1. 24hamburg
  2. Verbraucher

Post vom Gas- und Stromversorger: Verbraucherschützer mit Geheimtipp

Erstellt:

Kommentare

Gas, Strom und Öl werden immer teurer. Für viele Mieter und Eigenheim-Besitzer ist das eine Katastrophe. Das kann man tun, um die Kosten zu senken.

Hamburg – Die Kosten für Gas und Strom schießen aktuell beinahe unkontrolliert in die Höhe. Durch den Krieg, den Russland in der Ukraine führt, und die westlichen Sanktionen gegen den russischen Präsidenten Wladimir Putin wird vieles in Deutschland teurer. Das bemerken Verbraucher nicht nur an leeren Supermarktregalen und erneuten Hamsterkäufen wie in der Corona-Pandemie.

Sondern auch an den Schreiben der Gas- und Stromanbieter, die aktuell vielerorts ins Haus flattern. Die gestiegenen Kosten werden an den Endnutzer weitergegeben, aber Verbraucherschutz und Mieterbund kennen Tricks – so können Sie sich wehren.

Stadt in Deutschland:Hamburg
Fläche:755,2 km²
Gegründet:500 n. Chr.
Bürgermeister:Peter Tschentscher (SPD)
Einwohner:1.904.444 (Sozialamt)

Strom- und Gaskosten steigen: Hamburg will langfristig die Wende zum Guten erreichen

„Wir haben viel zu gewinnen. Die Energiewende ist etwas Positives“, sagte Hamburgs Bürgermeister Peter Tschentscher (SPD) am Dienstag, 14. Juni 2022. Ganz so positiv fühlt sich die Entwicklung für die Bürger – auch in Hamburg – aber gar nicht an. Das weiß auch Tschentscher, der von einigen „schwierigen Jahren, vor allem für die Menschen mit geringem Einkommen“ spricht. Langfristig soll das Fernwärmekonzept Hamburgs das Heizen wieder bezahlbar machen. Bis dahin brauchen Mieter aber noch etwas Geduld – und finanzielle Reserven.

In Deutschland gibt es etwa 43 Millionen Wohnungen, von denen rund 90 Prozent mit Gas oder Öl beheizt werden. Der Gaspreis stieg Anfang 2022 um 83 Prozent, der Preis für Heizöl um 75 Prozent. Beim Strom lässt die Preissteigerung wegen der Abschaffung der EEG-Umlage zum 1. Juli 2022 noch auf sich warten, ab August kündigen aber auch Stromversorger höhere Preise an. Kurzum: Die Strom- und Gaskosten steigen. Hamburg will langfristig die Wende zum Guten erreichen.

Steigende Strim- und Gaskosten: Energie sparen – das können Sie tun, um die Kosten zu senken

Den ersten Schritt in Richtung Energiekosten-Senkung bei den steigenden Strom- und Gaspreisen können Sie noch ganz bequem selbst gehen. Bevor Sie sich mit leidigem Papierkram auseinandersetzen, weil Sie den Strom- oder Gasanbieter wechseln wollen, können Sie zunächst und sofort selbst einmal für die Kostensenkung sorgen. Das machen Sie, indem Sie in Ihrem Haus oder Ihrer Wohnung Energie sparen.

Stromzähler und Geldscheine neben einem Drehknauf einer Heizung
Strom und Gas werden in Deutschland immer teurer. Das können Privatpersonen gegen Erhöhungen tun. (24hamburg.de-Montage) © IMAGO Images/MiS & IMAGO Images/Chromerange

Kontrollieren Sie Ihren Verbrauch regelmäßig und reduzieren Sie ihn, indem Sie zum Beispiel bewusster heizen. 70 Prozent unserer Energie geht fürs Heizen drauf. Achten Sie also darauf, dass Sie die Wärme nicht umsonst in den Wohnraum holen. „Wir heizen schließlich nicht für draußen“ ist wohl ein gängiger Spruch, der allerdings – vor allem aktuell – Sinn macht. Während Sie lüften, wenn auch nur kurz, sollten Sie die Heizung abdrehen. Auch nachts oder wenn Sie nicht zu Hause sind, muss die Heizung nicht an sein. Systeme wie „Smart Home“ können ebenfalls für eine effiziente Energie-Regelung sorgen.

Andernorts kann man Energie sparen, indem man die Kühlschrank-Temperatur um ein Grad erhöht. „7 Grad reichen aus, ein Grad hochschalten senkt die Stromkosten um sechs Prozent“, heißt es in einer Kampagne zum Energiesparen von Wirtschaftsminister Robert Habeck (Die Grünen). Auch kurzes Duschen – oder zum Bespiel das Wasser abdrehen, während man sich die Haare shampooniert – sind effektiv. Und wussten Sie, dass auch belegte Steckdosen, an denen kein Endgerät hängt – zum Beispiel Handyladekabel ohne angeschlossenes Handy –, Strom ziehen? Auch hier können Sie bei den steigenden Strom- und Gaspreisen sparen.

Gas- und Strompreise steigen: Schockierendes Schreiben vom Anbieter – was kann man gegen Preiserhöhungen tun?

Trotzdem will natürlich kein Mieter oder Hausbesitzer auf den gestiegenen Kosten sitzen bleiben. „Wir beobachten gerade eine Preiserhöhungswelle, sowohl bei den Tarifen als auch bei den Abschlägen“, sagt Udo Sieverding, Energieexperte der Verbraucherzentrale NRW, gegenüber der Neuen Osnabrücker Zeitung: „Gaspreise von 7 Cent: „Das war definitiv nicht zu halten. 14 Cent sind schon teuer, aber selbst das könnte noch nicht die Spitze der Fahnenstange sein.“

Dennoch gibt es einen großen Unterschied in der Preisspanne zwischen den Anbietern und darin liegt für den Endnutzer eine Möglichkeit. „Nach unserer Auffassung versuchen nicht wenige Anbieter, Mitnahmeeffekte zu erzielen, also an der Krise zu verdienen“, sagt Sieverding. Mieter können sich vor solchen Anbietern schützen, indem sie im Netz auf Vergleichsportalen Strom- und Gasanbieter vergleichen und prüfen, ob sich ein Wechsel lohnt.

24hamburg.de-Newsletter

Im Newsletter von 24hamburg.de stellt unsere Redaktion Inhalte aus Hamburg, Norddeutschland und über den HSV zusammen. Täglich um 8:30 Uhr landen sechs aktuelle Artikel in Ihrem Mail-Postfach – die Anmeldung ist kostenlos, eine Abmeldung per Klick am Ende jeder verschickten Newsletter-Ausgabe unkompliziert möglich.

Außerdem gibt es laut Sieverding für Privatkunden immer noch die Möglichkeit, sich bei den Grundversorgern oder Stadtwerken nach günstigeren Angeboten zu erkundigen. Um treue Kunden von Discount-Anbietern zurückzugewinnen, ließen diese manchmal in Sachen Preisgestaltung mit sich reden. Der Tipp des Verbraucherschützers: „Fragen Sie nach, ob Sie als Bestandskunde aufgenommen werden könnten.“

Sollten Sie Mieter in einer Wohnung sein, lohnt es sich außerdem, wegen der Steigerung der Gas- und Stromkosten beim Vermieter nachzufragen. Dieser ist angehalten, Vergleichsangebote und einen guten Tarif für seine Mieter zu finden. Tut er das nicht, muss er die gestiegenen Kosten selbst tragen.

Hilfe vom Staat: So viel gibt der Bund fürs Heizen dazu – aber nicht für jeden

Das Entlastungspaket des Bundes, das im Juni 2022 in Kraft getreten ist und zu dem unter anderem auch der Tankrabatt und das 9-Euro-Tickett gehören, soll auch bei den Energiekosten helfen. Allerdings profitiert davon nicht jeder, lediglich Geringverdiener und Studenten können sich einen Teil der gestiegenen Energiekosten zurückholen.

Der Heizkostenzuschuss der Bundesregierung soll die etwa 2,1 Millionen Geringverdiener in Deutschland entlasten. Etwa 1,6 Millionen Menschen in 710.000 Haushalten bundesweit bekommen Wohngeld vom Staat. Auch 370.000 Studierende, die Bafög bekommen, werden von dem Zuschuss von 270 Euro pro Person – 350 Euro bei einem Zwei-Personen-Haushalt – profitieren. Für jede weitere Person kommen noch einmal 70 Euro dazu.

Für den Mieterbund sind diese einmaligen Zahlungen zu wenig. „Statt Einmalzahlungen benötigen wir eine dauerhafte Entlastung bei den Heizkosten, mindestens für die Zeit der Energiekrise“, so Melanie Weber-Moritz, Bundesdirektorin des Deutschen Mieterbundes, gegenüber der NOZ. Außerdem sollten auch Geringverdiener, die kein Wohngeld beziehen, unterstützt werden. „Klar ist aber auch: Steigen die Preise ab Herbst weiter, dann braucht es zusätzliche Entlastungen. Für viel zu viele Haushalte sind die Rechnungen sonst nicht mehr zu bezahlen.“

Auch interessant

Kommentare