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Preis-Frust bei Edeka, Rewe, Aldi: Jetzt wird auch noch Fleisch teurer

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Von: Jakob Koch

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Die Liste an Alltags-Lebensmitteln, die bei Aldi, Edeka, Rewe und Co. teuer und knapp sind, wird länger. Nun trifft es offenbar auch Fleisch und Wurst.

Hamburg – Der russische Angriffskrieg in der Ukraine* läuft seit nunmehr Ende Februar 2022 – und ein Ende ist noch immer nicht in Sicht. In Deutschland sind die Auswirkungen bereits seit langem spürbar: Das deutlich teurere Benzin und Diesel werden von der Bundesregierung mit Christian Lindners Tankrabatt, an dem es bereits Kritik gibt*, bekämpft. Doch bei Aldi, Edeka, Rewe und Co. sind Szenen zu beobachten, die es seit dem Auftakt der Corona-Krise im Frühjahr 2020 nicht mehr gab: leere Regale. Speiseöl, Mehl und Hefe werden zunehmend knapp – und dort wo es sie gibt, auch noch teuer. Und jetzt wird wohl auch noch Bier deutlich teurer. Auch bei Honig soll nun ein Versorgungsengpass drohen*.

Nun soll es auch Fleisch und Wurst treffen: „Wir brauchen eine schnelle Kostendeckung, sonst funktioniert die Versorgung mit Frischfleisch und Wurstwaren nicht mehr“, warnt Hubert Kelliger, der Konzern-Vertriebsleiter von Westfleisch laut einem Bericht der „Welt“. Und auch andere große Fleisch-Produzenten wie Tönnies oder The Family Butchers sollen dem Bericht zufolge eine sofortige Anpassung der Preise in den Supermärkten fordern.

Deutscher Fleisch-Konsum im Jahr:57,3 Kilogramm pro Kopf
Beliebteste Fleischart in Deutschland:Schweinefleisch
Schweinefleisch-Produktion in Deutschland:5,1 Millionen Tonnen
Schweinehaltung in Deutschland:Unter 25 Millionen Tiere

Fleisch und Wurst bald teurer – ukrainische Fahrer fallen in der Logistik aus

Bereits die Corona-Krise hatte massive Auswirkungen auf die Lieferketten, jetzt kommt auch noch die unklare Lage durch den Ukraine-Krieg hinzu. Die Folge: „Die Kosten sind zuletzt explosionsartig gestiegen“, zitiert die „Welt“ den Verband der Fleischwirtschaft (VDF). Fleisch- und Wurst-Produzent Tönnies soll einen Brandbrief an seine Kunden verfasst haben, berichtet unter anderem die „Neue Osnabrücker Zeitung“. Darin weist das Unternehmen seine Abnehmer auf höhere Kosten durch Strom und Gas hin – und zudem Probleme in der Logistik, da zahlreiche ukrainische Fahrer nun ausfallen würden. Zudem sind explodierende Futtermittel- und Betriebskosten der Landwirtschaft an die Fleisch-Branche weitergegeben worden.

Eine Frau an einem Supermarkt-Regal für Wurst und Fleisch.
Ein Grund für die angespannte Lage am Supermarkt-Regal ist der Ukraine-Krieg. © IMAGO / IPA Photo

Und nicht nur die Fleisch- und Wurstindustrie muss mit höheren Kosten leben, auch andere Lebensmittelhersteller haben durch den Ukraine-Krieg mit Problemen zu kämpfen. Die Bundesvereinigung der Deutschen Ernährungsindustrie (BVE) warnt bereits vor der größten Rohstoffkrise seit dem Zweiten Weltkrieg. BVE-Geschäftsführerin Stefanie Sabet sagte der „Welt“: „Die Politik muss jetzt alle Maßnahmen prüfen, die für eine Entspannung der Märkte sorgen und die Ernährungssicherheit gewährleisten“.

Insbesondere die grünen Nachhaltigkeitsziele für die Industrie müssten überprüft werden: Laut Sabet sind „die Belastungsgrenzen der Unternehmen erreicht, und es braucht dringend Entlastungen, um die Versorgungssicherheit nicht zu gefährden. Die rasant steigenden Preise bei Rohstoffen können nicht allein von der Ernährungsindustrie getragen werden“.

Preissteigerungen für Fleisch und Wurst bei Aldi, Edeka, Rewe und Co. sollen „sehr schnell deutlich werden“

Westfleisch-Manager Hubert Kelliger warnt: „In drei, vier, fünf Wochen“ sollen Ergebnisse der Nachverhandlungen von Fleisch-Produzenten und den Abnehmern auch für die Kunden bei Aldi, Edeka, Rewe und Co. „sehr schnell deutlich werden“, zitiert ihn die „Neue Osnabrücker Zeitung“. Wie hoch die Preissteigerung am Ende im Supermarkt-Regal für Fleisch und Wurst zu spüren ist, ist zum gegenwärtigen Zeitpunkt unklar.

Laut Kelliger könnte das Kilo 1,50 bis 2 Euro kosten. Aber: „Wo da das Ende erreicht ist, kann man heute noch nicht sagen“. Und so rät Gereon Schulze Althoff, Leiter des Qualitätsmanagements bei Deutschlands größtem Schweineschlachtbetrieb Tönnies im Tagesspiegel: „Preisbewusste sollten jetzt ihr Fleisch für die Grillsaison kaufen und es in die Gefriertruhe legen.“

Bereits vor der aktuellen Fleisch-, Öl- und Mehlkrise hat das Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe Richtlinien vorgegeben, was man im Ernstfall zu Hause haben sollte – seien es Folgen von Krieg, Sturm oder einen Stromausfall. Nach dieser Einkaufsliste sollten Sie für einen Notfallvorrat einkaufen. * 24hamburg.de, fr.de, ruhr24.de und 24auto.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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