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Hamsterkäufe wegen Ukraine: Lebensmittel, die jetzt knapp und teuer werden

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Von: Jakob Koch

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Der Krieg in der Ukraine bewirkt bei vielen Menschen die Tendenz zu Hamsterkäufen bestimmter Lebensmittel. Diese sind nun knapp und mitunter teuer – und Supermarkt-Regale leer.

Hamburg – Es muss in Deutschlands Supermärkten und Discountern derzeit skurril hergehen, wenn große Player wie Aldi, Edeka, Rewe ihre Kunden bitten, auf Hamsterkäufe zu verzichten: „Verhalten Sie sich solidarisch“, heißt es. Viele Menschen kaufen angesichts der Lage in der Ukraine mehr, als sie eigentlich für den täglichen Bedarf bräuchten – und die Lieferketten kommen nicht hinterher, was Lebensmittel knapp und teuer macht. Das alles erinnert nur zu gut an den Beginn der Corona-Krise im Jahr 2020: Damals gingen Klopapier, Nudeln und Co. reihenweise über die Ladentheke und sorgten für leere Regale in Supermärkten und Discountern. Mittlerweile rationieren Aldi, Lidl und Co. Alltagsprodukte – „keine Lieferungen mehr“*.

Eine ausreichende Versorgung mit allen Produkten des täglichen Bedarfs ist gesichert, werden Discounter und Supermärkte nicht müde zu betonen. Dennoch kann es zum gegenwärtigen Zeitpunkt in Einzelfällen bei bestimmten Produkten zu kurzzeitigen Lieferengpässen kommen. „Was wir an Lücken in den Supermarktregalen sehen, ist vor allem auf die angespannte Lage in der Logistikbranche zurückzuführen“, sagt etwa Landwirtschaftsministerin Susanna Karawanskij (Die Linke) aus Thüringen. Viele Lkw-Fahrer seien ausgefallen – unter anderem wegen Corona-Infektionen, aber auch, weil durch den Krieg in der Ukraine* die männliche Bevölkerung zur Landesverteidigung einberufen wurde. Zudem machen die gestiegenen Kosten für Gas und Strom der Industrie zu schaffen.

Branche:\tLebensmittelwirtschaft
Beschäftigte:\t5,45 Millionen
Betriebe:652.000
Produkte:170.000

Hamsterkäufe wegen Ukraine: Übersicht über Lebensmittel, die jetzt knapp und teuer werden

Der Bundesverband des Deutschen Lebensmittelhandels (BVLH) jedenfalls hat an die Menschen in Deutschland appelliert, Hamsterkäufe von Lebensmitteln zu unterlassen. „Kaufen Sie nur das, was Sie unmittelbar benötigen“, sagte BVLH-Sprecher Christian Böttcher – Lebensmittel werden sonst unnötig knapp und teuer. Dazu passt auch die Mahnung von Landwirtschaftsminister Till Backhaus (SPD) aus Mecklenburg-Vorpommern: „Hamsterkäufe erzeugen künstliche Engpässe, die wiederum die Preise nach oben treiben. Hier wird eine Spirale in Gang gesetzt, die völlig irrational ist“, so Backhaus. Die Checkliste vom Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe, einen eigenen Notfallvorrat anzulegen, ist aber immer aktuell.

Hier eine Übersicht über Lebensmittel, die derzeit knapp werden beziehungsweise demnächst werden könnten – schon jetzt hat Aldi eine große Preiserhöhung bei vielen Produkten* bestätigt. Lidl wiederum bietet etwa Mehl tatsächlich vergünstigt an. Das auffällige Angebot gibt es wirklich*.

Eine Frau wundert sich über leere Regale im Supermarkt.
Bestimmte Produkte im Supermarkt können derzeit knapp sein. (Symbolfoto) (24hamburg.de-Collage) © Rene Traut/imago

Denn während sich bei den Corona-Regeln in deutschen Supermärkten wie Aldi, Lidl und Edeka eine radikale Änderung der Maskenpflicht anbahnen könnte, sind auch im europäischen Ausland ähnliche Hamsterkäufe zu beobachten. In Spanien werden ebenfalls Lebensmittel knapp und teuer: So z.B. auch Sonnenblumenöl. Doch gerade in Spanien wird das preisgünstige Rapsöl nach einem Giftöl-Skandal 1981 mit Tausenden Toten von den Kunden gemieden und deshalb kaum angeboten. Straßenhändler hatten damals giftiges Industrie-Rapsöl in den Verkehr gebracht.

Dort schlagen nun auch die dortigen Bauernverbände Alarm: Sollte es zu längerfristigen Ausfällen beim Import von Mais, Getreide und Ölkuchen aus der Ukraine kommen, könne das Viehfutter knapp werden. * 24hamburg.de, wa.de, merkur.de, kreiszeitung.de, bw24.de und fr.de sind ein Angebot von IPPEN.MEDIA.

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