übertragen. Wie gefährlich das Virus ist und welche Symptome es auslöst.

Virus:West-Nil-Virus
Virus-Typ:Typs ss-RNA aus der Familie Flaviviridae
Bekannt seit:1937
Häufige Symptome:Fieber, grippeähnliche Symptome, Kopfschmerzen, Rückenschmerzen

West Nil Virus breitet sich über Mücken in Deutschland aus: Osten besonders betroffen

Wie Doreen Werner, Biologin am Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung (ZALF) in Müncheberg (Märkisch-Oderland), der Deutschen Presse-Agentur sagte, sind insbesondere der Osten Deutschlands und Bayern aktuell Hotspots für das von Mücken übertragene West-Nil-Virus. Besonders betroffen seien demnach Thüringen, Sachsen Anhalt, Sachsen und Brandenburg. Dabei wird das West-Nil-Virus offenbar von heimischen Stechmücken übertragen, obwohl es ursprünglich aus anderen Regionen der Welt kommt. In Norddeutschland oder Hamburg ist bisher noch kein Fall von durch Mücken übertragenem West-Nil-Virus bekannt.

Das Robert Koch-Institut vermutet, dass das Virus über Zugvögel aus anderen Teilen der Welt nach Europa gekommen ist. Erstmals nachgewiesen wurde das West-Nil-Virus schon 1937, allerdings in Ostafrika. Zunächst war das Virus dann im Mittelmeerraum aufgetreten. Das RKI registriert aufgetretene Fälle des West-Nil-Virus in Deutschland aber auch bereits seit 2019. Experten rechnen derzeit damit, dass sich das Virus noch weiter in Deutschland ausbreiten werde. Nicht nur Menschen sind vom West-Nil-Virus bedroht, laut RKI wird es auch an Pferde übertragen.

Eine Steckmücke sticht gerade in einen Arm und ein Ausschlag des West-Nil-Virus.
West-Nil-Virus breitet sich in Deutschland aus: So schlimm sind die Symptome. (24hamburg.de-Montage) © imago

In den kommenden Jahren könnte sich das West-Nil-Virus auch wegen des Klimas weiter ausbreiten. „Je wärmer es dann wird, umso besser können sich die Krankheitserreger weiterentwickeln“, erläutert Doreen Werner, Biologin am Leibniz-Zentrum für Agrarlandschaftsforschung, gegenüber der dpa. In diesem Jahr könnte das Virus dafür gute Voraussetzungen finden, denn schon im Mai wird es in Hamburg bis zu 28 Grad warm.

West-Nil-Virus: Wie gefährlich ist es und wie zeigen sich die Symptome vom „West-Nil-Fieber“

Wird das Virus zum Beispiel von einer Mücke an einen Menschen übertragen und eine Infektion ausgelöst, wird vom West-Nil-Fieber gesprochen. Die Symptome zeigen sich von Menschen zu Mensch unterschiedlich. Etwa 20 Prozent leiden an Fieber und anderen grippeähnlichen Symptomen. Das Fieber kann laut RKI auch „abrupt“ und gemeinsam mit Schüttelfrost, Kopf- und Rückenschmerzen auftreten. Auch Abgeschlagenheit und Lymphknotenschwellungen gehören zum typischen Krankheitsbild des West-Nil-Fiebers. Oft tritt daneben auch ein Hautausschlag auf, der sich über den Körper ausbreitet.

West-Nil-Virus: Symptome – diese sind besonders häufig

- Fieber
- Schüttelfrost
- Abgeschlagenheit, Krankheitsgefühl
- Kopfschmerzen
- Rückenschmerzen
- Übelkeit
- Erbrechen
- Lymphknotenschwellung

Einer von 100 Infizierten erkrankt laut Robert Koch-Institut schwer am West-Nil-Fieber. Damit sind schwere Verläufe zwar selten, können dann aber tödlich enden. Ähnlich wie beim Coronavirus, das in Deutschland eine deutlich höhere Übersterblichkeit ausgelöst hatte als zunächst angenommen, begünstigen einige Risikofaktoren einen schweren Krankheitsverlauf. So haben vor allem ältere Menschen und Menschen mit Immunschwäche ein erhöhtes Risiko, schwer am West-Nil-Fieber zu erkranken.

West Nil Virus: Schwerer Verlauf – Infektion kann laut RKI tödlich enden

Auch das Robert Koch-Institut informiert auf seiner Webseite über das von Mücken übertragene West Nil Virus, das inzwischen Deutschland erreicht hat. Bei einem schweren Verlauf tritt bei einem Teil der Patienten eine Meningitis auf, also eine Entzündung der Gehirn- und Rückenmarkshäute. Auch eine Enzephalitis kann in seltenen Fällen vorkommen. Das ist eine Entzündung des Gehirngewebes, die zum Teil mentale Veränderungen, Muskelschwäche, schwache Lähmungen und weitere Symptome auslösen kann. Ebenfalls selten traten bei einem schweren Verlauf des West-Nil-Fiebers Entzündungen an Herz oder Leber auf.

Während das West-Nil-Fieber in den meisten Fällen ohne Komplikationen ausheilt, kann es in Folge einer Enzephalitis laut RKI recht häufig zu Spätfolgen der Infektion kommen. Etwa 5-10 Prozent der „Patienten, mit einer neuroinvasiven West-Nil-Erkrankung sterben, vor allem Ältere und Patienten mit einer kardiovaskulären Vorerkrankung oder einer Immunsuppression“, heißt es vom RKI weiter.

West-Nil-Virus breitet sich in Deutschland aus: So können Sie sich vor einer Infektion mit dem Mückenvirus schützen

Um sich vor einer Infektion mit dem West-Nil-Fieber zu schützen, sollten Sie sich vor Mückenstichen allgemein schützen. „Dazu gehört an Orten mit bekannter Mückenbelastung das Tragen von langärmeligen Hemden/Blusen und langen Hosen, am Abend der Aufenthalt in geschlossenen oder klimatisierten Räumen, die Anwendung von Repellents und Insektiziden, der Gebrauch von Moskitonetzen und Fenstergittern. Im Wohnumfeld sollten Mückenbrutplätze möglichst beseitigt werden“, schreibt das Robert Koch-Institut. Eine Impfung gegen das Virus gibt es bislang nämlich nicht. Auch eine Prophylaxe wie bei Malaria ist bisher nicht erhältlich.

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Mit dem West-Nil-Fieber infiziert: So sieht die Behandlung aus

Behandelt wird also nur, wer sich mit dem West-Nil-Virus angesteckt hat. Und da wir uns, anders als aktuell beim Coronavirus, nicht regelmäßig auf das West-Nil-Fieber testen lassen, bekommen natürlich nur Menschen mit Symptomen eine entsprechende Behandlung. Ob tatsächlich eine Infektion mit dem West-Nil-Virus vorliegt, kann per RT-PCR-Test im Labor nachgewiesen werden. Danach können dann unter anderem Medikamente gegen das Fieber zur Behandlung eingesetzt werden.

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