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Reine Psyche: Mit diesem Trick halten Sie Ihre Neujahrs-Vorsätze auch ein

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Gute Vorsätze fürs neue Jahr werden meist schnell wieder aufgegeben. Dabei ist das Einhalten mit der richtigen Formulierung gar nicht so schwer.

Hamburg – Zum Jahreswechsel gehören gute Vorsätze genauso dazu wie Feuerwerk, ein Gläschen Sekt und „Dinner for One“. Bis zum nächsten Silvester durchgehalten werden diese Vorsätze selten. Stattdessen werden Ziele wie „Mehr Sport“, „Weniger Stress“ und „Gesündere Ernährung“ oft schon nach wenigen Wochen oder Monaten ad acta gelegt und man kehrt zum Alltag zurück.   

beliebter Zeitpunkt für gute VorsätzeSilvester & Neujahr
beliebteste Vorsätze in Deutschlandweniger Stress, mehr Zeit mit Familie, mehr Sport, gesündere Ernährung, Abnehmen
Vorsätze durchhaltennur etwa die Hälfte schafft es mehr als ein paar Wochen
Tipps für Vorsätzepositiv formulieren, realistisch bleiben

Es gibt aber Mittel und Wege, gute Vorsätze noch lange nach dem Jahreswechsel ins alltägliche Leben zu integrieren. Der Trick ist überraschend: Den größten Unterschied macht die Formulierung der Ziele.

Gute Vorsätze: Was die Deutschen sich für das neue Jahr vornehmen

Ziele für neue Angewohnheiten kann man sich theoretisch das ganze Jahr über setzen. Trotzdem ist es ein immer wiederkehrender Trend, dass der Einschnitt eines neuen Kalenderjahres die Menschen dazu bringt, ihr Leben zu überdenken und sich gute Vorsätze für Silvester zu setzen, was zum Beispiel auf Sylt noch immer mit Böllerverbot gefeiert wird.

Die Deutschen sind da keine Ausnahme. Laut einer Umfrage der DAK von 2019, die mit über 3.500 Teilnehmern durchgeführt wurde, nehmen sich mindestens 37 Prozent neue Ziele für das kommende Jahr vor. Allerdings bleibt nur etwa die Hälfte auch nach mehreren Monaten noch standhaft in der Verfolgung dieser Ziele.

Die beliebtesten Vorsätze der befragten DAK-Kunden waren, Stress zu vermeiden (62 Prozent), mehr Zeit mit der Familie und Freunden zu verbringen (60 Prozent), sich mehr zu bewegen und mehr Sport zu treiben (57 Prozent), mehr Zeit für sich selbst einzuplanen (51 Prozent), gesünder zu essen (49 Prozent) und abzunehmen (34 Prozent). Gerne setzen sich die Deutschen auch Berufs-Vorsätze für das neue Jahr.

Ziele positiv formulieren: Besser anregen als verbieten

Es ist sicher kein neues Phänomen, dass Menschen von Dingen, die verboten sind, viel mehr fasziniert sind als von Dingen, die ohnehin erlaubt sind. Das gleiche Prinzip kann man auch auf gute Vorsätze für das neue Jahr anwenden. Laut einer Studie der schwedischen Universitäten Stockholm und Linköpin macht die Formulierung bei den Neujahrs-Zielen einen großen Unterschied.

Scrabbel-Würfel, die 2023 bilden, und ein Zettel mit Vorsätzen für das neue Jahr
Neue Vorsätze für 2023 sollte man positiv formulieren - so hält man sie eher ein. (24hamburg.de-Montage) © IMAGO Images/Christian Ohde & DPA/Arno Burgi

Für die Studie wurden 1066 freiwillige Teilnehmer in drei Gruppen aufgeteilt, die sich zum Jahreswechsel 2017/2018 gute Vorsätze machten. Eine der drei Gruppen wurde mit den Vorsätzen allein gelassen, die zweite bekam ein wenig Unterstützung und der dritten Gruppe wurde durch ständige Kontaktaufnahme und Erinnerungen sehr viel geholfen. Die Unterstützung spielte beim Einhalten der Ziele allerdings kaum eine Rolle, viel wichtiger war laut den Wissenschaftlern die Formulierung der Vorsätze.

In der Praxis führten nämlich sogenannte „Annäherungsziele“ zu einem größeren Erfolg. Das waren Ziele, in denen etwas Neues in den Alltag integriert werden sollte, zum Beispiel sportliche Aktivitäten. Ziele mit Verboten hingegen wurden weniger oft verwirklicht.

Gute Vorsätze einhalten: So formulieren Sie positive Ziele

Der Trick bei guten Vorsätzen ist also, sich zu neuen Angewohnheiten anzuregen und negative Formulierungen aus den Zielen zu streichen. Statt „Ich werde aufhören, ungesund zu leben und vermeide Süßigkeiten“ schreiben Sie sich also lieber „Ich werde anfangen, joggen zu gehen und mindestens dreimal die Woche Gemüse zu essen“ auf ihren Neujahrs-Zettel.

Psychologin Sonia Lippke von der Jacobs Universität in Bremen sagte über dieses Phänomen laut RND: „‚Gewichtsabnahme‘ ist kein gutes Ziel, ‚fitter werden‘ aber schon. Das hat die Studie gut gezeigt: Es ist einfacher, etwas zu machen als es zu lassen.“ Auch das Schaffen von Alternativen ist ein wichtiger Teil der Formulierungen. Statt „Ich verzichte auf Süßigkeiten“ sollten Sie sich lieber die Alternative „Ich esse mehr Obst“ vornehmen.

Gute Vorsätze einhalten: Immer realistisch und nachsichtig bleiben

Ein weiterer Trick zum Einhalten der Neujahrs-Ziele: planen, aber nicht radikal. Wer sich für das neue Jahr etwas vornimmt, zum Beispiel, mehr Sport zu treiben und fitter zu werden, der sollte sich einen realistischen Plan aufstellen. Das Stichwort dabei lautet „realistisch“, denn wer sich vornimmt, von jetzt auf gleich jeden Tag zwei Stunden joggen zu gehen, wird wahrscheinlich scheitern.

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Stattdessen sollte man nach der sogenannten WOOP-Methode agieren, was im Englischen für „Wish“ (Wunsch), „Outcome“ (Resultat), „Obstacle“ (Hindernis) und „Plan“ steht. Überlegen Sie sich, was Sie erreichen wollen und was Sie dafür tun müssen. Planen Sie aber Hindernisse ein – wie im Jogging-Beispiel etwa Krankheiten oder schlechtes Wetter – und stellen Sie Ihre Pläne dementsprechend realistisch, geduldig und mit Rücksicht auf sich selbst auf. Wenn ein paar Rückschläge von vornherein eingeplant sind, verlieren Sie nicht direkt alle Motivation und geben auf, sobald ein Hindernis auftaucht.

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