1. 24hamburg
  2. Verbraucher

Preise für Öl und Gas immer höher: Nebenkosten-Abrechnung wohl 1000 Euro teurer

Erstellt:

Von: Natalie-Margaux Rahimi

Kommentare

Dieser Tage wird alles teuer. Bei Öl und Gas tut es besonders weh. Familien drohen Nebenkosten-Abrechnung von mehreren Tausend Euro.

Hamburg – „Alles wird teurer“. Was eigentlich immer nur wie eine Floskel klang, wird 2022 endgültig wahr. Das merken Verbraucher insbesondere bei Mehl und Öl, aber auch bei Fleisch und Bier und auch beim Tanken von Benzin und Diesel an der Tankstelle. Und als wäre das nicht genug, kommt es für viele Verbraucher noch dicker. Denn weil die Preise für Gas und Öl immer weiter steigen, droht eine satte Nebenkosten-Nachzahlung aufgrund der Heizkosten – laut Experte wird die Nebenkostenabrechnung durchschnittlich sogar um 1000 Euro teurer.

Durchschnittlicher HaushaltKosten für Gas und Öl 2021Kosten für Gas und Öl 2022
Single-Haushalt (50 Quadratmeter)391 Euro (Gas), 309 Euro (Öl)717 Euro (Gas), 650 Euro (Öl)
Zwei-Personen-Haushalt (50 Quadratmeter)496 Euro (Gas), 433 Euro (Öl)956 Euro (Gas), 910 Euro (Öl)
Vier-Personen-Haushalt (100 Quadratmeter)932 Euro (Gas), 927 Euro (Öl)1889 Euro (Gas), 1951 Euro (Öl)

Energiekosten 2022: Öl und Gas deutlich teurer – böse Überraschung bei Nachzahlung droht

Wie Verivox im Auftrag der Bild-Zeitung herausgefunden hat, steigen die Kosten für Öl- und Gas 2022 im Vergleich zu 2021 immens. In einem exklusiven Öl- und Gaspreis Check wurden die Mehrkosten für durchschnittliche Single-, Zwei- und Vier-Personen-Haushalte ermittelt. Laut der Daten von Verivox müssen Singlehaushalte bei einer Wohnfläche von 50 Quadratmetern nun mit um 84 Prozent erhöhten Kosten für Gas ausgehen. Während 2021 noch 391 Euro fällig waren, müssen Verbraucher 2022 mit 717 Euro rechnen.

Auf einer Heizung liegen mehrere Euroscheine.
Steigende Gas und Öl Preise: Nebenkosten-Abrechnung könnte 1000 Euro teurer sein. © Ruediger Rebmann/imago

Ähnlich sieht es laut der Rechnung auch bei einem Zwei-Personen-Haushalt mit 50 Quadratmetern Wohnfläche aus. Lagen die Kosten 2021 durchschnittlich noch bei 496 Euro, werden für 2022 wohl 956 Euro fällig. Das macht ein Plus von 93 Prozent gegenüber dem Vorjahr aus. Die Kosten bei einem Vier-Personen-Haushalt mit 100 Quadratmetern Wohnfläche werden sich der Verivox-Rechnung zufolge sogar fast verdoppeln. Bei etwa 1889 Euro soll die Gasrechnung dann liegen – 2021 waren hier „nur“ 932 Euro fällig.

Bei Öl sieht das Ganze ähnlich aus. Anders als bei den Preisen für Gas hänge die Höhe der Zusatzkosten allerdings nicht von der Anzahl der Personen im Haushalt oder der Wohnfläche ab. Die Kostensteigerung bei Öl liege daher flächendeckend bei 110 Prozent. Das bedeutet für den Single-Haushalt eine Steigerung der Öl-Rechnung von 309 auf 650 Euro, beim Zwei-Personen-Haushalt von 433 auf 910 Euro und beim Vier-Personen-Haushalt von 927 auf 1951 Euro.

Energiekosten 2022: Satte Nachzahlung bei Öl und Gas könnte Familien in finanzielle Schieflage bringen

Diese Preissteigerung tut ja fast schon beim Lesen weh. Richtig schlimm wird es allerdings in der Realität für Familien und Personen mit nur kleinem bis mittlerem Einkommen. Wer heute noch gut mit seinem Geld auskommt, könnte durch die gesteigerten Energiekosten 2022 in finanzielle Schieflage geraten. Das glaubt auch Udo Sieverding, Energie-Experte der Verbraucherzentrale NRW. In der Neuen Osnabrücker Zeitung sagte er: „Es werden Haushalte dabei sein, die die Nachzahlungen in finanzielle Probleme bringt“. In der Bild-Zeitung geht Chris Möller von Mineko, einem Unternehmen, das Nebenkostenabrechnungen prüft, im Vergleich zu 2021 von einer etwa 1000 Euro teureren Nebenkostenabrechnung für 2022 aus.

Entlastungspaket 2022: Energiepauschale und Tankrabatt lassen weiter auf sich warten

Der Bund ist sich den stark steigenden Kosten für Verbraucher bewusst und hat deshalb schon vor Wochen das Entlastungspaket 2022 beschlossen. Eine darin enthaltene Energiepauschale in Höhe von 300 Euro für Arbeitnehmer einkommensteuerpflichtiger Tätigkeiten, sollte Entlastung schaffen. Doch noch wurde die Energiepreispauschale nicht ausgezahlt – ein möglicher Starttermin steht zwar, als sicher gilt dieser allerdings nicht.

Auch der im Entlastungspaket 2022 enthaltene Tankrabatt gilt weiter noch nicht. Wann Benzin und Diesel endlich wieder günstiger werden, steht ebenfalls noch in den Sternen. Finanzminister Christian Lindner hatte zuletzt den 1. Juni als Starttermin angepeilt. Dann soll übrigens auch das 9-Euro-Ticket erstmalig erhältlich sein. In Hamburg ist dazu seitens des HVV sogar ein Vorverkauf geplant.

Auch interessant

Kommentare