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Reifenwechsel im November: Das sollten Sie beachten

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Von O bis O: Das ist die Faustregel für die Nutzung von Sommer- und Winterreifen. Ende Oktober wird es Zeit, die Reifen für kaltes Wetter aufzuschnallen.

Hamburg – Die warme Jahreszeit geht auch in Hamburg langsam dem Ende zu und mit dem Winter kommen nun schon bald wieder die nassen oder frostigen Straßen voller Laub und Eis. Das bedeutet: Der jährliche Reifenwechsel im Herbst steht an. Im Volksmund sagt man „O bis O“, also von Ostern bis Oktober, ist die Zeit der Sommerreifen. Spätestens zum Anfang des Novembers sollten Sie also jetzt Ihre Winterreifen wieder aufschnallen.

Diese Tricks und Tipps gilt es dabei zu beachten.

Club:Allgemeine Deutsche Automobil-Club e.V. (ADAC)
Präsident:Christian Reinicke
Gründung:24. Mai 1903, Stuttgart, Deutschland
Mitglieder:21.231.584 (Ende 2021)
Sitz:München

Reifenwechsel: Winterreifenplicht in Deutschland nur situationsbedingt

Eine generelle Pflicht für Winterreifen gibt es in Deutschland nicht, dafür aber eine situative (§ 2 (3a) StVO). Das bedeutet, dass Winterreifen bei passenden Situationen, also bei Frost, Reifglätte, Glatteis, Schnee oder Schneematsch, verwendet werden müssen. An der Faustregel „O bis O“ kann man sich entsprechend orientieren, weil das Wetter erfahrungsgemäß ab Oktober ungemütlich genug für Winterreifen wird. Eine gesetzliche Relevanz hat diese Redewendung aber nicht.

Mann, der Reifen wechselt, und gestapelte Winterreifen mit Schneeflocken-Symbol
Im Oktober, spätestens aber im November, sollten die Winterreifen drauf sein. Sonst drohen Bußgeld und Punkte. (24hamburg.de-Montage) © IMAGO Images/Alexander Limbach & dpa/AdobeStock

Da die genannten Wetter-Situationen einen aber auch mal aus dem Nichts überraschen können, sollte man auf Nummer Sicher gehen und im Oktober, spätestens aber Anfang November, Winterreifen aufziehen. Wenn Sie das nicht tun und in der Zeit danach von Blitzeis oder ähnlichem überrascht werden, können Sie unter Umständen wegen Fahrlässigkeit zur Rechenschaft gezogen werden und zum Beispiel eine Kürzung von Versicherungsleistungen bekommen. Vor allem, wenn unter diesen Umständen ein Unfall passiert, müssen Sie mit Problemen wegen „Mitverschulden“ rechnen.

Lesen Sie auch: Kommen die besseren Reifen beim Wechseln nach vorn oder nach hinten?

Die situative Winterreifenpflicht gilt auch in der Hansestadt Hamburg dann als erfüllt, wenn alle vier Räder des Autos Winterreifen haben. Eine 50:50-Verteilung reicht nicht aus. Einspurige Kraftfahrzeuge wie Motorräder sowie Nutzfahrzeuge der Land- und Fortwirtschaft sind von der Winterreifenpflicht ausgenommen, müssen aber beim Fahren im Winter mit Sommerreifen einige Regeln beachten. Zum Beispiel muss die Fahrt notwendig und nicht mit anderen Verkehrsmitteln zu bewältigen sein, außerdem gilt ein Tempolimit von 50 km/h.

Winterreifen: So erkennt man sie – und was passiert, wenn man keine hat

Winterreifen sind mit einem Alpine-Symbol gekennzeichnet. Das ist ein Symbol eines Berges, in dem sich eine Schneeflocke befindet. Außerdem gelten noch bis zum 30. September 2024 Reifen mit der Kennzeichnung „M+S“ als wintertauglich, sofern sie bis zum 31. Dezember 2017 hergestellt wurden.

Wer im Winter bei Glatteis mit Sommerreifen durch die Gegend fährt, muss mit Strafen rechnen. Auf den Fahrer kommt ein Bußgeld von mindestens 60 Euro zu und wenn er durch die fehlenden Winterreifen noch andere Fahrer behindert hat, können es auch 80 Euro und ein Punkt in Flensburg sein. Für den Halter gilt ähnliches. Ihm droht ein Bußgeld in Höhe von 75 Euro und ebenfalls ein Punkt.

Alljahresreifen: Wie sinnvoll ist die Reifen-Alternative, die man nicht wechseln muss?

Wer keine Lust hat, zweimal im Jahr die Autoreifen zu wechseln, der kann sich schnell einmal denken, dass Alljahresreifen die Lösung sind. Auf kurze Sicht sind sie das vielleicht auch, auf lange Sicht empfehlen Experten aber einen Wechsel zwischen Sommer- und Winterreifen. Der Grund ist, dass kein Reifentyp ideal für jede Wetterlage ist. Winterreifen im Sommer verschleißen durch die hohen Temperaturen schneller. Dagegen werden Sommerreifen im Winter weniger geschmeidig und verlieren an Sicherheit.

Sobald die Temperatur unter sieben Grad sinkt, verhärtet die Gummimischung der Sommerreifen. Winterreifen hingegen halten bis zu minus 40 Grad aus und haben ein tieferes Profil, um im Zweifel auch auf Schnee und Eis mehr Gripp zu haben. Übrigens: Auch Alljahresreifen müssen die Winterreifen-Kennzeichnung „M+S“ oder das Alpine-Symbols aufweisen, sonst sind es lediglich Sommerreifen.

Detail Profiltiefe bei Reifen: Mindestens 1,6 Millimeter sind noch viel zu wenig – sagen Experten

Die gesetzlich vorgeschriebene Mindestprofiltiefe für Winterreifen beträgt 1,6 Millimeter. Laut Experten ist das aber viel zu wenig. Der ADAC empfiehlt eine Profiltiefe von mindestens 4 Millimeter und auch die Hersteller sind dieser Meinung, die die Reifen neu mit einer Profiltiefe von bis zu 9 Millimetern liefern. Laut Testungen verlieren Winterreifen ab einer Profiltiefe von 4 Millimetern deutlich an Qualität.

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Wer mit abgefahrenen Winterreifen erwischt wird, die eine Profiltiefe von weniger als 1,6 Millimeter haben, muss mit einem Bußgeld von bis zu 120 Euro und einem Punkt in Flensburg rechnen.

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