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Hamburger Supermärkte: Kunden mit „Inflations-Stopp“ locken – und entlasten

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Von: Christian Einfeldt

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Die anhaltende Inflation macht sich weiterhin im Alltag bemerkbar. Edeka & Co wollen Hamburger Kunden nun entlasten – mit einem sogenannten „Inflations-Stopp“.

Hamburg – Beim wöchentlichen Supermarkt-Einkauf staut sich mehr und mehr der Frust auf: Der starke Anstieg der Lebensmittelpreise macht den Einkauf beim Discounter immer teurer. Unlängst bestätigte das Statistische Bundesamt eine Inflationsrate von 7,9 Prozent. Innerhalb von drei Monaten ist es laut Angaben des Statistischen Bundesamtes schon der dritte Höchstwert in Folge. Aktuellen Studien zufolge könnten weitere Preisanstiege in den kommenden Wochen folgen. Hamburger Supermärkte reagieren nun auf die Entwicklung, die besonders für Familien besorgniserregend sein kann. Mit einem „Inflations-Stopp“ wollen sie Kundinnen und Kunden locken und gleichzeitig entlasten.

Unternehmen:Edeka Zentrale
Hauptsitz:Hamburg
CEO:Markus Mosa (1. Mai 2008–)
Gründung:1898, Berlin

Hamburgs Supermärkte reagieren auf anhaltend hohe Inflation: Mit Preisgarantie gibt es Geld zurück

Gas- und Strom werden immer teurer, aktuellen Untersuchungen zufolge auch das Wohnen. Demnach droht 90.000 Hamburgerinnen und Hamburgern eine satte Mieterhöhung. Einen im Alltag spürbaren Preisanstieg gibt es auch bei Lebensmitteln. Die Verbraucherzentrale dokumentierte zuletzt auf ihrer Webseite, dass zwischen Mai 2021 und Mai 2022 ein entsprechender Anstieg von rund 11,1 Prozent festzustellen war. Während ein Verbraucherschützer zuletzt verraten hat, wie man Strom- und Gaskosten senken kann, versuchen jetzt Hamburger Supermärkte wie Edeka, Netto oder Famila ihre Kundschaft zu entlasten.

Eine Person zahlt an einer Supermarkt-Kasse.
Einkaufen in Hamburg: Mit einem sogenannten „Inflations-Stopp“ wollen Supermärkte wie Edeka Kundinnen und Kunden entlasten. (Symbolbild) © Armin Weigel/dpa

Wie das Hamburger Abendblatt berichtet, reagierte der Discounter Netto auf den wiederholten Preisanstieg mit diesem Angebot: Bis Ende Juli soll der Preis von 200 Alltags-Artikeln stabil bleiben. Das Konzept würde bundesweit greifen. Die Preisgarantie wurde hier zum Grundsatz erklärt – auch, wenn das Unternehmen Preise anheben sollte.

Ist dies der Fall, könne man Medienberichten zufolge mit der sogenannten „DeutschlandCard“ die Differenz zurückfordern. Das System bucht den entsprechenden Betrag dann auf das Konto des Kunden und der Kundin – vergleichbar mit dem Bonussystem bei Kundenkarten.

Edeka in Hamburg: „Ein wichtiges Anliegen, die privaten Haushalte zu entlasten“

Edeka zieht in Zeiten der Inflation am gleichen Strang. Hier sind es die rund 200 Produkte ihrer Hausmarke „Gut & Günstig“, die sogar bis Ende August zum gleichen Preis zu haben sein sollen. Das Unternehmen, das seinen Hauptsitz im Norden Hamburgs hat, bezeichnet das Konzept unlängst als „Edeka-Inflations-Stopp“. Auch Edeka will preisliche Unterschiede mit einer Rabattkarte regulieren. Der Aktion würde insbesondere der Gedanke der Stärkung der eigenen Marken zugrunde liegen – einen Ansatz, den Edeka Medienberichten zufolge schon im Vorfeld verfolgt hätte.

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Nun soll auf Produkten wie „Gut & Günstig“, „Edeka“, „Edeka Bio“ oder „Edeka Genussmomente“ also ein weiteres Mal ein verstärkter Fokus gelegt werden. „Gerade in Zeiten der steigenden Inflation ist es für uns ein wichtiges Anliegen, die privaten Haushalte zu entlasten“, zitiert das Abendblatt Edeka-Vorstandschef Markus Mosa. Zusammengerechnet sind es dann insgesamt 7.000 Produkte, die das Unternehmen unter Berücksichtigung von Preisforderungen unters Volk bringen will.

Hamburgs Supermärkte fokussieren sich weiter auf Eigenmarken – für den besten Deal

Preiswerte Eigenmarken werden immer beliebter – Experten vom Marktforschungsinstitut „GfK“ bestätigten diesen Trend gleichermaßen wie etwa der Geschäftsführer von Edeka-Niemerszein, einem Händler, der in ganz Hamburg Filialen hat. In Eimsbüttel, wo aktuell über eine „Oben-Ohne-Erlaubnis“ in Hamburgs Schwimmbädern debattiert wird, hätte man genauso wie an den anderen Standorten eine stärkere Nachfrage nach Eigenmarken festgestellt, berichtet das Abendblatt. Auch Frank Ebrecht wolle sich fortan weiter auf Eigenmarken fokussieren. Auffällige Schilder, mit Ausrufezeichen versehen, deuten in den jeweiligen Läden auf die vielen Sonderangebote hin. ALDI Nord hingegen setzt auf regionale Produkte und bietet in einigen Aldi-Filialen inzwischen Brötchen und andere Backwaren vom Hamburger Traditionsbäcker an.

Ähnliche Wege gehen auch andere Supermärkte, die man in Hamburg aufsuchen kann. So etwa Famila, der Supermarkt mit Hauptsitz in Kiel, wo aktuell die Kieler Woche stattfindet. „Billiger ist keiner“, verspricht das schleswig-holsteinische Unternehmen. Im Klartext bedeutet das: Begegnet einem in einem anderen Supermarkt ein günstiger Preis für das gleiche Produkt, möchte auch Famila den Kundinnen und Kunden die entsprechende Differenz zurückzuzahlen. Auf den ersten Blick ein guter Deal, doch inwieweit sich die Konzepte von Edeka, Netto oder Famila auch auf Dauer halten lassen, ist fraglich.

Gegenüber stern.de verkündete der Finanzexperte Aurélien Duthoit im Mai 2022 folgende Hiobsbotschaft: „In Deutschland dürften die Preise im Lebensmitteleinzelhandel 2022 um mehr als zehn Prozent anziehen.“ Außerdem: „Das Schlimmste kommt auf die Haushalte also erst noch zu“ – der Preisvergleich und die Suche nach dem besten Sonderangebot gehört wohl für Kundinnen und Kunden auch in absehbarer Zukunft zum Einkauf dazu. Mit besonderen Aktionen im Supermarkt lassen sich zum Glück aber auch immer wieder Gratis-Produkte finden.

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