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RKI-Auswertung beweist: So viele Geimpfte liegen wirklich auf der Intensivstation

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Von: Natalie-Margaux Rahimi

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Ist der Großteil der Patienten auf den Intensivstationen nun ungeimpft oder nicht? Neue Daten des RKI und DIVI beweisen: So viele Geimpfte liegen auf der Intensivstation.

Hamburg – Die Corona-Zahlen steigen dieser Tage in Hamburg auf immer neue Rekordwerte. Und dabei schien das Ende der Coronavirus-Pandemie vor Monaten noch zum Greifen nah. Spätestens seit Omikron ist jedoch klar, die Pandemie wird uns noch eine ganze Weile beschäftigen. Klar ist inzwischen auch, dass alle Menschen eine Drittimpfung gegen das Coronavirus brauchen. Insbesondere der Schutz vor einer Infektion mit Omikron ist bei zweifacher Impfung nicht gegeben. Auch die Zahl der Infizierten im Krankenhaus steigt. Aber wie viele Geimpfte müssen wirklich auf der Intensivstation behandelt werden?

Stadt:Corona-Neuinfektionen (13. Januar)Inzidenz (13. Januar)
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RKI-Auswertung zeigt: 28,4 Prozent aller Intensivpatienten sind doppelt geimpft

Nachdem Hamburg seine Statistik zu Geimpften und Ungeimpften aufgrund fehlerhafter Daten zurücknehmen und korrigieren musste, liefert das RKI nun neue Zahlen für Deutschland. Zusammen mit DIVI hat das Robert Koch-Institut Daten zwischen dem 14. Dezember 2021 und 12. Januar 2022 ausgewertet. Seit Mitte Dezember erfasst das Divi-Intensivregister auch den Impfstatus der Patienten, die wegen einer Coronavirus-Infektion auf der Intensivstation behandelt werden müssen. Das Ergebnis liegt der Deutschen Presse-Agentur vor.

Ein Corona-Patient wird auf einer Intensivstation von einem Pfleger behandelt.
Auswertung von RKI und DIVI: So viele Intensivpatienten sind wirklich geimpft. © Eduardo Parra/dpa

Aus der Auswertung ergibt sich, dass in dem Zeitraum 62 Prozent der Patienten ungeimpft waren. Anders als bei den fehlerhaften Daten aus Hamburg wurden hier Menschen mit unbekanntem Impfstatus nicht mit reingerechnet. Bei circa 90 Prozent der Patienten im Auswertungszeitraum konnte der Impfstatus festgestellt werden. 9,6 Prozent der Patienten wiesen einen unvollständigen Impfschutz auf.

Erstaunlich: Mehr als ein Viertel aller Intensivpatienten im Auswertungszeitraum – 28,4 Prozent – waren vollständig gegen Corona geimpft. 5,8 Prozent der Patienten wurden sogar bereits geboostert. Trotz der überraschend hohen Quote an Geimpften zeigt die Auswertung deutlich: Der überwiegende Teil der Intensivpatienten war ungeimpft.

DIVI und RKI machen deutlich: Auswertung sagt nichts über die Wirksamkeit der Impfung aus

Trotz dieser eindeutigen Daten, kann laut RKI und DIVI jedoch nicht automatisch auf eine gute Wirksamkeit der Impfung geschlossen werden. Zwar bestätigt die Auswertung, dass circa zwei Drittel der Intensivpatienten derzeit ungeimpft sind. Doch müssten die Daten zur Aussagekraft über die Wirksamkeit der Impfung, mit den Daten der Impfquote in ein Verhältnis gesetzt werden. Dies bekräftigten DIVI und RKI gegenüber der Deutschen Presse-Agentur.

Experten sind sich derzeit dennoch einig, dass selbst die doppelte Impfung vor schweren Verläufen mit Omikron schützt. Besser sei jedoch die Booster-Impfung, die nun auch für Kinder ab 12 Jahren empfohlen wird. In Israel wird sogar schon zum vierten Mal geimpft, allerdings kommen Studien hierzu zu einem ernüchternden Ergebnis.

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Nach Daten-Panne und falschen Zahlen: Hamburg will keine Quoten für Geimpfte und Ungeimpfte herausgeben

Nachdem es in Hamburg im Zusammenhang mit Inzidenzen von Geimpften und Ungeimpften aufgrund einer Datenpanne zu falschen Zahlen gekommen ist, wird die Stadt zukünftig auf eine solche Auswertung verzichten. Das bestätigte Peter Tschentscher (SPD) auf der Landespressekonferenz am Dienstag, 11. Januar 2022. Derzeit sei es aufgrund der Flut an Neuinfektionen ohnehin unmöglich, den Impfstatus der einzelnen Infizierten zu ermitteln, so der Bürgermeister weiter. *24hamburg.de ist ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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